18.11. Dieses sehr nasse, sehr stürmische und kühle Wetter dauerte jetzt eine Woche. In dieser Woche habe ich oft nicht gut geschlafen. Wir haben aber vergleichsweise Glück gehabt, denn in Albufeira hat ein Tornado einen Teil des Campingplatzes verwüstet und es gab ein Todesopfer. Und in Lissabon ist ein Ehepaar durch die Regenmengen und der Überflutung ihres Hauses ums Leben gekommen. An einem Tag fegte über unseren Campingplatz auch so etwas wie ein mini Tornado. Die Mülltonnen fegten über den Platz und und unser Van schaukelte gefährlich. Aber am Montag schien endlich wieder die Sonne bei 19 Grad und ohne Wind.
Ein guter Tag um nach Porto zu fahren. Dafür nehmen wir ‚Uber‘ um zur Metro-Station zu kommen. Die Metro bringt uns in 40 min nach Porto. In Porto möchte ich zunächst einen Stoffladen aufsuchen – ein Pulli will ausgebessert werden. Anschließend schlendern wir durch die Straßen und sehen viele schöne und interessante Geschäfte. In einem Geschäft wurden die alten Gleise im Boden erhalten – das sieht sehr urig aus.

Vor einem anderen Geschäft sehe ich so einen Automaten und bin neugierig – was gibt es denn da zu holen? Und ich staune nicht schlecht, als ich Ohrstecker aus Holz entdecke. Die sind eigentlich nicht ganz billig. Deshalb erlaube ich mir den Spaß und ‚ziehe‘ eine Kugel. Richtig cool – Ohrstecker aus Holz und Metall – die schicke ich meiner Tochter zum Geburtstag. Mehr als Gag gedacht, denn ich bin mir nicht sicher ob grün und gelb zu ihren Outfits passt.
Wir besuchen natürlich auch den Markt Bolhão und genießen dort Fisch, Pastel de Nata und Café. Der Markt wird in jedem Reiseführer angepriesen – ich war nun zum zweiten Mal dort und finde andere Märkte schöner. Dieser ist sehr steril und auf Touristen ausgerichtet, von denen wir eine Menge erleben. Gleich neben uns sitzen zwei Frauen, die von einem Meeting bei Daimler auf deutsch erzählen… arbeiten kann man hier also auch…
Zur ‚Ponte Dom Luis I‘ möchten wir natürlich auch. Aber rübergehen ist mir heute nicht geheuer. Schließlich ist es der erste größere Ausflug seit es mir nicht so gut ging und wir sind schon einiges gelaufen. Zudem kühlen die Temperaturen am Nachmittag schnell runter. Also kehren wir auf halber Brücke zurück, schlendern an der Promenade entlang und setzen uns für einen Orangensaft in die Sonne – besser gesagt in den Schatten.



Dann beschließen wir, uns mit Bolt zur Metro-Station zu bringen. Als wir am Campingplatz ankommen, ist es fast dunkel – aber was für ein Himmel!

Am nächsten Morgen spüre ich die Anstrengung in den Waden. Alter Schwede… das ist ein harter Muskelkater. Und er wird mich die nächsten Tage begleiten…
Wir genießen die Sonne und das Meer und ruhen uns vom gestrigen Tag aus.

Dann fahren wir weiter Richtung Lagos in den Süden Portugals, denn es soll kühler werden.
Mit einem Zwischenstopp landen wir auf einem Stellplatz kurz vor Lagos und als wir uns am nächsten Morgen unseren Café zubereiten wollen, ist das Gas alle… nebenan steht ein Niederländer, der uns unseren Café zu Ende kocht – was für ein Glück! Ohne Café ist ein Frühstück nicht vollständig.
Wir brauchen also Gas. Im Web finden wir den Hinweis auf eine Werkstatt, die Gasflaschen auffüllt und die ist gar nicht mal so weit weg. Außerdem hatte ich im Netz eine Ölmühle gefunden, die hervorragendes Olivenöl presst – und die Zeit der Olivenernte ist ja jetzt gerade. Auch diese ist nicht zu weit weg also machen wir uns auf den Weg. Die Werkstatt in Bouliqueime fahren wir als erstes an. Wenn das nämlich nicht funktioniert müssen wir uns etwas anderes ausdenken. Als wir dort ankommen, werden wir sehr schnell verstanden, ein Adapter wird zur Tankstelle mitgenommen und nach 3 Min haben wir eine volle Gasflaschen – was für ein Erfolg! Dann geht es weiter nach Santa Catarina und dort herrscht ein Höllenlärm und es stehen viele Autos (kleine Pickups) herum mit der Olivenernte.


Es geht zu wie bei uns bei der Mosterei. Oliven rein, pressen, Kanister mit Olivenöl raus. Ich hätte sooo gerne… aber wohin damit? Und drei Monate Olivenöl transportieren ist auch keine gute Idee. Ich frage also ob die auch nach D versenden? Ich soll im Februar bestellen – das geht alles. Wir nehmen eine Flasche für den aktuellen Gebrauch mit. Und als ich versuche auf der Webseite zu bestellen, stelle ich fest, dass das nur sehr rudimentär funktioniert. Ich erhalte auf meine Anfrage auch keine Antwort. Aber wir kommen hier nochmal vorbei, kurz bevor es nach Marokko geht! Mal sehen… Jedenfalls wird das Öl gleich probiert – und schmeckt wirklich sensationell fruchtig und kein bisschen bitter.
Weiter geht es nach Loulé, hier finden wir bestimmt eine Markthalle. Als wir die Straßen entlanglaufen erkennt Dirk, dass wir hier schon einmal Fisch gegessen haben. Und die Markthalle sieht aus wie bei unserem letzten Besuch. Es ist Mittags und die meisten Stände sind geschlossen.
Ich finde eine kleine Pastelaria aber die Auswahl ist leider nicht so groß. Wir essen trotzdem ein Croissant Misto und laufen dann weiter. Als wir an einer anderen Pastelaria vorbeikommen und die schönen Pasteis sehen, können wir leider nicht anders … und probieren auch mal ein anderes Gebäck. Erwähnte ich schon, dass das hier nichts für Leute ist, die es nicht süß mögen?
Wir finden aber auch noch einen Bioladen und füllen unsren Vorrat auf. Bioläden sind in D ja auch nicht günstig. Hier sind sie (gefühlt) noch teurer und was bei uns kleine Bioläden sind, wird hier schon Mercado genannt. So etwas wie Alnatura oder Aleco gibt es nicht.
Jetzt aber einen Platz für die Nacht finden. In Lagos gibt es einen Campingplatz ziemlich nah am Meer, da fahren wir hin und kommen im Dunkeln an. Deshalb stellen wir uns ‚irgendwo hin‘ und stellen am nächsten Morgen fest, dass dieser Platz von vielen ‚Auswanderern‘ oder ‚Dauercampern‘ bewohnt wird. Die Anlage sieht nicht sehr gepflegt aus und wir fühlen uns nicht sehr wohl. Trotzdem bleiben wir und wollen in die Altstadt. An einem Geldautomaten will Dirk eben Geld holen. Erst kommt eine Meldung, dass die Bank anscheinend nicht kontaktlos ‚Geld abheben lässt‘. Also Karte eingesteckt und nochmal… und dann … bleibt die Karte stecken! Es geht nicht hin und nicht her, es hilft alles nichts, die Karte steckt im Automaten. Dirk ruft bei der Service-Hotline an, die natürlich auf portugiesisch losquatscht. Dann rufe ich dort an… beim 3. Versuch verstehen wir, dass wir für englisch die 2 drücken sollen. Aber auch das hilft nicht weiter. Also sperrt Dirk seine Karte und steckt in den Automaten noch seine Visitenkarte, mit dem Hinweis, dass er auf dem Campingplatz zu finden ist. Ich kann mit meinem Handy und Kreditkarte kontaktlos Geld abheben. Mit gedämpfter Stimmung geht es nun durch die Altstadt zum Markt, auf dem die Kleinbauern ihre Produkte anbieten. Da steigt die Stimmung dann auch wieder und wir erstehen Mandeln, Feigen und etwas Gemüse.

Neben dem Markt gibt es einen Bioladen mit Café und wir übersehen das fast, weil der Laden so unscheinbar ist. Also trinken wir hier einen Café und essen ein Sandwich. Unseren Kaffeevorrat können wir hier auch auffüllen.
Dann geht es zurück durch die Altstadt, wir machen noch eine Pause mit Orangensaft, denn es geht auch hier heftig bergauf und bergab. Zurück am Platz beschließen wir, nach einer kleinen Pause, zum Meer zu laufen und genießen dort den Sand, das Rauschen der Wellen und die letzten warmen Sonnenstrahlen.



Am nächsten Tag fahren wir weiter auf der Suche nach einem Platz an dem wir es gut aushalten können. Auf dem Weg halten wir in Portimão. Wir wollen ein Café aufsuchen und Wäsche waschen. Beides gelingt uns ‚vorzüglich‘. Sogar die Bettwäsche ist nun wieder frisch und wird auch gleich aufgezogen.
In Figueira (das ist nicht Figueira Da Foz), einem kleinen Ort nördlich von Alvor finden wir einen Stellplatz mit Dusche. Die Plätze sind zwar ziemlich eng aber wir stellen uns etwas abseits und haben genügend Platz und Sonne und Grün um uns herum. Auf dem Nachbargrundstück wird mit einem kleinen Motorpflug ein Feld umgegraben. Wir haben aber genügend Platz um dieser ‚Störquelle‘ aus dem Weg zu gehen.

Ich schreibe Geburtstagskarten und finde in Alvor eine Post, denn ich benötige neben Briefmarken auch noch einen Umschlag. Zur Post in Alvor lassen wir uns von der App führen… manchmal ist das keine so gute Idee. Die App führt mich durch sehr enge Straßen und sehr enge Kurven – ich überquere einmal die Fußgängerzone und lande in einer Straße mit 7% Gefälle in der ich auf der linken Seite eine Parklücke sehe. Meine Güte… was für eine Zirkelei. Mir steht der Schweiß auf der Stirn als ich in der Parklücke stehe und dann steht neben mir die Polizei. Die fuhren hinter uns und mussten warten bis ich eingeparkt hatte. Die beiden Herren heben beide den Daumen: Gut gemacht – so kannst du stehen bleiben, scheinen sie zum Ausdruck bringen zu wollen und ich bin glücklich. Nun also zur Post – zum Glück gibt es hier auch Umschläge. Die richtige Größe zu finden ist nicht so schwer aber es steht ‚national‘ drauf. Hm… andere sehe ich nicht. Und wieso steht das da drauf? es kommt doch darauf an wie der Brief frankiert wird und welche Adresse draufsteht – oder?
Also nehme ich den Umschlag, packe alles hinein und klebe ihn auch gleich zu, Adresse rauf und zum Schalter. Tja, der ist aber für ‚national‘ – und als ich mich umdrehe, sehe ich auch, dass die ‚international‘- Briefumschläge auf der Stirnseite zu finden sind. zum Glück geht es auch so, was ich mich Nachhinein darin bestätigt, dass es eher darauf ankommt… s.o.
Hier in Alvor gibt es einen Campingplatz auf dem wir schonmal gestanden haben. Den wollen wir uns zu Fuß ansehen – vielleicht können wir doch näher am Meer stehen?
Dieser Campingplatz ist eher ein Kleingartengebiet. Sehr viele Dauercamper, alles sehr sauber aber für Camping Vans nicht viel Platz. Nein, wir bleiben in den Bergen – etwas nördlich von Alvor.
Auf diesem Platz stehen wir nun schon 4 Tage. Heute genießen wir nochmal die Sonne und die Ruhe. Morgen geht es nach Aljezur zum Süßkartoffelfest.