Wir haben drei sehr anstrengende Wochen hinter uns. Nach der Arbeit (am 15.08. begann mein Urlaub) meldet sich eben oft der Körper und möchte erstmal Ruhe. 10 Tage war ich nicht fit genug um Wohnung oder Van zu gestalten. Dirk ging es etwas besser aber auch er hatte sich eine Erkältung eingefangen. Die Verabschiedung in meinem Team an der Hochschule musste ich deswegen auch verschieben.
Wirklich gerührt war ich über ein kleines ‚Proviant-Paket’ – mit Proteinen, Keksen und Wein – damit hatte ich nicht gerechnet und dafür an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank! Vier Pflanzen durfte ich im Büro unterstellen und Susanne hat nochmal danach gefragt, wie sie es den Pflanzen angenehm machen kann. Ich bin überhaupt nicht böse, wenn es eine Pflanze nicht über den Winter schafft und dankbar, dass sich die Kolleginnen kümmern! Dann, als es uns wieder besser ging, war so viel zu erledigen und zu organisieren und oft ging es nicht reibungslos. Die Wohnungen sollten für eine Zwischenmiete hergerichtet werden. Die DG-Wohnung war schon seit Anfang Juni vermietet, so dass diese schon relativ fertig war. In dieser Zeit wohnten wir bereits gemeinsam in der unteren Wohnung. Es ergab sich, dass eine Familie aus der Nähe eine Zwischenlösung für die Sanierung ihres Hauses suchte. Zwei Erwachsene, zwei Kinder… ups – die benötigen schon etwas mehr Platz – also alles, soweit es irgend geht in Kartons verpacken und in den Keller verfrachten. Dann wurde ein Arzttermin verlegt, plötzlich soll die Gasleitung überprüft und der Stromzähler getauscht werden – wieso denn jetzt alles auf einmal? Ich entdecke einen Schaden am Wintergarten – per Videocall wird ein Schädling als ‚Täter‘ identifiziert, also Termin mit dem Tischler. Weiter ging es mit Hindernissen bei Basteleien am Van (wieso bekommen wir Bauteile ohne Schrauben zugesendet und müssen dann dem Lieferanten erklären was in der Lieferung gefehlt hat? Zwischendurch möchte ich mich so gerne von Freund:innen verabschieden und diese sich von mir. Außerdem möchte ich den lieb gewonnenen Kaffee mit meinem Nachbarn auch so oft es geht genießen. Während ich mit Tilda, Bigi, Yvonne, Andreas und Jule Kaffee trinke, kümmert sich Dirk um den Van:
und da gibt es so viele Ideen die noch umgesetzt werden wollen. Ohje, es fängt mit dem neuen Tüv an, dann brauchen wir neue Reifen und eine Gas-Prüfung. Ein Highlight habe ich bereits frühzeitig begonnen: Ich wollte so gerne eine LED-Leuchte im Fahrerhaus haben. Also Sperrholz zugesägt und geschliffen, nachgesehen ob es passt und weiter geschliffen, LED-Streifen und Alu-Profile besorgt, das Holz mehrfach gestrichen und alles zusammengesetzt. Dirk hat sich dann um die dimmbaren Schalter und die Verkabelung gekümmert.
Wir könnten ja auch was aus dem 3-D Drucker gebrauchen – dafür erstmal schlau machen im Fab-Lab Bremen. Dort wurde eine Ablage aus Sperrholz mit einem Laser ausgeschnitten – und wieder was zum Streichen. Zudem ein Teil für eine Vorrichtung zur Belüftung der Toilette. Aber wie das weiter gehen soll, wissen wir noch nicht.
Also erstmal das Abwasser ‚automatisieren‘ – dafür musste ein elektrischer Kugelhahn her und weil wir es so schön finden auch noch eine Kamera, die uns bei der Orientierung helfen soll. Die wurde beim Radio eingebunden, so dass wir alles auf dem Monitor haben.
Einige Dinge lagen im Auto, weil wir sie bald einbauen wollten, wir haben uns dafür eine Woche Urlaub genommen. Und dann der Einbruch – direkt vor der Haustür… und wir haben nichts mitbekommen. Unfassbar! Auch am Fenster sind lediglich zwei Kratzer am Rahmen zu sehen. Und was die mitgenommen haben! Ein Blaulicht, das ziemlich schwer war und mehr Deko als alles andere – es hatte noch nicht mal einen Anschluß. Die Dashcam – das tat weh. Und der Router. Das ging ins Geld. Außerdem ein Badge, der uns die Mout-Fahrten erleichtern sollte. Das war ärgerlich, weil wir für den Verlust nochmal extra bezahlen mussten. Der Badge ist nur ‚geliehen‘ und wird bei Nichtnutzung wieder zurück gesendet. Kann man den nicht zurücksenden, kostet es. Und was bitte wollen die mit den billigen Solarlampen, an die ich mich aber ‚gewöhnt‘ hatte… und ein kleines Solar-Panel, dass die Batterie vor Entladung schützte. Was tun? Erstmal zur Polizei. Dort verbrachten wir mehrere Stunden. Dann Kontakt mit den Versicherungen aufnehmen. Und was machen wir mit dem Fenster? Ein Ersatzgriff ist schnell gekauft – und evtl. genauso schnell wieder aufgebrochen. Ich will ein Sicherheitsfenster. Das gibt es auch von Herstellern in D aber die sind sehr teuer – also in Polen bestellen… ob das gut geht? Und anzahlen sollten wir die Hälfte auch gleich. Die Zeit wird immer knapper und die in Polen machen auch Betriebsurlaub… Ohje… ich rief bei der Firma an und nutzte all meine Englischkenntnisse um ein Lieferdatum zu erfahren. Es soll am 01.09. geliefert werden – und da wollten wir schon unterwegs sein. Aber die Erkältung hat auch Zeit gekostet und so übe ich mich in Geduld und Demut – was mir nicht so gut gelingen will. Die Arbeit an der Wohnung und am Van lassen aber gar nicht viel Zeit für Gedanken an verstrichene Zeit. Ungeduld kommt aber immer öfter auf, wenn Dinge nicht funktionieren. Das Fenster kam wirklich am 01.09. – also altes Fenster raus, aber wie? Wir brauchen einen Heißluftfön und haben keinen… grrrr. Bei Kleinanzeigen erstehen wir einen das kostet wieder Zeit. Dann also Fenster raus – das geht mal sehr schnell!! Und das neue rein? Nein. erstmal die Öffnung vergrößern aber wie groß? Zu groß soll es ja auch nicht werden. Wir pirschen uns in 2mm-Schritten an das richtige Maß und stellen dann fest, dass das Fenster die Biegung der Karosserie nicht wirklich ‚mitmacht‘. Also was tun? Das Fenster wird an einer Seite unterfüttert, Dirk setzt schließlich noch einen ‚Aufbaurahmen‘ ein und so soll es erstmal bleiben. Das Fenster ist dicht und sicherer als das Dometic Fenster. Dann soll, weil von verschiedenen Forenmitgliedern berichtet, der Wassertank besser befestigt werden. Wir wollen schließlich keine Sauerei im Van. Und dabei soll das Heizungsrohr, das am Wassertank endet, unter dem Küchenblock zur Dinette geführt werden, wo man warme Luft an den Füßen eher braucht. Zwischendurch holen wir uns einige Schrammen, weil Kabel verlegt werden.
Der Kühlschrank wurde noch leicht umgebaut und pustet die warme Luft nun nach draußen.
Und die Reste des Kork-Fußboden von Nina, der wäre doch toll im VAN…
Ein ‚Einkauf‘ bei Kleinanzeigen erwies sich zwischendurch als Betrug – wieder ein Ärgernis. Gleichzeitig haben wir immer nette Menschen um uns herum, die uns ‚erden‘.
Andreas und mein Nachbar gehören dazu. O-Ton Nachbar: „Das ist die Challenge, die ihr gesucht habt. So geht das jetzt ein halbes Jahr, jede Menge Herausforderung und Abenteuer. Und ich bin evtl. etwas neidisch.“
Endlich… am Sa. den 06.09.2025 nachdem wir den ganzen Tag noch den VAN gepackt und die Wohnung ‚schnieke‘ gemacht hatten, konnten wir um 24:00 Uhr die Tür hinter uns schließen – für (fast) ein halbes Jahr. Wenigstens bis nach Verden wollten wir kommen und uns von Nina mit Familie und Jelka mit Familie verabschieden. Am Sonntag wurde super schön im Garten gefrühstückt und dann mit Anton und Paula noch einmal gemeinsame Urlaube erinnert. Es war eine schöne Verabschiedung.
Leider hatten wir den Fahrzeugschein vergessen und glücklicherweise waren wir noch nicht sehr weit gekommen. Wir mussten also nach der Verabschiedung der Kinder und Enkel nochmal nach Hause.
Jetzt aber wirklich los! Und zwar Tanken und auf die Waage – das Auto (vollgetankt und mit 30 Liter Wasser) hat sogar noch etwas Luft, also guter Laune ging es los.
Zuerst Richtung Niederlande nach Giethoorn, weil wir gute Erinnerungen an den Ort hatten. Aber die Wetter App meinte, das Wetter ist dort nicht so toll, also anders entschieden, erst mal nach Amsterdam. Auf dem Weg bei einer Tankstelle noch eben die Gasflasche getauscht, somit sind wir bestens gerüstet.
Es scheint die Sonne und wir machen die erste Pause in der Eisdiele Corona in Goldenstedt.
Bis nach Amsterdam schaffen wir es dann doch nicht, sondern erstmal auf einen sehr kleinen, ruhigen Stellplatz und genießen die Ruhe in Beldhuismolenweg 2B, 7561 RM Deurningen, ziemlich nah an der Grenze.
Die Nacht für 15€ ist super günstig. Sogar duschen können wir hier!
Hier haben wir nun auch unseren Router in Betrieb genommen und der ist echt schnell mit seinen 5G.
Nun das erlebte noch zusammen gefasst (mit einem Schluck Landlust – Danke Kolleginnen!) und dann ab ins Bett, morgen geht es weiter.
Ja und weiter ging es heute mit der Sortierung im Auto – 12 qm sind ziemlich wenig … da muss genau überlegt werden was wo am besten hinsortiert, wird. Auf dem Weg nach Amsterdam haben wir ein Geschäft mit Campingzubehör aufgesucht und den Deckel für den Wassertank getauscht. Schon wieder eine Herausforderung. Wie wird denn jetzt das Schloß vom alten Deckel in den neuen Deckel eingebaut?
Falscher Deckel – das geht so nicht.. aber der Umtausch war kein Problem „Ja, das kenne ich schon“ .
Wir brauchen ein Eiskaffee! Und auf den vorher ausgesuchten Platz in Amsterdam wollen wir auch nicht – lieber etwas außerhalb stehen und Ruhe genießen. Der Grill wird angeschmissen und während Dirk das Abendessen bereitet, sortiere ich im VAN weiter… das wird schon!



