Barnstaple, Bridgewater, Bath, Stroud & Oxford

Am 24.09. finden wir in Barnstaple eine kleine Markthalle, ansonsten ist der Ort nicht sehr interessant. Wir fahren weiter in die Grafschaft Somerset. In Carhampton wollen wir einen Campingplatz am Meer (Blue Anchor) aufsuchen und finden den auch aber der Weg, der uns das Navi empfiehlt ist verschlossen durch ein weißes Tor. Auf einem Umweg über einen riesigen ‚Caravan-Platz’ kommen wir doch zum Campingplatz. Caravan werden hier die mobilen Häuser auf Rädern genannt. Die werden aber seltenst bewegt und stehen oft auf Steinen oder Stahlbalken.
Leider ist das Meer hinter einer Mauer und einer Straße, so dass wir es nicht vom Platz aus sehen können. Die Rezeption ist nicht besetzt, wir suchen uns also einen schönen Platz an dem wir das Meer zumindest hören können. Das Wetter ist auch eher mittelmäßig, so dass ein kurzer Weg und das Telefonieren mit Paula, Anton und Bene am Meer schon wieder ausreicht.

Dann laufen wir zum Restaurant und erkundigen uns wann die Rezeption offen ist oder wie wir jemanden erreichen können. Der junge Mann aus dem Restaurant kann nicht weiterhelfen und zieht seine Kollegin hinzu, die schaut nach – aber die Rezeption ist wirklich nicht besetzt, was sie auch nicht versteht. Dann telefoniert sie und teilt uns mit, dass der Betreiber bald kommen würde. Da wir sowieso im Restaurant etwas essen wollen, warten wir dort. Wir teilen mit, dass wir auf Pitch 13 stehen würden und fragen ob wir dort bleiben können. Der ist aber leider reserviert und wir sollen auf  Pitch 72 oder 73 wechseln. 73 ist bereits belegt also Pitch 72 – der gefällt uns aber nicht sehr gut und deswegen werden wir nicht zwei Nächte hier bleiben. Als wir den riesigen Campingbereich am nächsten Tag wieder verlassen wollen, stehen wir wieder vor diesem weißen Tor. Aber nicht alleine – sondern in einer Autoschlange und es ist hell. Deswegen sehen wir nun auch, dass dieses Tor der Bahnübergang einer historischen Bahn ist. 

Auf dem Weg nach Bath sieht Dirk ein ‚Organic Garden‘, den wir uns ansehen wollen – wie schön das schon wieder alles ist! Und ein Café gibt es auch – perfekt! Und dann finden wir, gar nicht weit entfernt, noch einen New Manor Farm Shop. WOW! Ich würde, wenn ich könnte aber wir haben keinen Platz im Auto …

In Bath wollen wir als erstes zu einem Waschsalon. Da gibt es einen am Rande der Stadt und in der Nähe auch einen Parkplatz – das sind doch gute Aussichten. Nachdem wir die Waschmaschine befüllt haben, überbrücken wir die Stunde und schlendern durch die Straßen.

Allerdings ist es schon etwas später und so sieht die Umgebung etwas triest aus, es sind wenig Menschen auf den Straßen und Geschäfte haben nur vereinzelt geöffnet. Die Wäsche wird noch getrocknet und dann finden wir für die Nacht einen Stellplatz, der mit einem Eingangstor gesichert ist. Um auf den Platz zu gelangen muss der Betreiber angerufen werden, dann öffnet sich das Tor automatisch. Für die Nacht bezahlen wir – bis zum nächsten Tag um 11:00 Uhr. Wir erhalten eine Pin und eine Anleitung wie wir das Tor öffnen können, falls wir nochmal raus wollen und auch wenn wir weiterfahren wollen benötigen wir den Pin zum Öffnen des Tores. Ich schlafe schlecht und am nächsten Morgen entscheiden wir, nicht nochmal nach Bath reinzugehen sondern weiterzufahren. Aber wir sind morgens nicht so schnell und als wir um 11:02 Uhr das Tor mit der Pin öffnen wollen, tut sich gar nichts. Also Betreiber anrufen und um Öffnung des Tores bitten – wie von Geisterhand öffnet sich das Tor. Kein Wunder, dass ich da nicht gut schlafen kann und eine gute Entscheidung weiter zu fahren. Wir wollen auch lieber Gemütlichkeit, Gelassenheit und kleine Orte sehen. 

Stroud – hier in der Nähe hat Nina einige Monate im Camphill verbracht, eine Einrichtung mit einem anthroposophischen Ansatz, in der behinderte und nichtbehinderte Menschen zusammen wohnen und arbeiten. In Stroud hat sie uns Cafés genannt, die sie gern mochte – na klar will ich die sehen! Und was für ein feiner, kleiner Ort.

Ein Straßenmusiker mit Klarinette sorgt für entspannte Atmosphäre, wir finden einen kleinen, sehr feinen Markt und kaufen selbstgemachte Marmelade. Auch die genannten Cafés finden wir und senden ‚Beweismaterial‘. In einem der Cafés lassen wir uns ein Stück Kuchen schmecken und laufen noch etwas durch die Straßen und dann zurück zum Auto. 

Bei den relativ niedrigen Temperaturen und dem unsteten Wetter steigt die Sehnsucht auf den Süden Europas und auch etwas die Sorge, dem Wetter ‚nachzureisen‘. Schließlich ist es im Norden Frankreichs auch bald herbstlich…. ich möchte aber auf jeden Fall nach Wallingford – dort hat Agatha Christie gelebt und es wurden teile der Serie ‚Barnaby‘ gedreht und nach Oxford, denn dort wird Paula nächstes Jahr eine Woche verbringen. 
Auch wenn es Großstadt bedeutet – mal sehen wie wir uns zurechtfinden.

20 km entfernt von Oxford finden wir einen wunderbaren Platz an der Themse bei Charles. Ich rufe den Betreiber an und frage nach einem Platz. Gar kein Problem, auf dem ‚Cricket-Field’ ist Platz, du musst da und da entlang und dann links – etwas schwer zu finden… erklärt Charles. Den ‚Eingang‘ zu diesem Gelände verpassen wir dann auch zweimal und sind schon etwas genervt aber dann stehen wir vor dem Tor und Charles kommt. 15 GBP, ist das in Ordnung? Ja klar! Und weil wir nicht sicher sind ob wir ein oder zwei Nächte bleiben wollen schenkt Charles uns die zweite Nacht! Auch wieder so ein Ort ‚ohne alles‘ aber mit viel Natur und Ruhe.

Wir entscheiden uns zwei Nächte dort zu bleiben um den Ausflug nach Oxford ganz in Ruhe zu gestalten. Am nächsten Morgen machen wir uns auf zu einem der P&R Plätze und verstehen die Parkregel nicht so richtig. Hier bezahlen und dann musst du auch nicht zum Auto zurück – zeig dein Billet und … keine Ahnung. Also erstmal bezahlen, dann zum Bus-Terminal. Dort steht ein Automat: Parken und Bus in die Innenstadt – ein Preis… super! Dann haben wir mal wieder doppelt bezahlt… aber der ‚Verlust‘ hält sich in Grenzen. 5 GBP für 2 Personen hin und zurück – das ist günstig.
In Oxford wollen wir den Covered Market sehen und die Haupteinkaufsstraße.

Auf dem Weg in die Stadt mit dem Bus sehen wir viele junge Menschen in Talaren, teils mit Blumensträußen, einige begleitet von Freunden oder Familie alle sehr festlich gekleidet und ich frage mich: gibt es hier eine offizielle AbsolventInnenfeier? Und das am 27.09. und für wen ist die?

Also mal nachgesehen und tatsächlich, alle AbsolventInnen erhalten in einer offiziellen Feier ihr Zertifikat, das sie teilweise auch stolz bei sich tragen, wie wir sehen. Sie unterscheiden sich in der Kleidung lediglich darin an welchem College sie studiert haben. Eine Kleiderordnung bezieht sich nicht nur auf die ‚Toga‘ (den Talar) sondern auch auf das was darunter getragen wird. Unweit der Oxford University haben wir ein Geschäft gesehen, in dem die Kleidung verkauft wird. Das wollte ich mir mal näher ansehen. Als wir das Geschäft betreten kommt direkt ein sehr akkurat gekleideter Herr auf uns zu und will ‚helfen‘. Ähm… wir wollen uns nur mal umsehen – und das dürfen wir, ich fühle mich aber schnell nicht sehr wohl in dem Geschäft – also schnell wieder raus. Was wir aber gesehen haben: Die ‚Togas‘ mit unterschiedlichen Emblemen nebeneinander liegend. So ziemlich das erste was ich sah als wir das Geschäft betraten. Und die AbsolventInnen prägen den ganzen Tag das Straßenbild. Überall sind sie zu sehen, auf dem Weg irgendwohin und in den Bars und Cafés.

Bevor wir zum Covered Market gehen, möchte ich noch zum Gloucester Green Outdoor Market – schließlich regnet es gerade nicht. Was für ein schöner Ort! Vor allem gefällt mir der Teil in dem gekocht, gebruzzelt und gegrillt wird. Und was essen wir? Bei einem Libanesischen Stand stellen wir uns etwas zusammen mit Lamm und Falafel. Sehr lecker! So gestärkt geht es zum Covered Market… aber halt, da ist so ein kleines, familiengeführtes Café – das lassen wir natürlich nicht ‚links liegen‘. So jetzt aber… der Covered Market – ja, der hat wirklich so ziemlich alles was das Herz begehrt, ist sehr bunt, ziemlich voll und abwechslungsreich.

Zudem wussten wir manchmal nicht wo wir sind und ob wir diesen Gang schon gegangen waren… wir schlendern anschließend noch etwas durch die Straßen aber ich möchte gerne wieder zum Auto. Also zurück mit dem Bus zum Parkplatz – sehr unkompliziert.

Eine weitere ruhige und dunkle Nacht an diesem schönen Ort an der Themse und ein schöner Morgen. Allerdings hat es in der Nacht geregnet – die Wiese ist sehr nass und kühl ist es auch.

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