13.11. Ich habe den Bericht lange ‚liegen lassen‘ und versuche etwas ‚nachzuholen‘.
Als wir am 24.10. vom Campingplatz in Sauveterre de Béarn aufbrechen, wollen wir (natürlich) einen Markt finden und wir wollen in die Wärme. Aber wollen wir gleich so weit fahren? Denn nach Spanien ist es zwar nicht weit aber St Jean de Luz soll ja auch ganz nett sein. Also fahren wir einfach mal los und denken, auf dem Weg werden wir schon einen Markt finden – es ist schließlich Samstag.

Auf dem Weg sehe ich ein Schild ‚Vente Direkte‘ und Schafe… da halten wir etwas ‚gefährlich‘ direkt neben der Straße, denn der Seitenstreifen ist nicht sehr breit. ‚Wird schon nix passieren…‘ und wir gehen zum Stall, denn da blöken sie – die Schafe.
Die Tür zum Verkaufsraum ist verschlossen, einen Hinweis zu Öffnungszeiten finden wir nicht. Aber da kommt sie, die Bäuerin, und schließ die Tür auf. Und wir kaufen einen Schafskäse, Feigenmarmelade und ein Fertiggericht im Glas. Noch schnell ein, zwei Fotos von den Schafen mit ihren Lämmern gemacht, dann geht es weiter – und zum Glück wurde unser Van nicht beschädigt.

In Hasparren (was für ein Ortsname) finden wir genau zwei Markt-Stände: Einen mit Käse und einen mit Seife… das benötigen wir gerade nicht aber wir finden ein Café mit wirklich französischem Flair und dann geht die Fahrt weiter. In Sare schauen wir uns einen Platz für die Nacht an aber schnell wird (mir) klar: hier will ich nicht bleiben. Dort steht ein Camper mit offener Tür und man kann von weitem sehen, dass der sehr zugemüllt ist. Nachdem wir den Ort erkundet hatten und zurückgekehrt waren, stand die Tür des Campers immer noch offen, es gab aber kein ‚Lebenszeichen‘. Dirk hätte nachgesehen ob da ‚jemand zu Hause’ ist. Nein, wir suchen uns bitte lieber einen anderen Platz. Allerdings sollte der auch bald gefunden werden, denn es ist früher Abend.
In Urrugne soll es einen Campingplatz geben – den fahren wir an. Leider hat der, wie viele andere zu dieser Jahreszeit, bereits geschlossen. Durch eine App erfahren wir, dass es anderen Campern genauso ging und diese sind zum Sportplatz gefahren um die Nacht dort zu verbringen. So machen wir es auch, halten jedoch nicht, wie einige andere, an der Straße, sondern suchen uns einen Platz auf dem Parkplatz und haben so sogar etwas grün vor dem Van. Neben uns parkt etwas später ein Wohnmobil mit drei Kindern. Alle Achtung! Die meistern das ziemlich gut, finde ich. Der Papa geht mit den dreien einen Runde Spazieren und ausgepowert kommen sie zum Abendbrot wieder. Wir haben wenig von unseren Nachbarn mitbekommen an diesem Abend, in der Nacht und am nächsten Morgen.
Dann gehen wir in den Ort und finden interessante Hausmalereien.


Aber das war es auch mit Urrugne, also geht die Reise weiter – und zwar ans Meer nach Hendaye an die spanische Grenze. Das wird uns aber erst später so richtig bewusst….
In Hendaye fahren wir direkt am Meer entlang uns sehen viele ‚Ameisen‘ im Meer – ich finde die Surfer in ihren Neoprenanzügen sehen aus wie Ameisen. Eigentlich sollte das ‚nur‘ ein schöner Weg am Meer entlang sein und dann landen wir quasi in einem Markt. WOW – OK – Parkplatz suchen und Markt erkunden. Der Parkplatz wird gefunden aber das Ticket dafür zu lösen dauert eine Ewigkeit, weil wir die Anweisungen einfach nicht verstehen. Auf dem Markt gibt alles mögliche zu sehen und zu kaufen: Käse, Obst, Kuchen und Oliven. Nachdem wir eine (ziemlich teure) baskische Tarte mit Kirschfüllung gekauft hatten, finde ich eine Biobäckerin die diese Köstlichkeit ebenfalls anbietet. Egal – die Bio-Tarte (mit Creme-Füllung) wird ebenfalls gekauft. Müssen wir halt öfter Kuchen essen.



Viele Preise sind den dort überwiegend anzutreffenden Touristen entsprechend. Da muss schon genauer hingesehen werden. Am einen Ende des Marktes sollen die Mangos 9,- kosten, am anderen 6,- und das ist schon teuer…
Wir wollen weiter und in diesem Ort noch Milch kaufen aber als wir über die Brücke fahren um zu einem Supermarkt zu gelangen wird es etwas chaotisch und wir landen statt auf einem Parkplatz vor einer Tiefgarage. Da komme ich schlecht wieder raus. Es geht nicht vor und nicht zurück. Dirk muss aussteigen und mit Handzeichen den nachfolgenden Autos klarmachen, dass ich zurücksetzen muss. Aber auch das meistern wir und stellen dann fest – wir sind in Irun in Spanien, keine 3 Km von Hendaye entfernt. Da dieser Ort wirklich eng und unübersichtlich ist, entscheiden wir uns einen (auch in D bekannten) Supermarkt anzusteuern, denn dort sollte das Parken kein Problem darstellen. Und dann aber schnell weiter, raus diesem elenden Getümmel.
Der nächste Stopp heißt Salto del Nervión. Dirk möchte sich den Wasserfall ansehen – na das ist doch ein guter Plan, oder?
Salto del Nervión liegt natürlich in den Bergen, also gilt es einige Höhenmeter zu überwinden. Die Kurven waren aber so eng, dass ich teils den Eindruck hatte zu wenden. Endlich sind wir am Ziel und finden den Parkplatz. Das Wetter ist so ‚mittelmäßig‘. Es nieselt etwas, es ist nicht sehr warm und ob es gleich wieder richtig regnet, können wir nicht einschätzen. Deswegen beschließen wir, nicht eine der längeren Wanderrouten zu nehmen sondern uns mit 2 Km Spaziergang zu begnügen und laufen durch den Wald zum Wasserfall. Dieser Weg ist angenehm für die Füße und eigentlich ist ein Weg auch zu identifizieren, aufgrund des Laubes schleicht sich jedoch auch Unsicherheit ein ob wir noch auf dem richtigen Weg sind. Da ist es ganz schön nach etwa einem Kilometer auch mal einen Hinweis in Form einer Farbmarkierung am Baum zu sehen.
Endlich kommen wir zum Ziel – dem Wasserfall. Aber herrje… kein tropfen Wasser fällt da irgendwo runter. Ist auch irgendwie logisch, wenn man weiß, das dieser Wasserfall nur fällt, wenn es genügend Regen in der Regenzeit gegeben hat – und wir sind gerade am Beginn der Regenzeit. Dafür gibt es reichlich Nebel…



Ziemlich spät verabschieden wir uns von diesem Ort – den Rückweg zum Auto legen wir auf einem breiten, angelegten Weg zurück. Es ist bereits 18:30 Uhr und wir müssen noch einen Schlafplatz finden…

Den Berg hinunter fahren wir auf der anderen Seite und dieser Weg ist sehr viel angenehmer zu fahren. In Santa Gadea del Cid finden wir einen, von der Stadtverwaltung angelegten, ausgesprochen angenehmen Platz zum übernachten. Mit einer angeleuchteten Burg und ansonsten viel Ruhe und Einsamkeit schlafen wir hier sehr gut.
Am nächsten Tag wollen wir nach Santiago de Compostela. Allerdings schaffen wir das nicht an einem Tag und beschließen einen Zwischenstopp einzulegen. Leider mal wieder auf einem Campingplatz – der den Winterbetrieb eingeläutet hatte.
Also finden wir in dem kleinen Ort Piñor wieder einen kostenfreien Platz der Stadt Cotelas. Dieser ist irgendwie eigentümlich. Zunächst fahren wir daran vorbei, weil er so unscheinbar, umzäunt und mit Rolltor versehen ist. Dann schieben wir das Rolltor auf und sind dort ganz alleine. Später am Abend kommt noch ein Wohnmobil, entsorgt sein Grauwasser, tank Frischwasser und fährt wieder. Aber es war eine gute Nacht und ausgeschlafen geht es weiter.

Eigentlich bräuchten wir einen Bäcker und ein Baguette oder so… Ich suche also auf der App und finde ‚den besten Bäcker‘ des Dorfes! Da geht es hin. Und auch dort wären wir fast vorbeigefahren, weil es nicht nach einer Bäckerei aussieht. Egal, ich geh’ da rein.

Vor mir wird eine Familie bedient und so habe ich etwas Zeit mich umzusehen. Ich sehe Holzregale, Ich sehe den Ofen. Aber ich kann nur eine Sorte Brot erkennen und frage mich ob es denn nichts anderes gibt. Und so ist es – nur diese eine Sorte Brot. Ich versuche durch Gesten zu fragen ob ich ein halbes Brot bekommen kann. Nein – da müssen Sie in die andere Bäckerei im Dorf, die verkaufen auch halbe Brote. Hier gibt es nur ganze Brote. Na gut, dann eben ein ganzes Brot und das ist so frisch, so schön warm, dass ich es gar nicht aus der Hand legen möchte und es wird sofort angeschnitten.
Weiter geht die Reise Richtung Santiago de Compostela und wir finden einen Platz in San Marcos. Der Campingplatz bietet auch eine Waschmaschine, so dass wir am nächsten Morgen duschen, Wäsche waschen und die Sonne bei 19 Grad genießen.

Eigentlich wollen wir uns hier ein paar Tage ausruhen aber das Wetter wird wieder schlechter, am nächsten Tag soll es regnen und kühler wird es auch. Wir beschließen deshalb trotz Regen nach Santiago de Compostela reinzufahren und die überdachte Markthalle zu besuchen. Puhhh… das wird ein Tripp. Wir finden, noch bei trockenem Wetter, einen schönen Parkplatz und laufen in die Stadt hinein, immer bergauf. Dann beginnt es zu regnen und wir huschen von Pfütze zu Pfütze und landen in der Markthalle. Es ist Mittagszeit und sehr laut in den Bereichen, in denen es etwas zu essen gibt. Deshalb ziehen wir weiter durch die vielen engen Gassen, machen auch Fotos von der berühmten Kathedrale und landen dann zum Mittagessen in einem kleinen Restaurant. Frisch gestärkt geht es wieder zum Auto.



Aufgrund des unbeständigen Wetters wird ständig nach den Temperaturen auf der App geschaut und dann fahren wir ‚rückwärts‘ Richtung Norden. An einem wunderschönen See in As Pontes de Garcia Rodriguez machen wir halt für die Nacht. Ich befürchte, dass der Untergrund durch den Dauerregen zu sehr aufweichen könnte, deshalb fahren wir in der Nacht 10 Meter weiter weg vom See – auf festeren Untergrund. Am Morgen regnet es immer noch und wir ziehen weiter Richtung Ribadeo an den Atlantik. Dort suchen wir einen Campingplatz in den Bergen, südlich von Navia. Aber – Überraschung – der ist geschlossen bis zum Frühling. Also weiter… wir fahren zu einem Stellplatz, denn die sind ganzjährig geöffnet, teilweise aber sehr stadtnah – und dann unruhig. Der Stellplatz in Navia ist so ein Platz – offen, stadtnah und unruhig. Hier will ich nicht stehen – auch nicht für eine Nacht! Der nächste Campingplatz erscheint uns nicht wirklich schön aber wenn er geöffnet wäre, dann würden wir schon ein schönes Plätzchen finden. Aber unsere Überlegungen machen wir uns umsonst – der Campingplatz hat geschlossen. Allerdings werden wir zu einem Campingplatz in Gijón verwiesen, der das ganze Jahr geöffnet sein soll. Hier in der Nähe soll es noch einen Campingplatz geben und der sieht sehr freundlich und einladend aus. Laut App soll er auch offen sein – also hin da! Eine kleine, enge Straße führt zu dem Platz – ich kann kaum glauben dass hier überhaupt ein Campingplatz sein soll und … nun ja, es gibt ihn aber auch dieser ist zu. Ich fahre die enge Straße aber noch weiter bis ans Meer – wenigstens mal schauen und den Ausblick genießen!
Dann fahren wir weiter und landen in Avilés, denn dort soll es einen Bioladen geben und einen Stellplatz für die Nacht. Der ‚Stellplatz’ das sind zwei Parkplätze auf einem Parkplatz (die bereits besetzt sind) zwischen mehreren sich kreuzenden Straßen und einem Kreisverkehr in der Nähe. Nicht die beste Voraussetzung für eine ruhige Nacht aber es ist spät und wir wollen nicht weiter suchen.

Am nächsten Morgen fahren wir nach Castrillon und genießen ein spanisches Frühstück – das war wirklich lecker!
Die Suche nach einem Bioladen ist hier im Norden wirklich schwierig – wieso eigentlich, wo Spanien doch sehr viele Bioprodukte produziert.
Jetzt fahren wir zu dem Campingplatz der uns empfohlen wurde und landen weiter östlich als ich es geplant hatte. Aber wir haben einen Campingplatz! Von dieser Suche nach besserem Wetter und einem Platz an dem wir bleiben können – und wollen, sind wir erschöpft. Und es regnet wieder. Ich kümmere mich um meine Schuhe, denn die Wildlinge haben zwar eine wasserfeste Sohle aber der Rest ist aus Wolle und die hat mir schon nasse Füsse eingebracht, braucht also eine Imprägnierung. Das Mittel hatte ich mir, auch von Wildling, vor unserer Auszeit besorgt.
Inzwischen haben wir den 1. November und wir wollen einen Ausflug nach Oviedo machen. Dort gibt es – ratet – einen Markt und am Samtag ist der geöffnet. Im Ort finden wir einen Parkplatz – das erfordert einige ‚Zirkelei‘ aber schließlich stehen wir dort sehr gut.

Auf dem Weg in den Ort gönnen wir uns ein Frühstück: Café und Croissant – dass das mit Messer und Gabel serviert wird irritiert zunächst, erklärt sich aber aufgrund der doch recht klebrigen Außenhülle. Wer es nicht süß mag, ist hier fehl am Platz!
Oviedo ist ein sehr gemütlicher Ort, der Ortskern mit einem Platz rund um die Markthalle. An den Marktständen gibt es viele Klamotten aus China, Taschen und Schuhe – aber in der Markthalle wird es doch noch was anderen geben?!? Endlich finden wir den Eingang zur Markthalle – aber … es ist wirklich nur ein einziger Bäcker dort zu finden. Was ist denn los?

Der 1. November ist Allerheiligen und da ist hier in den katholisch geprägten Gebieten eben sehr wenig los!

Wir erfreuen uns dann eben an den alten Gebäuden, den Inschriften, den Straßenmusikern – und davon erleben wir 3 in dem recht kleinen Ort. Eine Inschrift senden wir an Paula – sie lernt Spanisch in der Schule und kann uns bestimmt helfen das zu übersetzen. Und ja, das kann sie!
Die Skulptur ‚der Reisende‘ imponiert uns besonders. Sie ist mit Bedacht ebenerdig aufgestellt um eine Identifikation zu begünstigen.

Wir wollen nach Gijon, denn dort soll es Sonntagmorgen einen Flohmarkt geben und da wir dann früh dort sein wollen, fahren wir zu einem Parkplatz nahe am Meer. Wir lassen das Auto stehen, schlendern bei gutem Wetter am Meer entlang und sichten wieder ‚Ameisen‘ im Meer. Auf dem Rückweg gibt es Churros mit Schokolade – was für eine Schlemmerei!
Beim Parkplatz angekommen, fühlt es sich für die Nacht nicht sicher genug an, deshalb fahren wir zu einem anderen Parkplatz, der in der App angezeigt und als gut befunden wird. Nur die Markierungen der Parkplätze sollten eingehalten werden, da sonst ein Bußgeld droht, denn morgens wird das von der Polizei überprüft. Das ist erstens kein Problem und macht zweitens ein gutes Gefühl, weil die Polizei gegenwärtig scheint. Am Abend genießen wir einen wunderschönen Himmel und ich freue mich auf morgen.


Der Parkplatz ist teilweise von über 50 Wohnmobilen besucht. Wir finden einen schönen Platz mit relativ wenig Nachtbeleuchtung. Am Sonntagmorgen wird der Platz immer voller – na klar, wir sind nicht die Einzigen, die zu dem Flohmarkt wollen. Und dann stöbern wir auf dem Flohmarkt, der ähnlich wie in Bremen, auch gastronomische Stände aber auch viel Gemüse, Obst, Wurst und Käse und Bäckereistände bereit hält. Hier werden Gebäckteile mit Walnussmus angeboten – das will ich probieren! Und die sind sooo lecker…. den Café dazu haben wir uns morgens gemacht und mitgenommen.
Ich finde eine Lavendelpflanze für den Van und einen kleinen Edelstahleimer, der als Übertopf dienen kann. Dirk findet einen Wecker, der uns im Schlafbereich die Uhrzeit anzeigen soll. Was dieser Wecker so drauf hat, erfahren wir erst später…
Außerdem kaufen wir uns eine Chorizo und ein Roggenbrot. Und dann, bei einem Bio-Stand (ich kann es kaum glauben) einen selbstgemachten Cider und einen kommerziellen Bio-Cider. Ich will wissen welchen Unterschied ich schmecke.
Auf dem Rückweg zum Auto kommen wir an diesem Stadion vorbei und ich möchte mal hineinschauen. Dort finden mehrere Basketballspiele statt und wir schauen eine Weile den Frauen zu und dann auch noch kurz den jungen Männern. Auf dem Weg in die Halle sind viele Platten verlegt auf denen die Namen von Olympiasiegern festgehalten werden. Den Rückweg nehmen wir durch den Park und sehen eingezäunte Enten – etwas merkwürdig mutet das an. Ein paar Volieren mit Papageien und Wellensittichen sehen wir ebenfalls. Aber wieso die Tiere hier in relativ engen Volieren gehalten werden, finde ich nicht heraus. Am Ende des Parks landen wir wieder am Meer und dann geht es zurück zum Auto.
Am Nachmittag wird der Platz immer voller – vielleicht 400 Plätze sind zu vergeben und die sind innerhalb von ein, zwei Stunden komplett belegt – was ist hier denn los?!? Dirk findet heraus, dass ein Fußballspiel zwischen Gijón und La Palma ausgetragen wird. Einige ‚Sportbegeisterte‘ feiern das bis in die Nacht aber wirklich störend ist es nicht. Wir bleiben noch eine Nacht und versuchen am nächsten Tag einen Bioladen zu finden. Milchprodukte gab es auf dem ‚Flohmarkt‘ nämlich nicht.
Am nächsten Morgen laufen wir also wieder zum Meer um nach Gijón reinzulaufen. Das Schöne ist, dass der Weg über den Strand eine Abkürzung darstellt, weil wir an einem Ende der Bucht stehen. Auf dem Weg zum Bioladen finden wir einen Eisenwaren Geschäft – das wirklich (fast) alles hat. Hinter der Theke ist so ein alter Apothekerschrank mit unzähligen Schubläden und die enthaltenen Teile sind darauf geklebt. Wir bekommen Karabinerhaken aber einen Zündstein, den wir gerne hätten, den hat auch er nicht. Und nachdem der erste Bioladen auch geschlossen hat, finden wir auf dem weiteren Weg durch die Stadt einen Bioladen und können sogar Bio-Espressobohnen kaufen. Zum Mittag finden wir in ‚La Casa del Café‘ eine typisch spanische ‚Tortilla de Patatas‘ und einen Café.
Wir schlendern durch die Gassen und landen in der Altstadt von Gijon am Plaza Major, laufen zum Meer und sehen: wir sind am anderen ‚Zipfel’ der Bucht. Der Wind ist inzwischen recht stark und wir haben Flut, was dazu führt, dass die Wellen an die Uferpromenade klatschen und ordentlich spritzen. Das sieht wundervoll aus! Dann gelangen wir an einen Bereich, wo zwischen Meer und Uferpromenade noch Strand ist und ich möchte im Sand laufen – das ist viel angenehmer für die Füße.




Am Auto angelangt beschließen wir ein paar Tage auf dem uns bekannten Campingplatz in Deva zu fahren, denn hier ist es wärmer als in anderen Regionen und direkt nach Portugal wollen wir noch nicht.
Also kümmern wir uns mal um unseren Camper. Wir nutzen die Zeit und das gute Wetter um unseren Van zu putzen. Außerdem muss der Kühlschrank ‚überprüft‘ werden. Er kühlt so sehr, dass sich Eiszapfen bilden und wir Tiefkühlkost haben. Das ist eine ziemliche Zirkelei, denn der Kühlschrank muss aus dem Schrank, der Platz ‚im Flur‘ reicht aber kaum zum Hantieren und dann muss er abgestellt werden – aber so, dass die Kabel dran bleiben.
Der Kühlschrank war schon früher problematisch und Dirk hatte ihm einen weiteren Temperaturfühler und ein Relais verpasst. Der Temperaturfühler ‚sagt‘ dem Relais wann es schalten muss und dann springt der Kompressor an. Ist die Zieltemperatur erreicht, schaltet das Relais erneut und der Kompressor kühlt nicht mehr. Offensichtlich ist das Relais hinüber und wird ausgetauscht. Außerdem bekommt es einen besseren Platz, so dass es erstens nicht so warm und zweitens leichter ausgetauscht werden kann. Damit sind wir für diesen Tag fertig – mit den Nerven.
Am nächsten Tag soll die rückwärtige Kamera der Dashcam angeschlossen werden. Dabei wird das Mikrofonkabel der Freisprecheinrichtung anders positioniert und das Kabel besser verlegt. Als nächstes werden Lautsprecher an der Sitzecke montiert und die Kabel verlegt, die ich vor der Auszeit besorgt hatte und ans Radio angeschlossen. Das ,muss natürlich ausprobiert werden und – klingt super!
Ein Stromkabel soll auch noch verlegt werden um die kleine Heizung besser positionieren zu können. Leider muss dafür der Kühlschrank nochmal raus, was schon etwas nervig ist – wieso haben wir da nicht früher dran gedacht?!? Aber gut…. inzwischen bekommen wir auch das ganz gut hin.

Am Freitag, 7.11. soll es fast nur regnen – deshalb fahren wir nach Gijón und besuchen das Aquarium. Wir haben Glück und können die Fütterung der Haie beobachten.

Das war eine schöne Abwechslung und ich habe im Shop ein Buch gekauft – für Tom und Paula. Paula kann mit ihren Spanischkenntnissen Tom das Buch ‚vorlesen‘. Es ist ein Bilderbuch mit einigen, wenigen Beschreibungen. Ich freue mich schon darauf die beiden Enkel dabei zu beobachten. Da sich das Wetter gerade hält, laufen wir noch durch die Altstadt von Gijón. Hier soll Samstag und Sonntag ein Kunsthandwerk- und Biomarkt stattfinden. Auch deshalb sind wir so lange an diesem Ort geblieben. Wir laufen eine ganze Weile durch die Gassen und da wir mal wieder ‚zu unserer Zeit‘ nichts zu Essen im Restaurant bekommen, laufen wir zurück zum Auto. Da haben wir aber einige Kilometer erlaufen….
Am Samstag soll es also auf den Markt gehen. Und wir laufen auch diesmal von ‚unserem Parkplatz‘ los. Leider geht es mir an diesem Tag sehr schlecht. Ich möchte trotzdem zum Markt aber das war keine gute Idee. Als auch noch der Kreislauf schlapp macht, kehren wir zurück zum Auto. Dirk leiht einen Roller, denn ich fürchte, der Weg ist zu weit und wir fahren zumindest etwas über einen Km mit dem Roller. Und dann heißt es erstmal ausruhen. Aber ich kann sehr gut ausruhen wenn Dirk fährt und so verabschieden wir uns von diesem Ort und von Spanien und Dirk fährt uns Richtung Porto.
Viel wärmer wird es dort nicht sein aber die Nächte sind nicht so kühl und das macht einiges aus. Ganz nach Porto schaffen wir es an diesem Tag nicht und so halten wir in Ponferrada. Hinter einer Tankstelle gibt es hier einen Stellplatz und der überrascht uns schon, denn diese Tankstelle hat einen kompletten Supermarkt. Mit frischem Brot und Baguette, Obst und Gemüse. Und die (sehr sauberen) Toiletten dürfen benutzt werden – es gibt sogar Duschen. Als wir am Abend nochmal dorthin gehen stellen wir fest, dass die Tankstelle ein Restaurant und eine Bar betreibt und es ist rappelvoll. Von all dem bekommen wir hinter der Tankstelle gar nichts mit, der Parkplatz grenzt an eine Bahnlinie und an eine Grünfläche. Ich höre in der Nacht keine Bahn, Dirk hört zweimal was. Schwerhörigkeit kann auch Vorteile haben…
Am nächsten Morgen sehen wir wenig von der Umgebung, denn es ist sehr nebelig.


Der nächste Halt ist Villa Cha, 23 Km von Porto entfernt. Hier wollen wir die angekündigten Sturm- und Regentage verbringen und ich kann mich ausruhen. Villa Cha liegt direkt am Meer und vom Campingplatz sind es 300m. Dorthin haben wir in einer Regenpause auch einen Spaziergang gemacht und waren erstaunt, dass das Café geöffnet hatte. Denn wirklich viel ist hier gerade nicht los. Auch wenn es schöner wäre bei Sonnenschein und 19 Grad – ich bin über diese Pause sehr froh.


Allerdings haben wir ständig ein Auge auf die Wetter-App und heute (Freitag) hat es eine wirklich heftige Sturmböe gegeben… ich hoffe die Nacht bleibt ruhig. Der ständige Regen wird vom Boden immer noch gut aufgenommen und Sonntag soll das Wetter besser werden. Auf diesem Campingplatz fühlen wir uns aber sehr wohl.