Das Süßkartoffelfest in Aljezur war ein Reinfall! Leider haben wir nur eine große, eingedeckte Festhalle entdecken können und im Eingangsbereich eine Band, die gerade ihren Soundcheck machte. Ohrenbetäubender Lärm – anders kann ich das nicht bezeichnen. Vor der Festhalle haben wir einige kleinere Maschinen für die Landwirtschaft gesehen.
Keine Spur, nicht mal die kleinste Spur von Süßkartoffeln. Und ich hatte mir vorgestellt, dass wir dort haufenweise Stände vorfinden mit den unterschiedlichsten Angeboten und Darreichungsformen von Süßkartoffeln – Fehlanzeige!
Na gut … dann fahren wir eben weiter. Allerdings brauche ich noch eine Post. Die nächsten Geburtstage stehen an und ich will wenigstens Briefe versenden. Bei der Gelegenheit schauen wir neben der Markthalle in einen kleinen Imbiss. Dort essen die Einheimischen und wir bestellen uns eine Suppe. Was für eine gute Idee! So einfach und so köstlich. Einen Café gibt es dort auch noch, dann geht es zur Post. Schade, dass die Hauptstraße, an der die vielen kleinen Geschäfte und auch ein Bioladen angesiedelt sind, so schmal ist, dass der Fußweg auf der einen Seite teilweise nur 50 cm breit ist. Wir finden die Post und fahren dann weiter Richtung Lissabon. Wir haben Lissabon in unserem letzten Portugal-Urlaub schon einmal besucht und wissen, dass es in Seixal einen super Parkplatz gibt auf dem wir stehen können. Von dort aus nehmen viele Portugiesen die Fähre nach Lissabon um zur Arbeit zu kommen. Dort wollen wir uns wieder hinstellen, doch zu unser Überraschung gibt es an diesem Ort nun auch einen Stellplatz für Wohnmobile. Da wir erst um 19:00 Uhr ankommen, sind alle Plätze belegt. An der Seite finden wir aber einen Platz auf dem wir niemanden behindern und dort stellen wir uns hin. Nach uns kommen noch mehrere Fahrzeuge, eins stellt sich vor uns, eins hinter uns aber es wird trotzdem niemand behindert und am nächsten Morgen stellen wir uns auf einen freien, ausgewiesenen Platz. Dann wird ein Geburtstags-Videocall mit Jelka gestartet und ich erfahre, dass auch diese Geburtstagspost rechtzeitig angekommen ist. Darüber freue ich mich, weil das doch schwer einzuschätzen ist und weil es nicht immer einfach ist eine Post und die nötigen Utensilien zu finden.
Danach machen wir uns auf den Weg zur Fähre. Wir wollen auf einen Flohmarkt. Die Fähre fährt am Samstag aber nicht so oft, so dass wir erstmal ziemlich lange warten müssen. Auch in Lissabon kann man viele Höhenmeter machen und das ermüdet schnell. Deswegen lassen wir uns zum Flohmarkt fahren. Und diese Idee ist auch ganz gut – es wäre ziemlich weit gewesen und mittlerweile ist es schon 11:00 Uhr. Der Flohmarkt am Feira da Ladra erstreckt auf etwas über zwei Km.




Das ist überschaubar. Nachdem wir die Stände ausgiebig betrachtet haben, lassen wir uns bei einem Restaurant inmitten der Flohmarktstände nieder. Das daran angrenzende Gebäude beherbergt viele kleine Antiquitätenläden, die sich ebenfalls in den Flohmarkt integrieren. Im Restaurant gibt es ein paar gute Mittagsgerichte und die Menschen, die bereits anstehen um einen Tisch zu ergattern, werden geschickt nach und nach an freiwerdende Tische gelotst. Es herrscht ein reges Treiben und ich bewundere die Angestellten, die das hier ziemlich gut ‚im Griff’ haben. Gut gesättigt geht es für uns auf den Campo de Santa Clara und wir genießen die Aussicht in diesem sehr kleinen Park mit einem Imbiss, der ebenfalls an den Flohmarkt grenzt.

Wir beschließen, uns durch Lissabons Straßen treiben zu lassen – der Stadtteil Braca bietet schon schöne Einkaufsstraßen und führt auf den Weihnachtsmarkt Praca dom Pedro IV. Das sieht fast aus wie bei uns – viele Naschereien und viele, warme, alkoholische Getränke. Wir können nicht widerstehen und kaufen etwas Nougat mit Nüssen, wollen nun aber unbedingt zur Fabrica de Nata. Dort haben wir bei unserem letzten Lissabon-Besuch die besten Pastel de Nata gegessen. Und wir finden die Frabrica, zu den Pastel gibt es natürlich einen Café.
Die Unglücksstelle mit der Bahn liegt auf der anderen Seite des Platzes – dort möchte ich nicht hin. Zurück zur Fähre gehen wir noch am Elevator de Santa Justa vorbei und treffen dabei die berühmte Linie 28. Ziemlich erledigt und ausgepowert kommen wir am Fährhafen an und fahren zurück zum Stellplatz.


Am nächsten Tag wollen wir noch zwei Märkte besuchen – deshalb gehen wir früh schlafen. Inzwischen kennen wir auch den Fahrplan und wollen am nächsten Morgen um 09:00 Uhr die Fähre bekommen. Deshalb geht es ohne Café zur Fähre. Das Ticket müssen wir heute am Automaten kaufen, der Schalter ist nicht besetzt. Auch einen Café gibt es heute am Kiosk nicht und so suchen wir in Lissabon als erstes einen Café. Lissabon sieht heute ‚merkwürdig‘ aus. Vor dem Bahnhof stehen viele Polizisten und die Straßen sind abgesperrt. Da wir nicht genau wissen wo uns ein Wagen abholen darf, entscheiden wir zunächst mit dem Roller ein Stück zu fahren. Das ist kein leichtes Unterfangen: Die Straßen sind teilweise sehr holprig, die Gleise wollen auch oft überquert werden und Dirk hat einen ‚schwachen‘ Roller erwischt, der die Steigungen nur mit Unterstützung schafft. Nach 5 Km lassen wir die Roller stehen und lassen uns zum Feira do Relógio fahren.
Was für ein Markt! Dieser Markt erstreckt sich über 3 Km in zwei Reihen, so dass wir dort 6 Km laufen. Etwas Obst, Gemüse und Mandeln kaufen wir und wollen dann auch etwas essen. Das wird allerdings zunächst ein Reinfall! Was die Portugiesen so essen ist echt haarsträubend. Ich beschreibe es mal so: Fett auf Brot mit Zwiebeln… es schaudert mich beim Schreiben noch. Am Stand nebenan gibt es etwas schmackhafteres und dann schlendern wir zum Ende des Marktes und lassen uns dort abholen. Es soll zur LX Factory gehen, einer alten Fabrikanlage, die zu einem kulturellen Ort mit Gastronomie, einigen Einkaufsläden und einer Bibliothek umgestaltet wurde. Auch Popup-Läden finden sich hier und Sonntags findet hier zudem ein Kunsthandwerksmarkt statt.



Wir schauen uns alles an, suchen dann noch einen Ort für einen Café und finden eine ‚Charcuteria Doce‘. Diese süße Wurst ist im Prinzip ‚Kalter Hund‘ in Form einer Salami und hier in den verschiedensten Geschmacksrichtungen zu bekommen. Ich probiere eine Scheibe mit Cappuccino-Geschmack, Dirk eine mit Churros-Geschmack. Ich kann diese ‚Schoko-Bombe‘ unmöglich aufessen und nehme den Rest mit.
Jetzt sind wir aber wirklich mal wieder satt, nicht nur vom Essen sondern vom Laufen und Erkunden und Betrachten, deswegen lassen wir uns abholen und es geht zurück zur Fähre.
Da wir nicht noch eine Nacht auf diesem Stellplatz stehen wollen, hatte ich am Tag zuvor bereits einen privaten Stellplatzanbieter kontaktiert und einen Platz gebucht. Als wir dort ankommen, sieht es aber wenig einladend aus – dort möchte ich nicht stehen, denn schließlich habe ich morgen Geburtstag und da möchte ich doch ein schönes Umfeld haben. Also suchen wir einen anderen und finden einen Campingplatz den wir ansteuern. Dieser liegt am Meer ganz in der Nähe von Setúbal. Inzwischen ist es dunkel aber wir dürfen uns einen Platz aussuchen und fahren erstmal auf den Campingplatz. Ein Platz direkt am Meer ist noch frei und den nehmen wir. ‚Direkt am Meer‘ ist etwas irreführend, denn ein Zaun trennt leider den Campingplatz vom Meer. Trotzdem scheint es hier sehr schön aber das sehen wir erst am nächsten Morgen.
