Zurück in den Süden fahren wir wieder am Atlantik entlang – wir wollen nach Sidi Ifni, wo es uns ganz gut gefallen hat und wo es warm war. Auf dem Weg landen wir diesmal auf einem Campingplatz, der sehr einfach aussieht. Und zu erreichen ist er über einen durchnässten Feldweg am Rande der Dünen, so dass ich schon wieder befürchte wir könnten im Schlamm oder im Sand stecken bleiben. Aber wir kommen sehr gut auf den Platz und stellen uns zu den anderen Campern – Ansprüche haben wir nicht, wir wollen am nächsten Tag gleich weiter. Aber dann bekommen wir, sehr überraschend, am nächsten Morgen ein kleines, marokkanisches Frühstück – im (sehr günstigen Preis) inbegriffen. WOW!

In Oualidia wollen wir eine kleine Pause machen… aber der Ort sieht so touristisch aus, dass ich darauf keine große Lust habe… also fahren wir weiter. Zwischendurch muss ich immer mal anhalten, wenn ich irgendwelche Pflanzen sehe, die ich nicht kenne.
Weiter geht es über Agadir und Taroudannt nach Sidi Ifni. Dort kaufe ich auf dem Markt ein typisches Berbertuch – das ‚einkleiden ist für mich aber eine Herausforderung. Auf dem Weg haben wir uns auch 2 Tajines gekauft und ich war schon darauf eingestellt handeln zu müssen aber der gute Man verlangte pro Tajine 15 Dirham (etwa 1,50€). Da kann ich nicht handeln, bei dem Preis bezahle ich und freue mich. Die Preisgestaltung ist in Marokko nicht so einfach zu verstehen. Welchen Wert eine Ware für uns hat, dürfen wir hier nicht zugrunde legen. Wir müssen verstehen welchen Wert die Ware hier hat. Beim Berbertuch bin ich nicht sicher ob das funktioniert hat oder ob ich einen Touristenpreis gezahlt hab. Bei der Tajine kenne ich den Wert.
In Sidi Ifni verbringen wir 3 Tage und lassen am 3. Tag nochmal die Bettwäsche waschen bevor wir uns auf den Weg durch den Antiatlas Richtung Zagora machen.
Ich hatte das Wetter in Meski beobachtet, denn dort haben wir Bekannte. Aber bei 12 oder 13 Grad hätte ich mich dort gar nicht gerne aufgehalten. Nun sind Werte zwischen 16 und 23 Grad angesagt – darüber freue ich mich sehr, denn ich möchte Meloud, Cocos und Mohamed (Momo) sehr gerne wiedersehen.
Die erste Etappe führt uns nur nach Guelmim, denn die Wäsche und andere Besorgungen haben viel Zeit in Anspruch genommen. In Guelmim sehen wir einige Wohnmobile auf dem Parkplatz eines „Marjane-Supermarktes“ – da stellen wir uns einfach dazu und freuen uns, bei Einbruch der Dunkelheit nicht nach einem Platz suchen und uns einrichten zu müssen. Die Nacht ist wunderbar ruhig und am Morgen ist das frisch gebackene Brot nicht weit. Dann geht es weiter bis nach Tete. Auf dem Weg dorthin sehen wir in Ifrane einen rotbraunen Stausee – die Wassermassen müssen den Lehm so sehr mitgespült haben, dass diese Farbe entstand. Und wir sehen sehr viel ‚Gegend’, an der ich mich nicht sattsehen kann. Wunderschöne Berge mit Schneespitzen, karges Land, Palmen und zwischendrin auch wieder grüne Flächen.

Dann landen wir in Tete, wo wir auf dem Campingplatz eine Tajine essen und uns an dem ‚Löwenkopf‘ erfreuen, ein Berg, der aussieht wie ein Löwenkopf und jetzt wird er von der untergehenden Sonne angestrahlt und sieht wunderschön aus. Am nächsten Morgen wollte ich noch ein Foto vom Berg machen aber eine dicke Wolkenschicht liegt über den Bergen, so dass das leider nichts wird.
Wir fahren an vielen Bäumen vorbei, die abgestorben aussehen und ich frage mich ob sie das wirklich sind oder ob die Bäume ausschlagen werden. Also halten wir an und stellen fest – alles Mandelbäume, die ausschlagen werden. Die Mandelbäume stehen teilweise gefährlich nahe an der Straße. Wenn ich mir vorstelle, wie die alle blühen… herrlich!

In Irherm machen wir eine Pause und schauen uns auf dem Markt um. Gesalzene Erdnüsse und Nüsse mit Honig, in Anis gerollt dürfen wir probieren und werden gekauft. Dann sehen wir einen Grill und schauen mal ob es da was zu essen gibt für uns. Nach etwas Hin- und Her werden wir verstanden und verstehen selber erst später, dass wir unser Fleisch hätten beim Metzger kaufen sollen. Hier wird ‚nur‘ gegrillt. Aber wir bekommen Hackbällchen mit Zwiebeln und Tomate – sehr lecker (für Vegetarier natürlich nicht so)!
Weiter geht es über (meist) gute Straßen, vorbei an vielen Akazienbäumen, da leuchtet auf einmal die Öllampe auf. Nachdem zuletzt eine Information zur anstehenden Inspektion aufleuchtete und weil wir die vor unserer Reise bereits ‚abgehakt’ hatten, möchte ich der Öllampe keine große Aufmerksamkeit widmen.
Wir landen jetzt erstmal in einer Oase. Hier werden wir eine Nacht verbringen und erkunden die Gegend. Dabei fällt mir auf, wie tief die Datteln hier hängen. Eigentlich sind Datteln ‚unerreichbar‘ und müssen ‚erklettert‘ werden. Jedenfalls kannte ich das bisher nur so aber hier wachsen sie so tief, dass wir sie selber ernten können… und das machen wir. Aber nur ein paar Datteln, denn auch wenn sie hier auf dem Boden rumliegen, wissen wir nicht ob sie nicht doch geerntet werden. Der Abend geht ganz ruhig zu Ende und am nächsten Morgen bekommen wir an der Rezeption ein Brot für‘s Frühstück.


Die Anzeige, dass das Motoröl gewechselt werden muss, leuchtet (natürlich) wieder auf. Mist… konnten wir das also nicht ‚wegschlafen’. Also gut, dann schauen wir mal was der Ölstand sagt. Beim Überprüfen zeigt sich – eigentlich alles super! Aber was soll dann diese Meldung? Wir fragen bei unserem super Fiat-Service, bei Niels in Oyten nach und der beruhigt uns. Es sei nur eine Meldung, keine Notwendigkeit zu handeln. So ganz beruhigt mich das allerdings nicht. Auf welche Meldung sollen wir reagieren und welche ist ‚nur so‘?
Wir fahren weiter, denn etwas anderes (außer einen Ölwechsel) können wir gerade nicht machen.
Wir fahren also weiter Richtung Zagora am Antiatlas entlang – in der Ferne sehen wir das Gebirge und dann, an einer Kreuzung (von denen es hier gerade sehr, sehr wenige gibt) tauchen plötzlich zwei Tramper auf. „Are you going to Zagora?“ Klar nehmen wir Wilhelm und Alana aus Tschechien mit – hier ist so wenig los und die Sonne brennt schon ganz ordentlich, dass die beiden jungen Leute mir direkt leid tun. Wir erklären, dass wir auch nach Zagora wollen aber vermutlich eine Pause einlegen um einen Kaffee zu trinken oder etwas zu essen. Die Pause machen wir dann in Foum-Zguid, dann geht es gemeinsam weiter. Auf einmal müssen wir anhalten. Stau wo sonst kaum jemand fährt? Was ist da los? Und dann sehen wir, dass sich eine Kamelherde auf uns zubewegt. Etwa 50-60, teilweise sehr große, teilweise sehr kleine Tiere kommen blökend die Straße entlang und ganz am Ende der Herde läuft der Kameltreiber. Was für ein Anblick und was für ein Glück, dass wir gerade jetzt und gerade an diesem Ort sind!
Dieses Glück hatten wir auf unserer Reise bisher oft ‚umgekehrt‘ – immer wo wir waren war es nicht so schön, zu stürmisch, zu nass oder zu kalt. Aber so ein Anblick entschädigt für vieles. Und wirklich schlimm oder gefährlich war das Wetter für uns auch nie.
Gegen Abend kommen wir in Zagora an und lassen die beiden an der Hauptstraße raus. Wir finden für die Nacht einen Platz in einer Oase am Ende vom Ort, der uns sehr gut gefällt und es gibt auch schnelles Internet. Auf dem platz stehen viele Palmen wodurch es aussieht als wenn kleine ‚Separées‘ entstehen. Wir wollen uns hier vom Fahren etwas erholen, daher wollen wir zwei Nächte bleiben.
Am nächsten Tag wird es jedoch voller auf dem Platz und die Wohnmobile werden dichter ‚gestellt‘ als wir uns das vorgestellt hatten. Direkt neben uns stellt sich so ein grosser Offroad LKW hin, „Thomas“ meinte dann auch noch er könnte doch noch etwas Dichter an uns ran, was wir energisch ablehnten, denn gefühlt stand er bereits vor unserer Tür.
Wir konnten durch das gute Wifi Kontakt mit unseren Liebsten aufnehmen – das sind immer wieder wunderschöne Momente. Ein Sprichwort sagt es: Du lernst Dinge eher schätzen, wenn sie nicht verfügbar sind.. oder so ähnlich. Jedenfalls habe ich den Kontakt zu Freundinnen, Kindern und Enkeln nochmal anders schätzen gelernt, weil er nicht jederzeit möglich ist. Am nächsten Morgen wollen wir weiter und brechen diesmal recht früh auf, um in Zagora zu Frühstücken und dann weiter zu fahren. Es gab ein leckeres Marrokanisches Frühstück mit Rührei.
Der Weg führt uns weiter dem Antiatlas entlang und nach einigen Stunden „Landschaft Pur“ kommen wir in Rissani an und stellen uns auf einen Parkplatz nahe vom Souk, der am nächsten Morgen stattfindet. Da es noch nicht so spät ist, erkunden wir die Umgebung und den Souk schonmal. So langsam bekommen wir Hunger, sehen aber noch kein Angebot am Straßenrand. Deshalb gibt es erstmal einen Zuckerrohr Saft, der Frisch gepresst wird. Den wollte ich schon in Fes probieren, hatte mich aber noch nicht getraut…
Dann spricht uns ein Marrokaner an, fragt woher wir kommen und ob wir Morgen zum Souk wollen. Wir fragen ihn wo man gut essen kann und er führt uns zu einem Restaurant. Das hätten wir auch selber gefunden. Nun gut…
Wir essen eine leckere Tajine mit Geflügel. Wahrscheinlich war der Preis von 120DH zu hoch, doch das war uns heute mal nicht so wichtig.
Im Internet hatten wir gelesen, dass der Parkplatz nicht sehr ruhig sein soll und dass Kinder gegen die Fahrzeuge klopfen, vermutlich um irgend etwas zu ‚erbetteln‘. Wir haben aber nicht die Plissees zu, sondern einen schwarzen Vorhang vor dem Fahrerhaus, so dass das Auto aussieht als wäre es geparkt und niemand im Fahrzeug. Außerdem gehen wir früh ins Bett und haben so gut wie kein Licht an und so fallen wir anscheinend nicht auf und werden nicht gestört. Der Parkplatz befindet sich direkt neben einer Moschee, wodurch wir früh geweckt werden.
Eigentlich wollen wir als erstes etwas Frühstücken aber wir finden zuerst den Souk und kaufen ein. Irgendwie gehen wir länger über den Souk als gedacht und schon ist es ziemlich warm und der Magen knurrt auch schon. Es dauert eine Weile bis wir endlich ein Restaurant finden, in dem wir ein Frühstück bekommen. Bei einem Hotel-Restaurant, können wir uns etwas schönes aussuchen aber als wir zu einem Platz nach draussen gehen wollen, biegt der Gastwirt in den Keller (ins Restaurant) ab – also da gehen wir nicht hinunter erklären wir ihm. Zum Glück ist der Gast hier König und wir werden draußen bedient. Als das Frühstück dann kommt, wird deutlich, dass wir wie alle Touristen behandelt werden. Touristen bekommen Messer und Gabel und müssen nicht mit den „Händen“ essen! Wir legen das Besteck beiseite und tauchen in die Marokkanische Kultur ein.
Anschließend machen wir uns mit unseren Einkäufen auf den Weg zurück zum Auto. Dort angekommen kommt ‚der Parkwächter‘ auf uns zu, erklärt uns, er wäre hier ‚zuständig‘ und hätte uns die ganze Nacht bewacht und nun möchte er 20DH haben. Auch hier muss man wissen, was solche Parkwächter gewöhnlich bekommen, deshalb geben wir ihm 10DH und setzen unsere Reise fort, denn wir wollen heute Meski erreichen.
Auf dem Weg kommen wir noch an einem Markt vorbei und ein Kaffee wäre auch nicht schlecht. Also steigen wir aus und obwohl der Markt schon seinem Ende entgegen geht, sehen wir einen Stand mit Handwerk aus Stroh. Leider kann ich mich mit dem Verkäufer nicht auf einen Preis für die Untersetzer einigen und einen Kaffee scheint es in diesem Dorf auch nicht zu geben – also schnell weiter. Wir fahren jetzt durch eine Gegend mit sehr vielen Palmen, teils üppig grün, teils braun und vertrocknet. Dann müssen wir einen letzten Höhenunterschied bewältigen… und kommen endlich in Meski an.
Weitere Fotos folgen ..