Frankreich II

06.10. Am Montag wollen wir noch zu einem Campingausrüster, immer auf der Suche nach ‚Ersatzhaken‘ für die Gardinen. Aber das ist diesmal ein Reinfall, also weiter zu ‚Bip&Go‘. Insgesamt eine ziemliche ‚Gurkerei‘ aber hier erhalten wir den Ersatz-Badge. Im Moment wollen wir den nicht einsetzen. Wir haben ja Zeit! Allerdings ist das Wetter noch immer nicht so wie ich es gerne hätte, deshalb möchte ich ganz schnell weiter – nach Le Mans. Und das schaffen wir an diesem Tag, auch wenn es bereits anfängt zu dämmern als wir den Stellplatz für die Nacht finden. Ein sehr schlichter Platz und dann ziemlich nah eine Bahn – ohje, werde ich hier ruhig schlafen können? Wir entscheiden uns dazu die Fenster wie gewohnt zu öffnen und ich höre in der Nacht keinen einzigen Zug. Vermutlich fahren die wirklich nur tagsüber.
Da wir so spät angekommen sind, wollen wir zwei Nächte hier verbringen. Am nächsten Morgen also ganz langsam starten und ich vertreibe mir die Zeit mit Reiseberichten anderer ‚Weltenbummler‘. Dann fahren wir aber doch noch mit den Rädern zum ‚Auchan‘ etwas einkaufen. Der Weg ist teilweise wunderschön am Wasser gelegen, teilweise geht es aber auch entlang einer großen Straße.
Zurück am Auto muss ich mal etwas Ordnung ins System bringen. Einige Dinge sind nicht an der passenden Stelle, denn oben kann es sehr warm werden im Auto. Ich bin mit der neuen Sortierung sehr zufrieden und mache ‚Feierabend‘. Ja gut, etwas schreibe ich an dem Reisebericht weiter – aber jetzt ist dann wirklich Feierabend. Morgen fahren wir nach Le Mans rein und ich freue mich schon auf einen Markt!

Der Markt… ein kleiner aber feiner Markt am Fuße der Kathedrale. Da wir sehr früh (für unsere derzeitigen Verhältnisse) aufgebrochen sind, gibt es erstmal ein Croissant zum Kaffee, den wir uns noch gemacht und mitgenommen hatten.

Anschließend schauen wir uns die historische Altstadt an und staunen über moderne Bauteile in alten Gebäuden und über einen Garten hoch über der Stadt, der plötzlich auftaucht aber auch über die vielen Treppen.

Von Le Mans geht es weiter nach Trôo. Von dem Ort hatte ich gelesen, deshalb möchte ich ihn mir ansehen. Ein ‚Ort mit Charakter‘ – so wird er beworben und das stimmt! Aber erstmal einen Platz suchen auf dem wir stehen können! Wir entdecken ein Schild zu einem Stellplatz – aber da steht ein länger unbenutztes Auto… das kann es nicht sein. Wir fahren zur Mairie und dort gibt es öffentliche Toiletten und Pappschilder die hinter das Haus zeigen wo uns neben einem alten ‚Tennisplatz’ eine große Wiese erwartet. Ja! Hier stellen wir uns hin, basteln am Auto und bleiben drei Nächte. Hier finden wir auch reichlich Walnüsse, die eingesammelt werden.

Die alten Höhlen kann man teilweise erkunden – es ist Nebensaison, da ist es sehr ruhig hier. Am ersten Tag ersteigen wir den Berg, werden in eine Höhlenwohnung eingeladen und genießen die entspannte Atmosphäre entlang eines Flusses und ‚über dem Ort‘. Von dort hat man eine tolle Sicht. Der Ort hat, wie viele andere, keine Bäckerei mehr. Wie kommen wir hier an unser Frühstück? An der Mairie steht ein Baguette-Automat… echt jetzt?!? Und er funktioniert nicht einmal (wobei mich das eigentlich nicht wundert) und dann sehe ich „sans mercredi“ – na toll.. heute ist Mittwoch.

Am zweiten Tag also wieder zum Baguette-Automaten, ich will wissen ob das funktioniert. Das ist schon merkwürdig… aber er funktioniert tatsächlich und wir haben ein frisches Baguette zum Frühstück. In diesem Ort stehen viele Schilder, die zeigen wie es früher genau an diesen Stellen ausgesehen hat. Die Maladerie, in der Lepra-Kranke behandelt wurden, ist als Ruine zu betrachten und wird wird abends so schön beleuchtet, dass es schwer fällt das Leiden damit in Verbindung zu setzen.

Am nächsten Tag fahren wir ein Stück, denn hier soll es eine Bio-Bäckerei geben. Wir finden zwar ein Schild, wie erwartet, aber keine Bäckerei. Hinter einer Glastür sehe ich die nötigen Maschinen und heute sollte geöffnet sein – hier ist aber niemand. Entschädigt wurden wir mit Feigen, die wir auf dem Weg fanden – köstlich!
Wir bleiben noch eine Nacht um morgen frisch zu starten.

Der Weg führt über die kleineren Straßen und über Amboise an der Loire. Das Schloss ist ein Touristenmagnet – der Ortskern touristisch geprägt und schon will ich schnell weiter aber nicht ohne ein, zwei Fotos zu schießen.

Der nächste Stopp ist wirklich toll! Ich habe das Cave des Roches ausgesucht und möchte gerne eine Führung mitmachen. WOW was für Gänge – hier wäre ich verloren und würde nicht wieder rausfinden, also schön bei der Gruppe bleiben! Die Führung ist auf französisch und wir erhalten eine Erklärung in deutsch auf Papier. Ich würde gerne mehr verstehen aber ich verstehe nur Bröckchen… Die Arbeiten hier unten, aus dem Stein gehauene Nachbildungen von Ställen, dem Rathausfenster, einem Regenschirm – das ist schon beeindruckend. Und ein Plan der Höhle wurde auch festgehalten. Bei 12 Grad ist es nach einer Stunde dann auch schön die Sonne zu erblicken und wir gehen mit tollen Eindrücken und einigen, hier gezüchteten Pilzen.

An Tours fahren wir vorbei – auf dem Weg nach Angers. Wir suchen in Savonniers den Campingplatz, den ich schon in den 80iger Jahren und mit Dirk und Nina zuletzt 1996 besucht hatte. Es gibt ihn nicht mehr :-/ 
So ändern sich einige Dinge zum Schlechten und andere schöne Dinge entstehen – wie der Stellplatz auf dem wir landen. Denn diese Mikro-Campingplätze gab es damals nicht. Und wie schön es hier zwischen dem Wein und neben der Pferdekoppel ist!

13.10.25 Wir wollen ein Cave de Vins besuchen! Das war auch wieder ganz schön abenteuerlich. Auf sehr kleinen, engen Straßen fahren wir lange durch die Weingegend, die dann auf einmal für andere Anbauten genutzt wird. Auch durch Wälder fahren wir und ich denke so – wenn wir zu einem Weinkeller fahren, dann muss auch Wein angebaut werden. Der Weg ist länger als gedacht und da taucht auch der Wein wieder auf. Ohne die Adresse, die wir beim Mikro-Camping bekommen hatten,  würden wir diese Weinkellerei niemals entdecken. Auf dem Hof steht ein Auto – es sieht aus wie ‚Privatgelände‘ aber einen Hinweis auf den Winzer haben wir am Hoftor gefunden. Und als ich mich fragte, wo denn hier der Verkauf stattfindet, Kommt der Winzer über den Hof und betritt eine unscheinbare Tür – das Büro. Ich versuche mich also wieder mit meinen drei Brocken Französisch und der Winzer nimmt uns mit in seinen Weinkeller. Da blubbert es vor sich hin – die Gase entweichen aus den Behältern.

Wir probieren einen Rosé und der ist echt trocken! Der Winzer merkt uns an, dass das nicht 100% das ist was wir gesucht haben. „Sie haben einen Rosé d’Anjou gesucht?“ Gut, dass ich das jetzt auch weiß 😉
Trotzdem nehmen wir 3 Flaschen mit. Sehr trockener Rosé ist eben auch köstlich!
Wir beschließen weiter nach Angers zu fahren obwohl es schon relativ spät ist. Ich möchte in einen Stoffladen. Und dann hatte ich bereits am Morgen den nächsten Mikro-Camping gebucht, war ja toll die letzte Nacht.

Leider waren das zwei weniger gute Entscheidungen. Der Stoffladen hatte nicht das Gesuchte und es war vor allem nicht so leicht dorthin zu kommen. Und der Mikro-Camping auf dem wir gelandet sind, ist eine Parkbucht – ja, an der Loire und mit tollem Blick aber total überteuert für das was hier geboten wird! Außerdem wollte die Betreiberin wissen wann wir ankommen und das macht doch schon wieder Stress. Wir sind hier gelandet, weil es kurz vor Chalonnes-sur-Loire liegt und wir wollen morgen auf den Markt.

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