Die komplizierte Überfahrt nach Marokko

Um 12:00 Uhr kommen wir an der Abfertigung an, nachdem wir auf diesem riesigen Gelände bereits zweimal einen Kreisverkehr umrundet hatten und uns dann nochmal von einem Mitarbeiter zeigen lassen mussten wo wir lang müssen und dann, nachdem ich das Ticket auf dem Handy vorzeige, werden wir wieder in eine andere Richtung geschickt. Da es keinen anderen Schalter gibt, landen wir bei dieser Abfertigung ein zweites Mal und werden wieder weg geschickt. Dann endlich begreifen wir, dass wir doch nochmal zum Terminal müssen, wo die Tickets verkauft werden – wir benötigen ein Ticket auf Papier. Meine Güte – wie umständlich ist das denn?!? Und wieso können wir ein Ticket online kaufen, wenn wir es doch in Papierform brauchen? Nun erfahren wir, dass die Fähre eine Stunde Verspätung hat. Beim dritten Anlauf lässt uns der Mensch in seinem Häuschen dann endlich durch und wir landen auf einem Platz in einer Autoschlange. Auf dem Platz stehen bereits etwa 60 Autos… und da standen wir und standen… und fragten uns, was mit unserer Buchung sei, denn es wurde 14:00 Uhr und 15:00 Uhr und endlich um 16:40 dürfen wir auf den nächsten Platz vor der Fähre fahren. Jetzt gehts doch endlich gleich los oder? Nö… wir stehen auf diesem Platz noch eine Stunde und es wird schon dunkel als wir auf die Fähre dürfen. Es hat den ganzen Tag geregnet und so harrten wir in unserem Auto aus, immer in Bereitschaft, denn es könnte ja gleich losgehen. Da hätten wir super schon mal den Reisebericht weiterschreiben können! Beim Entladen der Fähre konnten wir gut sehen, dass die Schwelle zur Rampe sehr groß ist, so dass Autos teilweise aufsetzten und die Rampe so steil, dass ein Campervan wieder rückwärts runter musste – er schaffte die Steigung nicht. Jetzt gehts für mich über diese große Schwelle. Ich hatte mir schon überlegt wie ich das anstellen könnte; ich würde versuchen immer nur jeweils einen Reifen auf die Rampe zu bekommen, das hält den Wagen besser im Gleichgewicht. Und so ging es dann auf die steile Rampe nach oben. Ich hatte etwas Platz zum vorherigen Fahrzeug gelassen um nicht auf der Rampe halten und erneut anfahren zu müssen. Puh… geschafft. Dann oben in der Fähre eine Schleife fahren und es war klar, diese Rampe müssen wir auch wieder runter…

Die Fahrt auf der Fähre verbrachten wir mit der Passkontrolle und der Registrierung unseres Fahrzeugs. Während die Passkontrolle keine Probleme machte, dauerte die Fahrzeugregistrierung ziemlich lange. Na gut, es war eh dunkel und gab für uns draußen nichts zu sehen aber man kann eine Fährfahrt auch anders verbringen als darauf zu warten, dass das Programm oder das Internet oder was auch immer wieder funktioniert. Der Mitarbeiterin war es allerdings auch ziemlich unangenehm und sie entschuldigte sich mehrmals. Nach über einer Stunde auf der Fähre hätte ich frische Luft gut gebrauchen können. So langsam ging mir das Geschaukel auf den Magen. Draußen war es aber dunkel und nass und kühl – keine guten Voraussetzungen um mal eben raus zu gehen. So standen wir an einer Tür die nach draußen führte und schnappten etwas Luft und dann ging Dirk doch auch mal an die Reeling und ich auf eine Stufe der Treppe die nach oben führte. So sahen wir die Lichter Marokkos und es dauerte auch nicht mehr sehr lange bis der Hafen zu sehen war.
Wir sind dann, sobald die Fähre begann in den Hafen einzulaufen, schon zu unserem Auto gegangen und ich war doch überrascht, dass die Fähre nicht sehr voll war mit Autos. Nun also die Rampe wieder runter und unten wieder auf die Schwelle achten, schön einen Reifen nach dem anderen über die Schwelle bringen und dann weiter zur Einreisekontrolle. Nochmal die Pässe zeigen und dann bitte mal die Hecktüre auf und zur Seite treten, denn ein Drogensuchhund (oder wie heißen die?) darf mal bei uns ‚reinschnuppern‘ – findet aber nix.
Auf der Fähre hatten wir eine Frau getroffen, die in den letzten Jahren öfter in Marokko war und diesen Grenzübergang kannte. Sie musste eine weitere Kontrollschleife fahren und ihr Auto wurde geröntgt. Aber sie hatte uns erzählt, dass man auf dem Parkplatz hinter der Kontrolle gut stehen und auch die Nacht verbringen könnte und das machen wir auch, denn es ist inzwischen 20:30 Uhr und so brauchen wir keinen Platz zu suchen. Am nächsten Morgen verlassen wir den geschützten Bereich des Hafens, fahren Richtung Tanger Med und nutzen eine Regenpause um uns erstmal Geld an einem Bankautomaten zu ziehen. 

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