Heute ist der 08.01.2026
Zweidrittel der Auszeit sind vorüber. Die letzten Wochen waren teils prall gefüllt von Erlebnissen und teils sehr erholsam, weil nicht viel passierte. Aber was ist seit unserem Aufbruch vom Campingplatz bei Lagos passiert?
In Olhão am 19.12. haben wir einige Schwierigkeiten einen guten Platz auf dem Campingplatz zu finden. Bei der Anmeldung heißt es nur ‚suchen Sie sich einen Platz aus‘ – das klingt erstmal super! Aber hier steht alles dicht an dicht und zu einigen Plätzen kommt man gar nicht. Die anderen sind zu nass, zu dunkel oder zu schräg. Dann haben wir doch noch einen Platz gefunden, an dem wir uns für diese eine Nacht wohl fühlen und keinen direkten Nachbarn haben. In dem kleinen Supermarkt des Campingplatzes kaufen wir etwas ein, denn ich möchte gerne mal eine Quiche in unserem Omnia Backofen machen. Das klappt auch relativ gut… und wir lernen dazu, dass der Boden etwas mehr Zeit zum Vorbacken benötigt.
Am 20.12. wollen wir auf den „Zigeunermarkt“ in Tavira. WOW der ist schon ganz schön groß und beim Anblick der vielen schönen südländischen Bäume der Baumschule, denke ich darüber nach, wie es wäre hier einen Garten zu bewirtschaften. Diese Gedanken sind schon Entspannung pur. Was ich alles in meinem Garten bei Tavira anbauen könnte: Meine Orangen-, Limetten- und Kumquatbäume könnten hier im Garten stehen, ich könnte Mandarinen, Sternfrucht, Kiwis und so vieles mehr anbauen. Wir kaufen etwas sehr leckeres ‚Fettgebackenes‘ und fahren weiter nach Lagoão.




Hier finden wir einen Campingplatz, der mich weiter träumen läßt: unter Mandarinen- und Orangenbäumen dürfen wir zwei Nächte verbringen. Bevor wir fahren, sammeln wir etwas Fallobst und ich schieße noch ein paar Fotos von diesem grandiosen Platz auf dem wir zwischen Obstbäumen standen, und Hühner herumliefen!


Nun schreiben wir schon den 21.12. – der Weg nach Marina del Este, wo wir bei und mit Doris Weihnachten und Silvester verbringen wollen, ist schon etwas weiter und ich möchte dort entspannt ankommen. Außerdem haben wir noch zwei ‚Aufgaben’: erstens soll ein Päckchen nach Bremen gesendet werden und zweitens will ich doch gerne schon von dem exzellenten Olivenöl etwas kaufen. Zunächst benötigen wir also eine Post und dann geht es nach Santa Catarina zur Olivenölpresse. Dort angekommen, geben wir im Büro unsere Bestellung auf – und sollen in Bar bezahlen. Ach du Schreck, damit haben wir nicht gerechnet. Es geht also zu Fuß ins Dorf um Geld zu ‚organisieren‘. Die Bank, die wir finden, zahlt kein Geld aus… grrr… wir sollen es doch bitte am Automaten versuchen aber sie weiß nicht ob es dort funktioniert.

Puhhh… wir bekommen das begehrte Geld am Automaten, gehen zurück zur Olivenölpresse und da steht unsere Bestellung bereits abgepackt und wartet auf uns. Dieses hier ist nicht für uns – sieht aber urig aus!
Nun geht es über die Grenze nach Spanien und wir verabschieden uns vorerst von Portugal. Auf dem Weg nach Marina del Este werden wir uns noch einen Zwischenstopp suchen. Gegen Abend kommen wir an einem, von anderen Campern angezeigten Parkplatz. Dort möchte ich nicht stehen, denn er liegt direkt an einer Straße, es lungern viele Katzen herum und insgesamt fühle ich mich richtig unwohl an diesem Ort.

Also fahren wir weiter. In die Dunkelheit und in die Berge. Das ist teilweise ziemlich anstrengend, mit Auf und Ab und vielen Kurven verbunden.
Dann finden wir, ziemlich entnervt, den Parkplatz in den Bergen. Zwei Camper stehen hier schon und wir sind so richtig überrascht! Jedes Fahrzeug hat seine eigene Parkbucht mit eigenem Wasseranschluss. Am nächsten Morgen entdecken wir, dass es sogar für jede Parkbucht eine Entsorgung für die Toilette gibt und Strom – an der Rückseite des ‚Versorungsblocks‘. WOW – das haben wir so bisher nicht gesehen und es scheint einzigartig.


Wir fahren weiter und halten in Nerja kurz um Grundnahrungsmittel einzukaufen. Mit Doris hatten wir abgesprochen wer was ‚mitbringt‘. Und dann sind wir gegen 16:00 Uhr an einem Sehnsuchtsort, denn vom Balkon aus können wir auf das Meer schauen. Hier mal ein Sonnenaufgang:
Es wird hier nebenan (leider) gerade gebaut aber wegen der Feiertage wird es auch genügend Zeit geben den Ausblick zu genießen. Von Doris bekommen wir das große Schlafzimmer und können hier sogar den Sonnenaufgang über dem Meer direkt vom Bett aus sehen. Da die Nächte recht kühl sind und die Tag teilweise regnerisch, wird es zu Routine, abends eine Wärmflasche mit ins Bett zu nehmen. Aber dann ist es auch wirklich richtig kuschelig warm.
Unsere Weihnachtsdeko besteht aus einer kleiner ‚Mitteldecke‘ (meine Kolleginnen werden sich erinnern – die mit Keksmuster) und ein paar goldenen Christbaumkugeln, die Doris beisteuert. Ein paar Teelichter runden unsere Deko ab. Es ist herrlich unkonventionell und ohne jegliche Erwartungen. Zum ‚Weihnachtsessen‘ wurde noch ein Freund geladen und um 23:00 Uhr endet dieser wunderschöne Weihnachtstag.

Am ersten Weihnachtstag gehen wir zum Strand. Ich weiß, dass ich hier Meerfenchel finden werde und die Idee, Steine als Seifenablage zu nutzen, gefällt mir so gut, dass ich auf die Suche nach geeigneten Steinen gehe.


Abends fahren wir in die Berge nach Lentegi um eine Flamenco-Aufführung zu besuchen. Der Weg dorthin ist unendlich kurvig, eng und teilweise ziemlich steil. Im Ort angekommen gehen wir zu Fuß wieder steile Wege entlang bis wir zur Community-Hall gelangen. Eine kleine Bühne, ein rustikaler Tresen und dazwischen gefliester Boden. An einer Seite des Raumes stehen Gartenstühle- und Tische – wer auf einem Stuhl sitzen möchte, holt sich einen. Die Veranstaltung sollte um 20:00 Uhr beginnen und hier in den Bergen war es noch kühler als am Meer. Von anfangs 9 Grad kühlte es in eineinhalb Stunden auf 6 Grad herunter.
Die Flamenco-Vorführung bestand zunächst aus viel archaischem Gesang bis eine Tänzerin zu dem Gesang tanzte. Die MusikerInnen verstanden es ausgezeichnet das Publikum einzubeziehen, so dass teilweise der ganze Saal mitsang. Diese Vorführung hatte nichts mit den Vorstellungen für Touristen gemein. Hier waren in erster Linie die Dorfbewohner und frönten einem Brauch.



Nach dieser Flamenco-Vorstellung sollte noch eine Rockband spielen aber wir waren durchgefroren und es war sehr laut, so dass wir gern auf Doris‘ Vorschlag eingingen, ‚nach Hause‘ zu fahren.
Erwähnte ich schon den wunderschönen Sonnenaufgang über dem Meer? Dirk hat sich einen Spaß gemacht und durch die Laterne auf dem Balkon die aufgehende Sonne fotografiert.

Der 26. Dezember ist in Spanien kein Feiertag und so begannen die Bauarbeiten nebenan. Der Lärm hielt sich aber in Grenzen und Doris wusste, dass um 10:00 Uhr Pause gemacht wird. Ich hatte endlich mal wieder eine Facetime-Verbindung mit Kindern und Enkeln. Das tut sehr gut! Und dann wurde Wäsche gewaschen und der Rest des Tages ausgeruht.
La Herradura ist das nächste Dorf und etwa 3 KM von unserem Standort entfernt. Es geht aber arg den Berg rauf und runter, so dass wir einen sportlichen Weg hatten. In La Herradura kauften wir etwas ein und tranken einen Café. Eigentlich wollten wir schon am 25. mit Doris essen gehen und uns für den Aufenthalt bei ihr bedanken aber wir hatten so viel vom 24. übrig, dass es ein paar Tage dauerte. Nun war es soweit und Doris zeigte uns eines ihrer Lieblingsrestaurants in Almuñecar. In der Bodega Francisco mussten wir etwas auf unseren Tisch warten und erhielten eine Tappa und einen Vermouth rosso, dann haben wir ein wundervolles Menü genossen und zum Abschluss einen Espresso.

Da Doris in einer Wohnung ein Sofa hat, welches ausgebessert werden soll, schauen wir uns das gemeinsam an um zu entscheiden ob es für den Transport vielleicht in unseren Van passt. Das passt leider wegen der Schränke über unserem Bett nicht und so beschließen wir ein Auto zu mieten.

Zunächst genießen wir einen ruhigen Abend und am nächsten Morgen bei herrlichem Sonnenschein um 10:00 Uhr ein fantastisches Frühstück auf dem Balkon – ich sag‘s euch: mein Sehnsuchtsort!
Dann nimmt uns Doris mit nach Almuñecar. Wir schlendern durch die Straßen und zu einem Woll-Laden, trinken Espresso und wollen etwas einkaufen. Also zum Bioladen und was es hier nicht gibt wird bei Lidl oder Aldi besorgt. Dann wollen wir mit dem Bus zurück aber es ist nicht so leicht herauszufinden welchen Bus wir nehmen müssten damit wir in Marina del Este landen. Deshalb nehmen wir ein Taxi – diese Entscheidung war goldrichtig für uns.
Am nächsten Tag gehen wir das Projekt ‚Sofatransport‘ an. Da Doris ein so großes Auto nicht fahren möchte, fahre ich es. Die Straßen sind etwas unübersichtlich, die Fußgänger haben hier absoluten Vorrang und so fahre ich sehr vorsichtig zur Wohnung und parke das Auto.

Nachdem wir das Sofa aus der Wohnung im 3. Stock geholt hatten und mit Dirk in den Fahrstuhl verfrachtet hatten, gingen Doris und ich die Treppen hinunter und warteten darauf, dass der Fahrstuhl ankäme. Es dauerte merkwürdig lange, aber dann kam er endlich und die Tür öffnete sich, der Fahrstuhl war aber leer!!! Hä?!? Wie geht das denn? Wir haben Dirk doch im Fahrstuhl mit Sofa gesehen? Des Rätsels Lösung:
Jemand hatte den Fahrstuhl in den 8. Stock ‚gerufen‘ bevor Dirk den Knopf für das Erdgeschoss gedrückt hatte. Er fuhr also nach oben, dachte er wäre angekommen und stieg mitsamt dem Sofa aus. Dann fuhr der Fahrstuhl sofort ins Erdgeschoss, wo er leer ankam. Dirk hatte ihn natürlich wieder nach oben ‚bestellt‘ als er seinen Irrtum bemerkte und kam dann mitsamt dem Sofa unten wieder an. Dann also das Sofa ins Auto, zum Polsterer, dort in einer sehr engen Straße eine Parklücke finden, das Sofa ausladen und zurück zur Autovermietung. Die begutachteten das Auto kurz und freuten sich, dass keine weitere Beule hinzugekommen war!
Am Silvestertag machten wir einen Spaziergang zum Meer in Marina del Este und ‚untersuchten‘ die Grenze des Bauvorhabens nebenan. Doris hatte erzählt, dass die Bauherren relativ frech mit Grundstücksgrenzen umgehen und wir waren neugierig, denn die Eigentümergemeinschaft ‚besitzt‘ ein Grundstück mit einem Pool, welches aber nicht gepflegt wird. Dort hatte die Eigentümergemeinschaft aber einen Zaun aufgestellt um die Grundstücksgrenze zu betonen. Der Zaun wurde anscheinend teilweise entfernt und Vorbereitungen für eine Mauer wurden getroffen. Ziemlich ärgerlich, wenn Grundstücksgrenzen einfach ignoriert werden und dann auch noch ein Teil des Blickes von diesem Ort auf das Meer versperrt wird.
Den Silvesterabend verbrachten wir mit etwas Fernsehen und dem ziehen von Karten und Runen und gingen um 00:00 Uhr mal auf den Balkon und auch zwei Etagen höher. Da das Treppenhaus aussen liegt, hat man von hier einen schönen Blick Richtung Almuñecar. Sehr viele Raketen wurden hier aber nicht gezündet und so war der Abend für uns bald zu Ende.
Der erste Januar ist für uns ideal um etwas zu putzen. Wir möchten am nächsten Tag weiterfahren und wollen alles sauber und ordentlich hinterlassen! Auch der letzte Abend ist ruhig und sehr gemütlich. Für den nächsten Tag haben wir uns zu einem recht frühen Frühstück gegen 08:30 Uhr verabredet. Ich möchte in La Herradura zum Markt bevor wir weiterfahren und Doris hat auch noch einiges zu erledigen. Es war eine wundervolle Zeit bei dir, herzlichen Dank Doris!

Auf dem Markt in La Herradura kaufe ich ein paar Souvenirs und dann geht es Richtung Algeciras, wo wir die Fähre nach Marokko nehmen werden.
In Marokko möchte ich nicht abends ankommen – obwohl, wenn ich gewusst hätte, wie es dort in Tanger Med aussieht, hätte ich auch das super gefunden. Tagsüber, so meine Idee, könnten wir Delfine auf der Überfahrt in der Meerenge von Gibraltar sehen und hätten viel mehr von der Überfahrt. Also übernachten wir vorher noch ‚irgendwo‘. Und das ‚irgendwo‘ wurde der kleine Jachthafen kurz vor Gibraltar. Der Platz an sich ist nicht schlecht – wir haben gut geschlafen, aber es hat doch einige Zeit gebraucht den Platz zu finden und dann den Weg zur Fähre nach Algeciras. Online habe ich ein Ticket für die Fähre erstanden und dachte, es wäre schlau, nicht gleich am frühen Morgen, sondern die Fähre um 13:00 Uhr zu nehmen. Prinzipiell eine dufte Idee…
Bevor wir die Fähre nehmen, wollen wir noch mal Wasser auffüllen und die Toilette ‚frisch machen‘. Die Tankstelle, die das anbietet finden wir auch aber es regnet in Strömen und wie dieser Versorgungsautomat zu bedienen ist, ist auch nicht intuitiv und auch mit der Anweisung in Bildern nicht leicht zu verstehen – außerdem stehen einige Camper rum, die anscheinend die selbe Idee haben. Endlich verstehen wir, dass der in der Tankstelle gekaufte Jetons erst in den Automaten gesteckt werden darf, wenn alle Lichter erloschen sind. Und das dauert… und es fühlt sich doppelt so lange an im Regen. Endlich sind wir fertig und fahren zur Fähre, das Ticket haben wir ja bereits…