Am 16.10. erreichen wir Niort und was will ich sehen? den Markt natürlich! Da es morgens ziemlich kühl ist (so etwa 14-16 Grad) und es nachmittags erst warm wird, schauen wir nach dem Marktbesuch nach einem Café und schlendern anschließend durch die Straßen. Die kleinen Gassen sind immer wieder entzückend und die herbstlich-bunte Belaubung der Bäume machen eine schöne Atmosphäre.






Den Platz für die Nacht finden wir in Brântome an der ‚Dronne’. Wir wollen (natürlich) auf den Markt und den Ort besichtigen. Am 17.10. nehmen wir erstmal ein Geburtstagsständchen auf und versenden es.
Ob die gesendeten Päckchen wohl angekommen sind? Auch bei einem Video-Call verraten wir nichts – es soll ja eine Überraschung sein.
Aber jetzt in den Ort und zum Markt! Von unserem Übernachtungsplatz geht es an der Dronne in den Ortskern. Und was für ein schöner, kleiner Ort das ist… wir werden von den Klängen einer Drehorgel empfangen. Der Markt erstreckt sich über den gesamten Dorfkern, über die Brücke der Dronne, es ist wirklich wunderschön! Dann hören wir ein Akkordeon und als wir weitergehen auch noch eine Flöte. Nichts ist aufdringlich, alles sehr dezent. Wir laufen am Fluß entlang und durch die Gassen und entdecken ein (privates) Schloß, das zwar Besichtigungen anbietet, zur Zeit aber verschlossen ist. Wir bleiben auf dem Platz noch eine Nacht, weil es manchmal gut tut eine Pause zu haben. Die Temperaturen sind zwar tagsüber recht angenehm aber nachts haben wir teilweise nur 5 Grad. Und das ist doch ziemlich kühl, wenn man dann aufstehen will… uns treibt es deswegen weiter in den Süden auch wenn wir am Tag nicht sehr weit kommen…. es ‚kleckert sich‘….






Am nächsten Tag besuchen wir den Markt in Perigeux – die Stadt ist nun wieder etwas größer aber es soll einer der schönsten Märkte in Frankreich sein – also los!
Ich hatte zwar gelesen, dass man den Markt am besten früh morgens besuchen sollte aber ich dachte, die Hauptsaison ist ja vorbei – das haben wir oft an geschlossenen Campingplätzen festmachen können. Der Markt in Perigeux war sehr, sehr voll. So voll, dass wir keinen Platz für einen Café fanden. Ja gut, Plätze gab es – aber nur im Schatten und dafür war es zu kalt. Als wir endlich einen Platz in der Sonne ergattert hatten, dauerte es uns dann doch zu lange, denn eine Bedienung war nicht in Sicht und der Versuch drinnen zu bestellen wurde freundlich abgelehnt mit dem Hinweis‚ ‚ich bediene Sie gleich am Tisch‘. Pustekuchen… wir hatten aber einen mobilen Barista gesehen und holten uns dort einen Café.





Auf dem letzten Bild ist gut zu erkennen, dass es nicht nur diese schönen, restaurierten und gepflegten Häuser gibt, sondern auch diese, die leider anscheinend langsam verfallen. Es ist gleichzeitig immer wieder zu sehen wie alter Baubestand wiederhergestellt wird. Es war ein schöner Ausflug auf diesen Markt und Perigeux hat uns gut gefallen, denn der Markt zog sich durch viele Gassen und es dauerte eine ganze Weile bis wir den Eindruck hatten auch alles gesehen zu haben.
Weiter geht unsere Reise nach Bergerac. Wir wollen den Ort erlaufen, es liegt auf unserem Weg. Und dann erinnert sich Dirk… hier waren wir schon mal! Und richtig, 2022 waren wir bereits dort und haben einen Abklopfer für unsere Kaffee-Ecke gekauft. Das ist doch eine tolle Gelegenheit diesen Laden wieder aufzusuchen und richtig guten Kaffee zu kaufen! Das machen wir auch und laufen weiter durch die Straßen. Die Menschen sitzen draußen und wir genießen die Stimmung. Am Kirchtum fällt uns dieser merkwürdige ‚Anbau‘ auf – so etwas sieht man ja nicht so oft. Was die damit wohl vorhatten?



Als Nina anruft erfahre ich auch, dass das Päckchen (sogar pünktlich) angekommen und die Überraschung gelungen ist! Bigi hatte schon eine Message gesendet, dass auch ihr Päckchen angekommen war und für eine Überraschung gesorgt hatte – was für eine Freude, Freude zu bereiten!
Wir wollen für die Nacht in der Nähe einen Mikro-Campingplatz aufsuchen und fahren dafür durch die Weinberge. Schließlich kommen wir in ein Dorf (Montbazillac), dass ziemlich geschmückt ist und ‚ordentlich‘ aussieht und ich denke schon ‚hoffentlich ist das nicht so touristisch wo wir hinfahren‘. Und dann geht es wieder in Weinberge, die Straße wird schmaler und ich kann nicht glauben, dass der Platz ‚da vorne links‘ sein soll – hier ist doch gar nichts! Aber doch, da ist eine Winzerin und die bietet 10 Plätze auf ihrem Hof an und hat sogar eine Toilette und eine Dusche! WOW – ich bin begeistert! So ein schöner Platz! Die Winzerin hat irgendeinen Stress mit ihrer Weinpresse aber um 18:30 Uhr lässt sie uns noch eben in ihre Scheune und wir probieren den Rosé. Eigentlich …. aber egal zwei Flaschen passen in unser Gepäck. Ich möchte nach Marokko keinen Alkohol mitnehmen – er würde uns vermutlich sowieso abgenommen. Also nicht zu viel ‚bunkern‘!



Heute ist der 19.10. und nach Issigeac ist es nicht weit… wenn wir nur früher aus dem Bett und ‚in die Puschen‘ kämen! Heute ist nämlich Markt in Issigeac und es ist ebenfalls ein Petite Cité de Caractère. Als wir uns dem Ort nähern, zeigt das Navi ‚Stau‘ an. Was soll sich denn hier stauen? Es sind die Autos, die zum Markt fahren und schon vor dem Ort am Straßenrand geparkt werden, denn ausgerechnet heute wird hier ein besonderer Markt abgehalten, der sich nicht nur durch das ganze Dorf zieht sondern darüber hinaus auf einer angrenzenden Weide. Kürbisse über Kürbisse und viele Produkte die daraus entstehen. Außerdem Maronen – und Produkte daraus. Maronencreme muss und darf ich probieren. Ja, ganz lecker – nehmen wir was von mit. Es sind viele private Anbieter, die ihre Produkte anbieten. Überall wird gebrutzelt, gebacken und verschiedenste Köstlichkeiten werden verkauft. Außerdem entdecken wir ein Miniatur-Sägewerk, das mit einer Dampfmaschine angetrieben wird. WOW – das ist wirklich erstaunlich! Ein toller Tag mit Überraschung – diesmal für uns.





Das Wetter soll in den nächsten Tagen schlechter werden. Wir fahren deswegen zu einem Campingplatz (diesmal über 100 km weiter Richtung Süden um ausgiebig zu duschen und unsere Wäsche zu waschen und zu trocknen. Drei Orte habe ich in Frankreich noch ‚auf dem Zettel‘ mal sehen ob wir das schaffen, denn bei Regen machen die Besuche der Orte weit weniger Spaß.
Bereits am Nachmittag fängt es an zu tröpfeln und während die Wäsche ihre ‚Runden dreht‘, versuche ich mit Dirk die letzten Tage revue passieren zu lassen. Vermutlich erleben wir eigentlich zu viel, so dass die Erinnerung schon etwas schwer fällt.
21.10. Frisch geduscht und saubere Wäsche im Gepäck, entschließen wir uns Labastide-d‘Armanac (680 Einwohner) und Lupiac (310 Einwohner und Geburtsort vom Musketier „Comte d’Artagnan“ – Charles de Batz de Castelmore) zu besuchen. Den Campingplatz hatte ich so gewählt, dass die beiden Dörfer nicht weit entfernt sind.
Labastide-d‘Armanac ist wirklich sehr klein aber auch so schön! Die Arkaden gefallen uns besonders und dort trinken wir auch einen Café. Wir schauen uns die kleinen Gassen neben dem Hauptplatz auch an und ich bewundere das Zusammenspiel von alter Bausubstanz mit modernen Elementen. Und dann auch wieder einsturzgefährdete Elemente wie dieser Balkon. Hier haben sich viele Künstler angesiedelt und danach sieht es auch aus – mit viel Kreativität und Liebe zum Detail gestaltete Häuser.





Lupiac hat ja noch weniger Einwohner. Trotzdem und obwohl am Montag generell nicht viele Geschäfte geöffnet haben, lädt hier ein Café zur Pause ein aber nicht für uns. Die Kathedrale hält diesmal eine Überraschung bereit – eigentlich schaue ich mir Kathedralen nicht (mehr) gerne an. Aber hier zieht es mich hinein und wir finden die Geschichte des Dorfes in Bildern. Zur EXPO 2000 wurden diese Daten gesammelt. Fotos von Hochzeiten und Klassenfotos bis in die 20ger Jahre. Auch von einem Cousin d’Artagnan‘s ist ein Foto zu sehen.




Das Wetter hat sich noch ganz gut gehalten, ich habe aber im Hinterkopf, dass es sehr stürmisch werden soll. Deswegen studiere ich die Wettervorhersage und schaue genau nach wo wir am besten ‚aufgehoben‘ sein könnten wenn es stürmt. Es scheint fast so als müssten wir nach Spanien – San Vincente de la Barquera. Das wäre aber ein ganz schönes Stück – und ein Ort stand ja noch auf der Liste. Also entscheiden wir uns nach Sauveterre de Béarn zu fahren und ich finde einen Campingplatz am Fluß.
Der Weg dorthin ist teilweise wie eine Achterbahfahrt. Huckelige Straßen, starke Ansteigungen, dann wieder steil bergab und wieder rauf teilweise so, daß man nicht sieht ob die Straße danach weitergeht oder wie sie verläuft.
Als wir den Campingplatz um 18:00 Uhr erreichen und einen Platz für uns gefunden haben, studiere ich nochmal das Wetter. Dieser Ort könnte gut geeignet sein für den kommenden Sturm. Deshalb entscheiden wir, hier 4 Nächte zu bleiben. WOW das ist das erste Mal, dass wir so lange an einem Ort bleiben. Also erstmal was kochen und den Abend ‚einläuten‘ und dann ins Bett.
Der Tag gestern war anscheinend etwas anstrengend. In der Nacht regnet es und wir wachen erst gegen 10:00 Uhr auf…
Nach einem ausgiebigen Frühstück mit französischer Wurst, in Asche gerolltem Ziegenkäse, englischer Orangenmarmelade, einem gekochten Ei, einem wunderbaren Café, Saft und Joghurt, wechseln wir nochmal den Platz. Jetzt haben wir den schönen Blick auf eine grüne Insel, Sonne bis zum Abend (wenn sie scheint) und wir fühlen uns weniger beobachtet. So können wir die nächsten Tage gut aushalten. Richtig gut, dass der Campingplatz so geschützt im Tal liegt. Der rote Kreis markiert unseren Stellplatz 🙂

Mit dem Reisebericht bin ich diesmal auch ‚up-to-date‘. Am Nachmittag gehen wir in den Ort Sauveterre-de-Béarn und freuen uns am Blick auf die Pyrenäen und an den historischen Gebäuden. Ein Foto kann die Stimmung, das Licht und die Temperatur nicht einfangen. In der Ferne sehen wir die Pyrenäen – auf den Bildern sind sie kaum zu erkennen. Im Dorf wird ein Gebäude auf historische Weise wieder aufgebaut. Das ist wirklich erstaunlich.. in 8m Höhe wird Naturstein auf Naturstein gesetzt. Dass sie dafür ‚moderne‘ Hebebühnen benutzen – geschenkt.




Die Kathedrale wird diesmal nur von außen besichtigt aber die Tafeln die auch hier die Geschichte des Dorfes erzählen, die schauen wir uns gerne an. Auf unserem Weg durchs Dorf gehen wir an einer Patisserie vorbei, die den typischen, baskischen Kuchen verkauft. Den wollen wir probieren und lassen ihn uns anschließend bei einem Café schmecken.

Am nächsten Tag laufen wir über die Insel, die direkt vor dem Campingplatz liegt und mit einer Brücke zu erreichen ist. Diese Insel wird anscheinend liebevoll gepflegt in ihrer Wildheit. Hier sind überall Tafeln mit kleinen Gedichten angehängt. Es wird auf die Flora und Fauna hingewiesen und eine Tafel erklärt welche Steine hier zu finden sind. Die Insel ist sehr klein und in ein, zwei Stunden zu erkunden – das kommt uns ganz gelegen, denn es ist erstaunlich warm und etwas schwül. Da wir am Vormittag auch schon unterwegs waren, reicht uns dieser Rundgang.
Auf dem Campingplatz finde ich neben den bekannten Walnüssen auch noch noch andere Nüsse von denen ich einige einpacke … später will ich danach recherchieren und finde heraus, es sind Schwarznüsse, die könnten auf jeden Fall für kreative Zwecke eingesetzt werden.
Als wir anschließend ins Dorf gehen, weil wir mal in einem Restaurant essen wollen, müssen wir feststellen, dass unsere Uhren irgendwie anders ticken – jedenfalls gibt es kein offenes Restaurant und wir beschließen die Sache wieder selbst in die Hand zu nehmen.



Der Sturm war wirklich gut zu ertragen auf diesem Campingplatz. Heute hat es viel geregnet und von den angenehmen Temperaturen ist nicht viel übrig. Wir werden morgen weiterfahren – mal sehen wohin uns die Reise führt… einen genauen Plan haben wir nämlich nicht. Nur warm soll es bitte sein.

















































































































