Marokko III

Zurück in den Süden fahren wir wieder am Atlantik entlang – wir wollen nach Sidi Ifni, wo es uns ganz gut gefallen hat und wo es warm war. Auf dem Weg landen wir diesmal auf einem Campingplatz, der sehr einfach aussieht. Und zu erreichen ist er über einen durchnässten Feldweg am Rande der Dünen, so dass ich schon wieder befürchte wir könnten im Schlamm oder im Sand stecken bleiben. Aber wir kommen sehr gut auf den Platz und stellen uns zu den anderen Campern – Ansprüche haben wir nicht, wir wollen am nächsten Tag gleich weiter. Aber dann bekommen wir, sehr überraschend, am nächsten Morgen ein kleines, marokkanisches Frühstück – im (sehr günstigen Preis) inbegriffen. WOW!

In Oualidia wollen wir eine kleine Pause machen… aber der Ort sieht so touristisch aus, dass ich darauf keine große Lust habe… also fahren wir weiter. Zwischendurch muss ich immer mal anhalten, wenn ich irgendwelche Pflanzen sehe, die ich nicht kenne.

Weiter geht es über Agadir und Taroudannt nach Sidi Ifni. Dort kaufe ich auf dem Markt ein typisches Berbertuch – das ‚einkleiden ist für mich aber eine Herausforderung. Auf dem Weg haben wir uns auch 2 Tajines gekauft und ich war schon darauf eingestellt handeln zu müssen aber der gute Man verlangte pro Tajine 15 Dirham (etwa 1,50€). Da kann ich nicht handeln, bei dem Preis bezahle ich und freue mich. Die Preisgestaltung ist in Marokko nicht so einfach zu verstehen. Welchen Wert eine Ware für uns hat, dürfen wir hier nicht zugrunde legen. Wir müssen verstehen welchen Wert die Ware hier hat. Beim Berbertuch bin ich nicht sicher ob das funktioniert hat oder ob ich einen Touristenpreis gezahlt hab. Bei der Tajine kenne ich den Wert.
In Sidi Ifni verbringen wir 3 Tage und lassen am 3. Tag nochmal die Bettwäsche waschen bevor wir uns auf den Weg durch den Antiatlas Richtung Zagora machen.
Ich hatte das Wetter in Meski beobachtet, denn dort haben wir Bekannte. Aber bei 12 oder 13 Grad hätte ich mich dort gar nicht gerne aufgehalten. Nun sind Werte zwischen 16 und 23 Grad angesagt – darüber freue ich mich sehr, denn ich möchte Meloud, Cocos und Mohamed (Momo) sehr gerne wiedersehen.

Die erste Etappe führt uns nur nach Guelmim, denn die Wäsche und andere Besorgungen haben viel Zeit in Anspruch genommen. In Guelmim sehen wir einige Wohnmobile auf dem Parkplatz eines „Marjane-Supermarktes“ – da stellen wir uns einfach dazu und freuen uns, bei Einbruch der Dunkelheit nicht nach einem Platz suchen und uns einrichten zu müssen. Die Nacht ist wunderbar ruhig und am Morgen ist das frisch gebackene Brot nicht weit. Dann geht es weiter bis nach Tete. Auf dem Weg dorthin sehen wir in Ifrane einen rotbraunen Stausee – die Wassermassen müssen den Lehm so sehr mitgespült haben, dass diese Farbe entstand. Und wir sehen sehr viel ‚Gegend’, an der ich mich nicht sattsehen kann. Wunderschöne Berge mit Schneespitzen, karges Land, Palmen und zwischendrin auch wieder grüne Flächen.

Dann landen wir in Tete, wo wir auf dem Campingplatz eine Tajine essen und uns an dem ‚Löwenkopf‘ erfreuen, ein Berg, der aussieht wie ein Löwenkopf und jetzt wird er von der untergehenden Sonne angestrahlt und sieht wunderschön aus. Am nächsten Morgen wollte ich noch ein Foto vom Berg machen aber eine dicke Wolkenschicht liegt über den Bergen, so dass das leider nichts wird.

Wir fahren an vielen Bäumen vorbei, die abgestorben aussehen und ich frage mich ob sie das wirklich sind oder ob die Bäume ausschlagen werden. Also halten wir an und stellen fest – alles Mandelbäume, die ausschlagen werden. Die Mandelbäume stehen teilweise gefährlich nahe an der Straße. Wenn ich mir vorstelle, wie die alle blühen… herrlich!

In Irherm machen wir eine Pause und schauen uns auf dem Markt um. Gesalzene Erdnüsse und Nüsse mit Honig, in Anis gerollt dürfen wir probieren und werden gekauft. Dann sehen wir einen Grill und schauen mal ob es da was zu essen gibt für uns. Nach etwas Hin- und Her werden wir verstanden und verstehen selber erst später, dass wir unser Fleisch hätten beim Metzger kaufen sollen. Hier wird ‚nur‘ gegrillt. Aber wir bekommen Hackbällchen mit Zwiebeln und Tomate – sehr lecker (für Vegetarier natürlich nicht so)!

Weiter geht es über (meist) gute Straßen, vorbei an vielen Akazienbäumen, da leuchtet auf einmal die Öllampe auf. Nachdem zuletzt eine Information zur anstehenden Inspektion aufleuchtete und weil wir die vor unserer Reise bereits ‚abgehakt’ hatten, möchte ich der Öllampe keine große Aufmerksamkeit widmen.
Wir landen jetzt erstmal in einer Oase. Hier werden wir eine Nacht verbringen und erkunden die Gegend. Dabei fällt mir auf, wie tief die Datteln hier hängen. Eigentlich sind Datteln ‚unerreichbar‘ und müssen ‚erklettert‘ werden. Jedenfalls kannte ich das bisher nur so aber hier wachsen sie so tief, dass wir sie selber ernten können… und das machen wir. Aber nur ein paar Datteln, denn auch wenn sie hier auf dem Boden rumliegen, wissen wir nicht ob sie nicht doch geerntet werden. Der Abend geht ganz ruhig zu Ende und am nächsten Morgen bekommen wir an der Rezeption ein Brot für‘s Frühstück.

Die Anzeige, dass das Motoröl gewechselt werden muss, leuchtet (natürlich) wieder auf. Mist… konnten wir das also nicht ‚wegschlafen’. Also gut, dann schauen wir mal was der Ölstand sagt. Beim Überprüfen zeigt sich – eigentlich alles super! Aber was soll dann diese Meldung? Wir fragen bei unserem super Fiat-Service, bei Niels in Oyten nach und der beruhigt uns. Es sei nur eine Meldung, keine Notwendigkeit zu handeln. So ganz beruhigt mich das allerdings nicht. Auf welche Meldung sollen wir reagieren und welche ist ‚nur so‘?
Wir fahren weiter, denn etwas anderes (außer einen Ölwechsel) können wir gerade nicht machen. 

Wir fahren also weiter Richtung Zagora am Antiatlas entlang – in der Ferne sehen wir das Gebirge und dann, an einer Kreuzung (von denen es hier gerade sehr, sehr wenige gibt) tauchen plötzlich zwei Tramper auf. „Are you going to Zagora?“ Klar nehmen wir Wilhelm und Alana aus Tschechien mit – hier ist so wenig los und die Sonne brennt schon ganz ordentlich, dass die beiden jungen Leute mir direkt leid tun. Wir erklären, dass wir auch nach Zagora wollen aber vermutlich eine Pause einlegen um einen Kaffee zu trinken oder etwas zu essen. Die Pause machen wir dann in Foum-Zguid, dann geht es gemeinsam weiter. Auf einmal müssen wir anhalten. Stau wo sonst kaum jemand fährt? Was ist da los? Und dann sehen wir, dass sich eine Kamelherde auf uns zubewegt. Etwa 50-60, teilweise sehr große, teilweise sehr kleine Tiere kommen blökend die Straße entlang und ganz am Ende der Herde läuft der Kameltreiber. Was für ein Anblick und was für ein Glück, dass wir gerade jetzt und gerade an diesem Ort sind!
Dieses Glück hatten wir auf unserer Reise bisher oft ‚umgekehrt‘ – immer wo wir waren war es nicht so schön, zu stürmisch, zu nass oder zu kalt. Aber so ein Anblick entschädigt für vieles. Und wirklich schlimm oder gefährlich war das Wetter für uns auch nie.
Gegen Abend kommen wir in Zagora an und lassen die beiden an der Hauptstraße raus. Wir finden für die Nacht einen Platz in einer Oase am Ende vom Ort, der uns sehr gut gefällt und es gibt auch schnelles Internet. Auf dem platz stehen viele Palmen wodurch es aussieht als wenn kleine ‚Separées‘ entstehen. Wir wollen uns hier vom Fahren etwas erholen, daher wollen wir zwei Nächte bleiben.

Am nächsten Tag wird es jedoch voller auf dem Platz und die Wohnmobile werden dichter ‚gestellt‘ als wir uns das vorgestellt hatten. Direkt neben uns stellt sich so ein grosser Offroad LKW hin, „Thomas“ meinte dann auch noch er könnte doch noch etwas Dichter an uns ran, was wir energisch ablehnten, denn gefühlt stand er bereits vor unserer Tür.

Wir konnten durch das gute Wifi Kontakt mit unseren Liebsten aufnehmen – das sind immer wieder wunderschöne Momente. Ein Sprichwort sagt es: Du lernst Dinge eher schätzen, wenn sie nicht verfügbar sind.. oder so ähnlich. Jedenfalls habe ich den Kontakt zu Freundinnen, Kindern und Enkeln nochmal anders schätzen gelernt, weil er nicht jederzeit möglich ist. Am nächsten Morgen wollen wir weiter und brechen diesmal recht früh auf, um in Zagora zu Frühstücken und dann weiter zu fahren. Es gab ein leckeres Marrokanisches Frühstück mit Rührei.

Der Weg führt uns weiter dem Antiatlas entlang und nach einigen Stunden „Landschaft Pur“ kommen wir in Rissani an und stellen uns auf einen Parkplatz nahe vom Souk, der am nächsten Morgen stattfindet. Da es noch nicht so spät ist, erkunden wir die Umgebung und den Souk schonmal. So langsam bekommen wir Hunger, sehen aber noch kein Angebot am Straßenrand. Deshalb gibt es erstmal einen Zuckerrohr Saft, der Frisch gepresst wird. Den wollte ich schon in Fes probieren, hatte mich aber noch nicht getraut…
Dann spricht uns ein Marrokaner an, fragt woher wir kommen und ob wir Morgen zum Souk wollen. Wir fragen ihn wo man gut essen kann und er führt uns zu einem Restaurant. Das hätten wir auch selber gefunden. Nun gut…
Wir essen eine leckere Tajine mit Geflügel. Wahrscheinlich war der Preis von 120DH zu hoch, doch das war uns heute mal nicht so wichtig.
Im Internet hatten wir gelesen, dass der Parkplatz nicht sehr ruhig sein soll und dass Kinder gegen die Fahrzeuge klopfen, vermutlich um irgend etwas zu ‚erbetteln‘. Wir haben aber nicht die Plissees zu, sondern einen schwarzen Vorhang vor dem Fahrerhaus, so dass das Auto aussieht als wäre es geparkt und niemand im Fahrzeug. Außerdem gehen wir früh ins Bett und haben so gut wie kein Licht an und so fallen wir anscheinend nicht auf und werden nicht gestört. Der Parkplatz befindet sich direkt neben einer Moschee, wodurch wir früh geweckt werden.
Eigentlich wollen wir als erstes etwas Frühstücken aber wir finden zuerst den Souk und kaufen ein. Irgendwie gehen wir länger über den Souk als gedacht und schon ist es ziemlich warm und der Magen knurrt auch schon. Es dauert eine Weile bis wir endlich ein Restaurant finden, in dem wir ein Frühstück bekommen. Bei einem Hotel-Restaurant, können wir uns etwas schönes aussuchen aber als wir zu einem Platz nach draussen gehen wollen, biegt der Gastwirt in den Keller (ins Restaurant) ab – also da gehen wir nicht hinunter erklären wir ihm. Zum Glück ist der Gast hier König und wir werden draußen bedient. Als das Frühstück dann kommt, wird deutlich, dass wir wie alle Touristen behandelt werden. Touristen bekommen Messer und Gabel und müssen nicht mit den „Händen“ essen! Wir legen das Besteck beiseite und tauchen in die Marokkanische Kultur ein.

Anschließend machen wir uns mit unseren Einkäufen auf den Weg zurück zum Auto. Dort angekommen kommt ‚der Parkwächter‘ auf uns zu, erklärt uns, er wäre hier ‚zuständig‘ und hätte uns die ganze Nacht bewacht und nun möchte er 20DH haben. Auch hier muss man wissen, was solche Parkwächter gewöhnlich bekommen, deshalb geben wir ihm 10DH und setzen unsere Reise fort, denn wir wollen heute Meski erreichen.

Auf dem Weg kommen wir noch an einem Markt vorbei und ein Kaffee wäre auch nicht schlecht. Also steigen wir aus und obwohl der Markt schon seinem Ende entgegen geht, sehen wir einen Stand mit Handwerk aus Stroh. Leider kann ich mich mit dem Verkäufer nicht auf einen Preis für die Untersetzer einigen und einen Kaffee scheint es in diesem Dorf auch nicht zu geben – also schnell weiter. Wir fahren jetzt durch eine Gegend mit sehr vielen Palmen, teils üppig grün, teils braun und vertrocknet. Dann müssen wir einen letzten Höhenunterschied bewältigen… und kommen endlich in Meski an.

Weitere Fotos folgen ..

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Exkurs

Seit längerer Zeit denke ich schon darüber nach, wer hier in unserem Van so ‚mitfährt‘.
Ich habe so viele Geschenke bekommen aber auch Dinge die ich schon länger ‚mein Eigen‘ nennen darf, die mich auf der Reise begleiten und somit quasi auch die Menschen. Und das möchte ich heute mal aufschreiben, denn der Van ist eigentlich vollkommen ‚überladen‘:
Von meinen Kolleginnen dachte ich zuerst, sie hätten den Van wieder verlassen, nachdem wir den Proviant verzehrt und den Wein getrunken hatten aber ein Brillenputztuch begleitet mich noch.
Von meinem Enkel Anton habe ich eine Kerze, die gerade brennt – also noch ist er mit an Bord und dann sind da noch die Lego-Narzissen. Von meiner Tochter Jelka begleiten uns Taschen für die Seife, die so immer gut abtrocknen kann. Außerdem die selbstgenähten Hauben für die Schüsseln. Meine Schwester begleitet mich in Form zweier Pullis, die mir sehr lieb geworden sind. Meine Freundin Tilda erfreut mich täglich durch Ohrstecker und ein Etui für die Stifte ist auch dabei. Meine Nachbarin ist ebenfalls mit an Bord – ein Glücksbringer hängt in der Frontscheibe. Meine Freundin Liane hat uns mit der selbst gemachten Gemüsebrühe durch kalte, regnerische Tage geholfen. Und ein Portemonnaie für Marokko ist noch an Bord. Meine Tochter Nina begleitet uns in Form einer wärmenden Weste und Socken. Außerdem ist noch das selbst genähte Stifte-Etui im Van.

Wer weiß ob mir nicht weitere Dinge im Van auffallen, die Menschen abbilden. Ich werde es ergänzen…

Völlig ‚vergessen‘ dabei aber so schön: Wir haben von Nina und Nils Korkreste bekommen, die unseren Van-Fußboden verschönern. Also Schwiegersohn Nils ist auch mit an Bord!

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Marokko II

Am nächsten Tag sichern wir uns einen Platz in der vorderen Reihe, direkt am Meer. Das tolle ist, wenn wir im Auto sitzen, haben wir einen super Blick aufs Meer und können auch die Surfer gut sehen, die hier gerade am „Berber CUP“ teilnehmen. Es sind Teilnehmer aus einigen Ländern dabei, wie wir nach und nach mitbekommen, während wir im Café Espresso trinken und den Wettkämpfen folgen.

Wir bleiben einige Tage hier und ruhen uns etwas aus, erkunden aber natürlich auch den Ort und gehen auf den Souk. 

Nach vier Tagen und einigen Überlegungen wo wir hinfahren wollen, entscheiden wir uns, Richtung Norden zu fahren. Das Wetter ist eigentlich nur hier an der Küste im Süden so wie ich es gerne habe: 18°C und sonnig.

Meine ehemalige Kollegin Hafida ist aber in Fés und besucht gerade ihre Familie. Das ist eine einmalige Gelegenheit, Hafida in ihrer Heimat mit ihrer Familie zu erleben und die will ich nutzen. Auch wenn es in Fés gerade nicht wärmer ist als in Bremen.
Zunächst wollen wir in Sidi Ifni noch unsere Wäsche waschen. Das hatte am Tag zuvor nicht geklappt, weil es keinen Strom gab. Also waren wir mit unserer Wäsche ein paar Kilometer bergauf und bergab unterwegs und mussten nun, vor der Weiterreise einen neuen Versuch starten. Während die Wäsche glücklicherweise ihre Runden drehte, suchten wir uns etwas zu essen und schlenderten die Straßen entlang. Dabei fiel mir ein Lädchen einer ‚Coopérative de femme‘ auf, die Arganöl verkauft. Der Kauf erwies sich als wenig trivial: Bezahlen können wir nur mit Bargeld und wir haben nicht genügend bei uns, unsere Karten (um Geld abzuheben) sind aber im Auto, in der Nähe der Wäscherei. Das Abheben mit dem Handy funktioniert an der Bank auch nicht. Also müssen wir ein wenig hin und her, zum Auto, zur Bank of Africa und wieder zur Cooperative, dann kaufen wir Arganöl und Amlous, eine Paste aus Mandeln, Honig und Arganöl. Es ist von der Konsistenz her etwa wie Erdnussbutter und schmeckt etwas nach Marzipan.

Nachdem wir die Wäsche abgeholt haben, kann es nun also weitergehen, zunächst nach Agadir. In Agadir möchte ich zu einem Bioladen und auch dort gibt es eine Cooperative, die ich herausgesucht hatte und die ich nun auch aufsuchen möchte. Da wir relativ spät ankommen, stellen wir uns auf einen Parkplatz, der von anderen Campern als sicher bezeichnet wird. Gut schlafen sieht aber anders aus! Der Platz wird zwar ‚bewacht‘ aber die Hunde sind nachts ziemlich laut. Am nächsten Morgen suchen wir Bioladen und Cooperative auf und kaufen auch etwas ein, dann möchte ich aber weiter. Großstädte mag ich einfach nicht.

Der nächste Halt ist Taroudannt. Auch hier gibt es eine Cooperative. Die Arganbäume gibt es nur in dieser südwestlichen Gegend von Marokko! Wir stellen das Auto auf einem bewachten Parkplatz ab – das hätten wir uns auch sparen können aber wir wollten hier vielleicht übernachten. Dann geht es in die Stadtmauern von Taroudannt und wir sind etwas überwältigt. Die Straße sehr eng, trotzdem alles auf der Straße; Händler, Autos, Fußgänger, Fahrradfahrer, Kutschen … dass hier nicht ständig jemand verletzt wird ist schon erstaunlich! Und dann der Souk! Wir verlaufen uns in den vielen Gassen unter den Blechdächern, ein Signal für die Standortbestimmung gibt es nicht, wir wissen lediglich, dass wir uns innerhalb der Stadtmauer befinden. Dann laufen wir einen Weg immer geradeaus und kommen tatsächlich wieder an die Sonne! Da wir aber auf der anderen Seite herauskommen, geht es wieder durch den Souk. Hier kaufe ich schon mal Kreuzkümmel (Cumin) und Pfeffer ein.

Wieder auf der Straße, suchen wir nach einem Mittagessen. Und bitte ohne Fleisch… da bieten sich Marokkanische Suppen an. Einen Ort mit Suppenangebot finden wir – und der ist sehr marokkanisch und sehr, sehr lecker. Zur Suppe gibt es Datteln.

Auf dem Weg zum Auto gibt es dann noch etwas Fettgebackenes in Zucker gewendet – ich kenne das von meinen ersten Marokkoreisen und ich liebe es. Damals wurden vier Ringe auf einen Palmenhalm gezogen und dieser wurde verknotet. Wie es heißt? Das werde ich Hafida hoffentlich fragen können.

Wir finden ganz in der Nähe einen Campingplatz und fühlen uns richtig wohl zwischen Orangenbäumchen und Palmen!
Nach einer entspannten, ziemlich ruhigen Nacht verlassen wir den Campingplatz Jardin in Taroudannt und fahren weiter Richtung Marrakech auf der Autobahn, denn wir wollen zügig nach Fes – und dann auch wieder zurück, so hatten wir geplant.

Wir kommen bis Settat, wo ich eine Farm (Écologique et Pédagogique) markiert hatte, die einige Stellplätze anbieten. Es ist inzwischen 19:00 Uhr, es regnet und es ist dunkel. Zunächst stehen wir vor verschlossenem Tor und überlegen schon ob wir die Telefonnummer anrufen müssen, die dort angeschlagen ist, als plötzlich ein Licht angeht und dann bewegt sich auch schon das Tor und wir werden hereingebeten. Der Boden ist ziemlich durchweicht und so bin ich froh, dass es zwei Stellplätze auf befestigtem Boden gibt. Einer davon ist besetzt und wir können auf dem Zweiten stehen. Wir werden noch befragt ob wir etwas brauchen; Tee, Brot irgend etwas? Vielen Dank, wir brauchen nur eine ruhige Nacht – und die bekommen wir! Da es schon dunkel ist, bin ich gespannt wie es hier im Hellen aussieht. Im Internet hatten andere berichtet, dass sie ein Frühstück bekommen hätten – ob wir das vielleicht auch bekommen? Von der Oliven-Plantage sehen wir nicht sehr viel aber am nächsten Morgen steht ein junger Mann vor unserem Auto mit einem Tablett – wow, wir sind überwältigt!

In Setatt möchte ich unbedingt meine Sim-Karte aufladen, denn es ist Samstag und ohne Internet ist alles doof. Das ‚kostet‘ uns wieder Zeit, denn der erste Maroc Telcom-Laden verkauft nur Glasfaser-Anschlüsse und ich benötige jemanden, der meine Karte auflädt oder für 50,- MAD ein ‚Rubbellos‘ – es gibt für unterschiedliche Beträge Guthabenkarten zu kaufen, die per sms, Nummer auf der ‚Rubbelkarte‘ und zusätzlicher Nummer für die Art des Guthabens freigeschaltet werden. Wir finden einen anderen Laden, dessen Inhaber das für mich am Computer erledigt. Puh….
Jetzt aber schnell weiter; Ich hatte Hafida geschrieben, dass wir um 15:00 Uhr bei ihr wären. Dann habe ich sie nochmal nach der Adresse gefragt und wir haben in Fes gesucht – aber die Adresse gibt es nicht. Nachdem ich dann um die Übermittlung ihres Standortes gefragt habe, finden wir endlich ihr Haus. Die Straße ist nur so eng, dass wir hier nicht parken wollen und in die Parallelstraße fahren. Endlich kommen wir bei Hafida an und werden so herzlich begrüßt! Es gibt sofort Tee und Gebäck und später ein köstliches Abendessen. Wie in Marokko üblich, essen alle von einem Teller; erst gibt es Salat und dann Huhn, zum Nachtisch gibt es immer Obst. Die 3 Schwestern von Hafida sind am Wochenende da und die Nichte hat gerade heute Geburtstag. Am Morgen gab es nur einen Teil der Geschenke, deswegen ist Fatima die ganze Zeit recht aufgeregt. Dann sitzen wir im kleinen Zimmer und endlich kommt neben salzigem Gebäck auch der Geburtstagskuchen auf den Tisch. Wir setzen uns noch lustige Hüte auf, dann kommen ein paar Geschenke und Fatima ist sehr glücklich. Leider geht es Hafida nicht so gut, wir sind vom Fahren aber auch ziemlich müde und so geht es schon bald ins Bett. 
Am nächsten Morgen frühstücken wir mit der ganzen Familie und wollen anschließend zusammen mit zwei Schwestern und Hafida in die Medina von Fés. Damit es nicht zu anstrengend wird, wollen wir mit dem Taxi zum oberen Ende der Medina fahren und dann bergab laufen. Am unteren Ende können wir dann den Bus zurück nehmen. Es ist ein wundervoller Ausflug mit vielen Eindrücken. Hier erstehe ich ein paar Geldbörsen, wir kaufen etwas Nougat, trinken einen Espresso und einen Mangosaft.

Nachdem wir einige Stunden durch die Medina geschlendert sind, machen wir uns auf den Rückweg. Also gehen wir zur Bushaltestelle und sehen gerade den richtigen Bus (die Linie 25) ankommen. Dann entsteht etwas, das es in England nie und nimmer geben wird: eine Menschenmenge drängelt sich um die Tür des Busses so sehr, dass ich befürchte,  Kinder und gebrechliche Menschen könnten in der Menge erdrückt werden. Um den Anschluß an Hafida und ihre Schwestern nicht zu verlieren müssen wir mit drängeln und gleichzeitig versuchen wir Platz zu schaffen, damit niemand erdrückt wird; das funktioniert, weil ich einen strategisch guten Ausgangspunkt am Bus habe und mich am Bus abstützen kann. Etwas befremdlich diese Eindrücke… 
Eine Schwester war zu Hause geblieben und so dauert es gar nicht lange und wir essen  eine wunderbare Tajine mit Couscous, Gemüse und etwas Fleisch. Am Abend steht das Endspiel des Africa-Cup auf dem Programm und so sitzen wir vor dem Fernseher, denn wir sind zu müde um ins Café zu gehen und dort zu schauen. Wir verfolgen ein ziemlich skurriles Spiel, bei dem die Senegalesen sich über einen Foul-Elfmeter beschweren und dann (fast) geschlossen in die Kabine gehen. Krass… Nachdem sie wieder aus der Kabine gekommen sind und der Elfmeter ‚verschossen‘ wurde, haben die Senegalesen in der Verlängerung ein Tor geschossen und gewonnen. 
Montagmorgen beschließen wir nach dem Frühstück wieder in den Süden zu fahren. Es ist wirklich ziemlich kühl hier und die Marokkaner heizen so gut wie gar nicht. 

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Marokko I

In Tanger MED schlendern wir über eine Einkaufsstraße, die eher an einen Souk (einen Markt) erinnert. Es gibts ein leckeres Baguette mit einer Art Rührei auf die Hand und einen Espresso im Café.

Jetzt soll es am Atlantik weiter in den Süden gehen. In Asilah übernachten wir auf einem Camingplatz, der voll gepflastert ist und auch als Jugendherberge dient. Wir sind froh über den festen Untergrund, denn es regnet immer noch.
In Asilah besorgen wir uns am nächsten Tag Karten für unsere Handys und dann geht es auch schon weiter. Ich möchte bis Casablanca kommen – die Städte interessieren mich zur Zeit weniger, erstmal geht es darum dem Regen zu entkommen und mehr Sonne zu finden.

Auf dem Weg kommen wir durch Souk El Arba du Rharb, den Ort kenne ich bereits – er heißt auf deutsch ‚Markt am Mittwoch‘, das konnte ich mir gut merken! Hier haben wir unser erstes ‚Streetfood‘ gegessen. Auf dem Weg kauft Dirk direkt von der Ladefläche eines Dockers herunter, ein Kilo Orangen.

Hinter Casablanca habe ich einen Platz auf einem Biohof ausgemacht, der sehr gute Bewertungen erhalten hat und wer weiß, wenn das Wetter mitspielt, könnten wir dort vielleicht ein paar Tage bleiben. Als wir in die Nähe des Platzes kommen dämmert es bereits und die Straßen werden immer schlechter. Dann sollen wir auf eine Art Feldweg abbiegen – aber es sind nur noch ein oder zwei Kilometer – also los… dann wird es dunkel und der Feldweg wird schlechter, wir fahren durch Pfützen, die immer größer werden und irgendwann bekomme ich Bedenken dass wir stecken bleiben könnten. Wir können den Weg zu diesem Stellplatz auch nicht mehr erkennen. Zum Glück finde ich einen etwas trockenen Platz neben einem scheinbar verlassenen aber gut in Stand gehaltenem Gebäude. Ich beschließe hier anzuhalten und zu übernachten. Dirk macht uns eine Gemüsebrühe und wir machen es uns gemütlich. Plötzlich, um 21:30 Uhr, klopft es ans Fahrzeug. Wir öffnen die Tür und davor steht ein junger Mann, der uns erklärt, die Polizei hätte ihn angerufen und wir stünden vor einer Schule. Er fragt uns ob wir den Stellplatz, den Biohof gesucht hätten, er sei der Eigentümer. Dann läuft er mit einer Taschenlampe voraus und zeigt den Weg übers Feld, denn den Feldweg mag ich nicht fahren. 
Nach etwa 70 m erreichen wir das Tor zu seinem Hof und verbringen dort eine wunderbare Nacht. Wir werden noch befragt ob wir etwas brauchen: Brot, Strom, Wasser? Aber wir brauchen nichts. Als wir am nächsten Morgen aufbrechen wollen, haben wir Gelegenheit kurz mit dem Eigentümer zu sprechen. So viel Regen hat er in seinem Leben noch nicht erlebt. Die Natur zeigt uns wie abhängig wir von ihr sind. Wir werden die Natur nicht bezwingen…. so wahre Worte! Geld will er von uns nicht haben. Dann versuchen wir dieses matschige Gebiet zu verlassen und auf eine asphaltierte Straße zu kommen.

Als wir die endlich erreichen, wollen wir so schnell wie möglich weiter in den Süden nach Agadir. Hunger haben wir zwischendrin natürlich auch und so halten wir in Sidi Mohammed Ben Rahal und essen wieder etwas vom Grill. Das schlechte Wetter haben wir zum Glück hinter uns gelassen! Auf einer Autobahnraststätte gibt es dann später einen Espresso und ich bin überrascht. Das ist absolut kein Vergleich zu deutschen Raststätten. Hier gibt es richtig guten, günstigen Espresso und auch die Gerichte, die wir nicht probieren, sehen sehr gut aus!
In Takat kostet die Übernachtung 105 MAD aber wir sollen pro Person 3 MAD Tourismusabgabe zahlen. Sehr, sehr merkwürdig! Und dann können wir auch nur in bar bezahlen und nicht mit Kreditkarte, außerdem bekommen wir keine Rechnung… 
Der Preis ist in Ordnung aber der Platz ist nicht sehr schön, das Wetter auch nicht – also weiter…
Unser nächster Halt ist Tiznit und hier trinken wir Marokkanischen Tee, der sehr hübsch ‚angerichtet‘ ist, sogar kleine Topflappen für die heiße Teekanne sind dabei.

Der nächste Campingplatz wird Aglou-Plage. Hier bleiben wir zwei Nächte und ruhen uns von der Fahrt aus. Sonst passiert hier wenig – wir duschen unter super heißen Duschen und ich schreibe an unserem Reisebericht – das erste Mal im neuen Jahr. Es ist schon viel zu viel Zeit vergangen; seit dem 18.12. habe ich nichts geschrieben und nun wühlen wir in den Erinnerungen! 
Heute sind wir nach Guelmim gefahren, denn morgen findet hier der Kamelmarkt statt. Eigentlich wollte ich über die N1 hierher fahren um nicht wieder so kleine, enge Straßen fahren zu müssen aber dann haben wir uns doch für den Weg an der Atlantikküste entschieden und das war eine gute Wahl! Die Straße ist zum großen Teil richtig gut zu befahren und es war eine wunderschöne Strecke am Meer entlang.
Als ich mich im Internet über den Kamelmarkt informiere, bin ich ernüchtert. Die negative Seite dieses Tiermarktes (wie anderer Tiermärkte auch) war mir vorher nicht so bewusst. Nun stehen wir auf dem Parkplatz gegenüber und gehen schon mal über den Obst- und Gemüseteil des Marktes – hier ist schon fast alles aufgebaut. Auf der Straße am Rande der Stadt kaufen wir ein Baguette und Msemen mit Honig und sehen bereits zwei Docker mit Schafen auf der Pritsche. Am späten Abend kommt ein Lastwagen und lädt einige Rinder ab. Ich bin gespannt was uns morgen hier erwartet!
Irgendwie kann ich es nicht so recht erwarten. Die Geschäfte beginnen bei Sonnenaufgang und der ist um 07:30 Uhr. Ich schaue aber seit 6:00 Uhr aus dem Fenster an meinem Bett um zu erspähen, was passiert. Ich sehe zwei kleine Schafherden, die in Richtung Tiermarkt getrieben werden. Um 07:30 Uhr stehe ich auf und ziehe mich warm an, denn die Sonne wärmt uns erst mittags, jetzt haben wir zwischen 8 und 10 Grad und der Markt liegt größtenteils noch im Dunkeln oder im Schatten.

Den Teil mit Gemüse kennen wir ja schon, deshalb schauen wir jetzt nach dem Teil wo die Tiere gehandelt werden. Den meisten Schafen, Ziegen und Rindern sind die Beine zusammengebunden. Die können sich eigentlich nicht bewegen und das sieht nicht schön aus! In einer Buchte stehen zwei Kamele mit einem Jungtier. Ein paar Schafe stehen in abgegrenzten Buchten und sind nicht weiter angebunden – die haben es gut! Die übrigen Kamele stehen in einer Ecke und werden bewacht, sie sind auch nicht angebunden.


Wir gehen weiter in die ‚Gemüseabteilung‘, in den Non Food Bereich und sehen auch dort vorbei, wo Fleisch verkauft wird. Ich kenne die Bilder zwar von früheren Reisen aber ich möchte mir das nicht gerne ansehen, wie das Fleisch von Ziegen, Lämmern und Rindern ‚ausgestellt‘ wird. Dann kommen wir noch an einer Ecke vorbei wo Geflügel lebend verkauft wird. Auch hier wird mit den Tieren nicht zimperlich umgegangen. Also schnell weiter, zurück zum Gemüse und dort kaufen wir etwas ein.

Für wirklich sehr wenig Geld haben wir Zucchini, Paprika, Kartoffeln, Mandarinen und Orangen gekauft und finden schließlich noch einen Stand mit Datteln und kaufen dort ein Kilo saftige, dunkle Datteln. Obwohl sie nicht deklariert sind, würde ich sagen, es sind Madjul-Datteln, zu einem sehr günstigen Preis. Auf dem Markt muss man Obst und Gemüse nicht verhandeln. Das macht den Einstieg in Marokko leicht – wenn wir später vielleicht eine Tagjine oder anderes kaufen wollen, dann werden wir handeln (müssen).


Nun müssen wir uns erstmal entscheiden wo wir die kommenden Nächte verbringen wollen. Wir entscheiden uns nach Sidi Ifni und dort auf den Campingplatz zu fahren. Direkt am Meer bei 19 Grad lässt es sich prinzipiell gut aushalten. Der Platz ist allerdings nicht sehr schön, wenn man, wie wir, nicht in der ersten Reihe am Meer stehen kann. Die Autos stehen recht eng beieinander, so dass der Aufenthalt am Auto keinen großen Spaß macht. Also gehen wir zum Meer und trainieren unsere Fußmuskulatur indem wir über unterschiedlich große Kiesel und Steine im Wasser ‚laufen‘. Später gehen wir noch im Ort spazieren, schauen den Surfern zu, trinken einen Espresso und Dirk kocht uns ein leckeres Abendessen. Wir beschließen diesen Tag mit dem Schreiben des Reiseberichts.

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Die komplizierte Überfahrt nach Marokko

Um 12:00 Uhr kommen wir an der Abfertigung an, nachdem wir auf diesem riesigen Gelände bereits zweimal einen Kreisverkehr umrundet hatten und uns dann nochmal von einem Mitarbeiter zeigen lassen mussten wo wir lang müssen und dann, nachdem ich das Ticket auf dem Handy vorzeige, werden wir wieder in eine andere Richtung geschickt. Da es keinen anderen Schalter gibt, landen wir bei dieser Abfertigung ein zweites Mal und werden wieder weg geschickt. Dann endlich begreifen wir, dass wir doch nochmal zum Terminal müssen, wo die Tickets verkauft werden – wir benötigen ein Ticket auf Papier. Meine Güte – wie umständlich ist das denn?!? Und wieso können wir ein Ticket online kaufen, wenn wir es doch in Papierform brauchen? Nun erfahren wir, dass die Fähre eine Stunde Verspätung hat. Beim dritten Anlauf lässt uns der Mensch in seinem Häuschen dann endlich durch und wir landen auf einem Platz in einer Autoschlange. Auf dem Platz stehen bereits etwa 60 Autos… und da standen wir und standen… und fragten uns, was mit unserer Buchung sei, denn es wurde 14:00 Uhr und 15:00 Uhr und endlich um 16:40 dürfen wir auf den nächsten Platz vor der Fähre fahren. Jetzt gehts doch endlich gleich los oder? Nö… wir stehen auf diesem Platz noch eine Stunde und es wird schon dunkel als wir auf die Fähre dürfen. Es hat den ganzen Tag geregnet und so harrten wir in unserem Auto aus, immer in Bereitschaft, denn es könnte ja gleich losgehen. Da hätten wir super schon mal den Reisebericht weiterschreiben können! Beim Entladen der Fähre konnten wir gut sehen, dass die Schwelle zur Rampe sehr groß ist, so dass Autos teilweise aufsetzten und die Rampe so steil, dass ein Campervan wieder rückwärts runter musste – er schaffte die Steigung nicht. Jetzt gehts für mich über diese große Schwelle. Ich hatte mir schon überlegt wie ich das anstellen könnte; ich würde versuchen immer nur jeweils einen Reifen auf die Rampe zu bekommen, das hält den Wagen besser im Gleichgewicht. Und so ging es dann auf die steile Rampe nach oben. Ich hatte etwas Platz zum vorherigen Fahrzeug gelassen um nicht auf der Rampe halten und erneut anfahren zu müssen. Puh… geschafft. Dann oben in der Fähre eine Schleife fahren und es war klar, diese Rampe müssen wir auch wieder runter…

Die Fahrt auf der Fähre verbrachten wir mit der Passkontrolle und der Registrierung unseres Fahrzeugs. Während die Passkontrolle keine Probleme machte, dauerte die Fahrzeugregistrierung ziemlich lange. Na gut, es war eh dunkel und gab für uns draußen nichts zu sehen aber man kann eine Fährfahrt auch anders verbringen als darauf zu warten, dass das Programm oder das Internet oder was auch immer wieder funktioniert. Der Mitarbeiterin war es allerdings auch ziemlich unangenehm und sie entschuldigte sich mehrmals. Nach über einer Stunde auf der Fähre hätte ich frische Luft gut gebrauchen können. So langsam ging mir das Geschaukel auf den Magen. Draußen war es aber dunkel und nass und kühl – keine guten Voraussetzungen um mal eben raus zu gehen. So standen wir an einer Tür die nach draußen führte und schnappten etwas Luft und dann ging Dirk doch auch mal an die Reeling und ich auf eine Stufe der Treppe die nach oben führte. So sahen wir die Lichter Marokkos und es dauerte auch nicht mehr sehr lange bis der Hafen zu sehen war.
Wir sind dann, sobald die Fähre begann in den Hafen einzulaufen, schon zu unserem Auto gegangen und ich war doch überrascht, dass die Fähre nicht sehr voll war mit Autos. Nun also die Rampe wieder runter und unten wieder auf die Schwelle achten, schön einen Reifen nach dem anderen über die Schwelle bringen und dann weiter zur Einreisekontrolle. Nochmal die Pässe zeigen und dann bitte mal die Hecktüre auf und zur Seite treten, denn ein Drogensuchhund (oder wie heißen die?) darf mal bei uns ‚reinschnuppern‘ – findet aber nix.
Auf der Fähre hatten wir eine Frau getroffen, die in den letzten Jahren öfter in Marokko war und diesen Grenzübergang kannte. Sie musste eine weitere Kontrollschleife fahren und ihr Auto wurde geröntgt. Aber sie hatte uns erzählt, dass man auf dem Parkplatz hinter der Kontrolle gut stehen und auch die Nacht verbringen könnte und das machen wir auch, denn es ist inzwischen 20:30 Uhr und so brauchen wir keinen Platz zu suchen. Am nächsten Morgen verlassen wir den geschützten Bereich des Hafens, fahren Richtung Tanger Med und nutzen eine Regenpause um uns erstmal Geld an einem Bankautomaten zu ziehen. 

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Tschüss Portugal – Hallo Spanien

Heute ist der 08.01.2026
Zweidrittel der Auszeit sind vorüber. Die letzten Wochen waren teils prall gefüllt von Erlebnissen und teils sehr erholsam, weil nicht viel passierte. Aber was ist seit unserem Aufbruch vom Campingplatz bei Lagos passiert?
In Olhão am 19.12. haben wir einige Schwierigkeiten einen guten Platz auf dem Campingplatz zu finden. Bei der Anmeldung heißt es nur ‚suchen Sie sich einen Platz aus‘ – das klingt erstmal super! Aber hier steht alles dicht an dicht und zu einigen Plätzen kommt man gar nicht. Die anderen sind zu nass, zu dunkel oder zu schräg. Dann haben wir doch noch einen Platz gefunden, an dem wir uns für diese eine Nacht wohl fühlen und keinen direkten Nachbarn haben. In dem kleinen Supermarkt des Campingplatzes kaufen wir etwas ein, denn ich möchte gerne mal eine Quiche in unserem Omnia Backofen machen. Das klappt auch relativ gut… und wir lernen dazu, dass der Boden etwas mehr Zeit zum Vorbacken benötigt.
Am 20.12.  wollen wir auf den „Zigeunermarkt“ in Tavira. WOW der ist schon ganz schön groß und beim Anblick der vielen schönen südländischen Bäume der Baumschule, denke ich darüber nach, wie es wäre hier einen Garten zu bewirtschaften. Diese Gedanken sind schon Entspannung pur. Was ich alles in meinem Garten bei Tavira anbauen könnte: Meine Orangen-, Limetten- und Kumquatbäume könnten hier im Garten stehen, ich könnte Mandarinen, Sternfrucht, Kiwis und so vieles mehr anbauen. Wir kaufen etwas sehr leckeres ‚Fettgebackenes‘ und fahren weiter nach Lagoão.

Hier finden wir einen Campingplatz, der mich weiter träumen läßt: unter Mandarinen- und Orangenbäumen dürfen wir zwei Nächte verbringen. Bevor wir fahren, sammeln wir etwas Fallobst und ich schieße noch ein paar Fotos von diesem grandiosen Platz auf dem wir zwischen Obstbäumen standen, und Hühner herumliefen!

Nun schreiben wir schon den 21.12. – der Weg nach Marina del Este, wo wir bei und mit Doris Weihnachten und Silvester verbringen wollen, ist schon etwas weiter und ich möchte dort entspannt ankommen. Außerdem haben wir noch zwei ‚Aufgaben’: erstens soll ein Päckchen nach Bremen gesendet werden und zweitens will ich doch gerne schon von dem exzellenten Olivenöl etwas kaufen. Zunächst benötigen wir also eine Post und dann geht es nach Santa Catarina zur Olivenölpresse. Dort angekommen, geben wir im Büro unsere Bestellung auf – und sollen in Bar bezahlen. Ach du Schreck, damit haben wir nicht gerechnet. Es geht also zu Fuß ins Dorf um Geld zu ‚organisieren‘. Die Bank, die wir finden, zahlt kein Geld aus… grrr… wir sollen es doch bitte am Automaten versuchen aber sie weiß nicht ob es dort funktioniert.

Puhhh… wir bekommen das begehrte Geld am Automaten, gehen zurück zur Olivenölpresse und da steht unsere Bestellung bereits abgepackt und wartet auf uns. Dieses hier ist nicht für uns – sieht aber urig aus!

Nun geht es über die Grenze nach Spanien und wir verabschieden uns vorerst von Portugal. Auf dem Weg nach Marina del Este werden wir uns noch einen Zwischenstopp suchen. Gegen Abend kommen wir an einem, von anderen Campern angezeigten Parkplatz. Dort möchte ich nicht stehen, denn er liegt direkt an einer Straße, es lungern viele Katzen herum und insgesamt fühle ich mich richtig unwohl an diesem Ort.

Also fahren wir weiter. In die Dunkelheit und in die Berge. Das ist teilweise ziemlich anstrengend, mit Auf und Ab und vielen Kurven verbunden.

Dann finden wir, ziemlich entnervt, den Parkplatz in den Bergen. Zwei Camper stehen hier schon und wir sind so richtig überrascht! Jedes Fahrzeug hat seine eigene Parkbucht mit eigenem Wasseranschluss. Am nächsten Morgen entdecken wir, dass es sogar für jede Parkbucht eine Entsorgung für die Toilette gibt und Strom  – an der Rückseite des ‚Versorungsblocks‘. WOW – das haben wir so bisher nicht gesehen und es scheint einzigartig.

Wir fahren weiter und halten in Nerja kurz um Grundnahrungsmittel einzukaufen. Mit Doris hatten wir abgesprochen wer was ‚mitbringt‘. Und dann sind wir gegen 16:00 Uhr an einem Sehnsuchtsort, denn vom Balkon aus können wir auf das Meer schauen. Hier mal ein Sonnenaufgang:

Es wird hier nebenan (leider) gerade gebaut aber wegen der Feiertage wird es auch genügend Zeit geben den Ausblick zu genießen. Von Doris bekommen wir das große Schlafzimmer und können hier sogar den Sonnenaufgang über dem Meer direkt vom Bett aus sehen. Da die Nächte recht kühl sind und die Tag teilweise regnerisch, wird es zu Routine, abends eine Wärmflasche mit ins Bett zu nehmen. Aber dann ist es auch wirklich richtig kuschelig warm.

Unsere Weihnachtsdeko besteht aus einer kleiner ‚Mitteldecke‘ (meine Kolleginnen werden sich erinnern – die mit Keksmuster) und ein paar goldenen Christbaumkugeln, die Doris beisteuert. Ein paar Teelichter runden unsere Deko ab. Es ist herrlich unkonventionell und ohne jegliche Erwartungen. Zum ‚Weihnachtsessen‘ wurde noch ein Freund geladen und um 23:00 Uhr endet dieser wunderschöne Weihnachtstag.

Am ersten Weihnachtstag gehen wir zum Strand. Ich weiß, dass ich hier Meerfenchel finden werde und die Idee, Steine als Seifenablage zu nutzen, gefällt mir so gut, dass ich auf die Suche nach geeigneten Steinen gehe.

Abends fahren wir in die Berge nach Lentegi um eine Flamenco-Aufführung zu besuchen. Der Weg dorthin ist unendlich kurvig, eng und teilweise ziemlich steil. Im Ort angekommen gehen wir zu Fuß wieder steile Wege entlang bis wir zur Community-Hall gelangen. Eine kleine Bühne, ein rustikaler Tresen und dazwischen gefliester Boden. An einer Seite des Raumes stehen Gartenstühle- und Tische – wer auf einem Stuhl sitzen möchte, holt sich einen. Die Veranstaltung sollte um 20:00 Uhr beginnen und hier in den Bergen war es noch kühler als am Meer. Von anfangs 9 Grad kühlte es in eineinhalb Stunden auf 6 Grad herunter.

Die Flamenco-Vorführung bestand zunächst aus viel archaischem Gesang bis eine Tänzerin zu dem Gesang tanzte. Die MusikerInnen verstanden es ausgezeichnet das Publikum einzubeziehen, so dass teilweise der ganze Saal mitsang. Diese Vorführung hatte nichts mit den Vorstellungen für Touristen gemein. Hier waren in erster Linie die Dorfbewohner und frönten einem Brauch.

Nach dieser Flamenco-Vorstellung sollte noch eine Rockband spielen aber wir waren durchgefroren und es war sehr laut, so dass wir gern auf Doris‘ Vorschlag eingingen, ‚nach Hause‘ zu fahren. 

Erwähnte ich schon den wunderschönen Sonnenaufgang über dem Meer? Dirk hat sich einen Spaß gemacht und durch die Laterne auf dem Balkon die aufgehende Sonne fotografiert.


Der 26. Dezember ist in Spanien kein Feiertag und so begannen die Bauarbeiten nebenan. Der Lärm hielt sich aber in Grenzen und Doris wusste, dass um 10:00 Uhr Pause gemacht wird. Ich hatte endlich mal wieder eine Facetime-Verbindung mit Kindern und Enkeln. Das tut sehr gut! Und dann wurde Wäsche gewaschen und der Rest des Tages ausgeruht.

La Herradura ist das nächste Dorf und etwa 3 KM von unserem Standort entfernt. Es geht aber arg den Berg rauf und runter, so dass wir einen sportlichen Weg hatten. In La Herradura kauften wir etwas ein und tranken einen Café. Eigentlich wollten wir schon am 25. mit Doris essen gehen und uns für den Aufenthalt bei ihr bedanken aber wir hatten so viel vom 24. übrig, dass es ein paar Tage dauerte. Nun war es soweit und Doris zeigte uns eines ihrer Lieblingsrestaurants in Almuñecar. In der Bodega Francisco mussten wir etwas auf unseren Tisch warten und erhielten eine Tappa und einen Vermouth rosso, dann haben wir ein wundervolles Menü genossen und zum Abschluss einen Espresso.

Da Doris in einer Wohnung ein Sofa hat, welches ausgebessert werden soll, schauen wir uns das gemeinsam an um zu entscheiden ob es für den Transport vielleicht in unseren Van passt. Das passt leider wegen der Schränke über unserem Bett nicht und so beschließen wir ein Auto zu mieten.

Zunächst genießen wir einen ruhigen Abend und am nächsten Morgen bei herrlichem Sonnenschein um 10:00 Uhr ein fantastisches Frühstück auf dem Balkon – ich sag‘s euch: mein Sehnsuchtsort!

Dann nimmt uns Doris mit nach Almuñecar. Wir schlendern durch die Straßen und zu einem Woll-Laden, trinken Espresso und wollen etwas einkaufen. Also zum Bioladen und was es hier nicht gibt wird bei Lidl oder Aldi besorgt. Dann wollen wir mit dem Bus zurück aber es ist nicht so leicht herauszufinden welchen Bus wir nehmen müssten damit wir in Marina del Este landen. Deshalb nehmen wir ein Taxi – diese Entscheidung war goldrichtig für uns.

Am nächsten Tag gehen wir das Projekt ‚Sofatransport‘ an. Da Doris ein so großes Auto nicht fahren möchte, fahre ich es. Die Straßen sind etwas unübersichtlich, die Fußgänger haben hier absoluten Vorrang und so fahre ich sehr vorsichtig zur Wohnung und parke das Auto.


Nachdem wir das Sofa aus der Wohnung im 3. Stock geholt hatten und mit Dirk in den Fahrstuhl verfrachtet hatten, gingen Doris und ich die Treppen hinunter und warteten darauf, dass der Fahrstuhl ankäme. Es dauerte merkwürdig lange, aber dann kam er endlich und die Tür öffnete sich, der Fahrstuhl war aber leer!!! Hä?!? Wie geht das denn? Wir haben Dirk doch im Fahrstuhl mit Sofa gesehen? Des Rätsels Lösung:
Jemand hatte den Fahrstuhl in den 8. Stock ‚gerufen‘ bevor Dirk den Knopf für das Erdgeschoss gedrückt hatte. Er fuhr also nach oben, dachte er wäre angekommen und stieg mitsamt dem Sofa aus. Dann fuhr der Fahrstuhl sofort ins Erdgeschoss, wo er leer ankam. Dirk hatte ihn natürlich wieder nach oben ‚bestellt‘ als er seinen Irrtum bemerkte und kam dann mitsamt dem Sofa unten wieder an. Dann also das Sofa ins Auto, zum Polsterer, dort in einer sehr engen Straße eine Parklücke finden, das Sofa ausladen und zurück zur Autovermietung. Die begutachteten das Auto kurz und freuten sich, dass keine weitere Beule hinzugekommen war!
Am Silvestertag machten wir einen Spaziergang zum Meer in Marina del Este und ‚untersuchten‘ die Grenze des Bauvorhabens nebenan. Doris hatte erzählt, dass die Bauherren relativ frech mit Grundstücksgrenzen umgehen und wir waren neugierig, denn die Eigentümergemeinschaft ‚besitzt‘ ein Grundstück mit einem Pool, welches aber nicht gepflegt wird. Dort hatte die Eigentümergemeinschaft aber einen Zaun aufgestellt um die Grundstücksgrenze zu betonen. Der Zaun wurde anscheinend teilweise entfernt und Vorbereitungen für eine Mauer wurden getroffen. Ziemlich ärgerlich, wenn Grundstücksgrenzen einfach ignoriert werden und dann auch noch ein Teil des Blickes von diesem Ort auf das Meer versperrt wird.
Den Silvesterabend verbrachten wir mit etwas Fernsehen und dem ziehen von Karten und Runen und gingen um 00:00 Uhr mal auf den Balkon und auch zwei Etagen höher. Da das Treppenhaus aussen liegt, hat man von hier einen schönen Blick Richtung Almuñecar. Sehr viele Raketen wurden hier aber nicht gezündet und so war der Abend für uns bald zu Ende. 
Der erste Januar ist für uns ideal um etwas zu putzen. Wir möchten am nächsten Tag weiterfahren und wollen alles sauber und ordentlich hinterlassen! Auch der letzte Abend ist ruhig und sehr gemütlich. Für den nächsten Tag haben wir uns zu einem recht frühen Frühstück gegen 08:30 Uhr verabredet. Ich möchte in La Herradura zum Markt bevor wir weiterfahren und Doris hat auch noch einiges zu erledigen. Es war eine wundervolle Zeit bei dir, herzlichen Dank Doris!

Auf dem Markt in La Herradura kaufe ich ein paar Souvenirs und dann geht es Richtung Algeciras, wo wir die Fähre nach Marokko nehmen werden.

In Marokko möchte ich nicht abends ankommen – obwohl, wenn ich gewusst hätte, wie es dort in Tanger Med aussieht, hätte ich auch das super gefunden. Tagsüber, so meine Idee, könnten wir Delfine auf der Überfahrt in der Meerenge von Gibraltar sehen und hätten viel mehr von der Überfahrt. Also übernachten wir vorher noch ‚irgendwo‘. Und das ‚irgendwo‘ wurde der kleine Jachthafen kurz vor Gibraltar. Der Platz an sich ist nicht schlecht – wir haben gut geschlafen, aber es hat doch einige Zeit gebraucht den Platz zu finden und dann den Weg zur Fähre nach Algeciras. Online habe ich ein Ticket für die Fähre erstanden und dachte, es wäre schlau, nicht gleich am frühen Morgen, sondern die Fähre um 13:00 Uhr zu nehmen. Prinzipiell eine dufte Idee… 
Bevor wir die Fähre nehmen, wollen wir noch mal Wasser auffüllen und die Toilette ‚frisch machen‘. Die Tankstelle, die das anbietet finden wir auch aber es regnet in Strömen und wie dieser Versorgungsautomat zu bedienen ist, ist auch nicht intuitiv und auch mit der Anweisung in Bildern nicht leicht zu verstehen – außerdem stehen einige Camper rum, die anscheinend die selbe Idee haben. Endlich verstehen wir, dass der in der Tankstelle gekaufte Jetons erst in den Automaten gesteckt werden darf, wenn alle Lichter erloschen sind. Und das dauert… und es fühlt sich doppelt so lange an im Regen. Endlich sind wir fertig und fahren zur Fähre, das Ticket haben wir ja bereits… 

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Portugal IV

Heute ist der 18.12.25 und so langsam plane ich die letzten Tage in Portugal – aber was ist seit meinem Geburtstag passiert?

Am 02.12. habe ich den Sonnenaufgang, den ich am 01.12. nicht fotografiert hatte ‚eingefangen‘ und dann waren wir in Setúbal, denn die Markthalle hatten wir hier noch nicht gesehen.

Die ist allerdings nicht sooo besonders aber Dirk hat ein paar Skulpturen ‚gefunden‘.

Dieser Tag ist ein guter Tag um Fisch zu essen. Der gegrillte Fisch war wirklich sehr lecker, genauso wie die Süßkartoffeln die dazu serviert wurden und da Dirk die Vorsuppe nicht essen mochte, wird sie uns eingepackt. Auf dem Weg entdecken wir noch dieses kleine Boot.


Als wir auf unseren Platz zurückkehren sehen wir einen wundervollen Regenbogen!

Am Abend stecke ich mein 12v Netzteil in die 12v-Steckdose und auf einmal sehe ich Rauchschwaden. Sofort ziehe ich das Netzteil aus der Dose aber es stinkt schon wie sau… sorry aber so war es. Was war passiert?
Aus nicht zu klärenden Gründen war in die 12v Steckdose eine kleine Eisentülle eines anderen Netzteils gefallen und das hat zusammen mit meinem Netzteil so viel Hitze entwickelt, dass die Kunststoffummantellung eines dahinter liegendes Kabels komplett abgeschmort ist. Was für ein Gestank. Bis wir ins Bett gingen, hatten wir damit zu tun diesen Gestank zu entfernen. Zum Glück hatte ich ‚Atme wohl‘ dabei und da das Zirbenkiefer enthält, vermutete ich (richtig) dass es bei der Geruchsminimierung helfen könnte. Ich habe damit gleich den ganzen VAN eingenebelt. Weiterer Schaden konnte in der Nacht nicht entstehen – es lag kein Strom mehr an und so konnten wir ganz gut schlafen – um den Schaden kümmertenn wir uns am nächsten Tag.
Also müssen wir mal wieder etwas basteln, denn der Schaden war größer als zunächst angenommen: Das Radio funktionierte nicht mehr – und damit war auch die Rückfahrkamera außer Betrieb; die 2 Handy Ladehalterung funktionierten auch nicht mehr; die Sitze waren ebenfalls ohne Funktion und die 12v Steckdose war ja eh durch. Dabei verbaute Dirk nun auch Kabel mit angemessenem Querschnitt und die Kabel wurden alle mit Sicherungen einzeln abgesichert. Das hat uns einen Tag und reichlich Nerven gekostet – klar dass das erstmal ‚verdaut‘ werden muss…
Am nächsten Tag wollen wir weiterfahren und beginnen diesen Tag mit einem Besuch der Burg von Sebútal. In den ‚Gebetsraum‘ kann ich nur durch eine Scheibe fotografieren – betreten können wir den nicht. Eindrucksvolle Gemäuer sind das und die Aussicht hier ist wirklich sehr, sehr schön! 

Wir wollen noch einmal nach Porto. Dieser Laden mit dem Automaten, aus dem ich Ohrstecker gezogen hatte, ließ mich in meinem Gedanken nicht los. Und das Wetter war beim letzten Besuch ja auch mittelmäßig. Jetzt hoffen wir auf einen schönen Aufenthalt obwohl es im Dezember nicht wirklich warm ist in Porto und regnen soll es auch. Auf dem Weg machen wir einen Zwischenstopp auf einem Orbitur-Campingplatz, der nicht wirklich schön ist aber wir wollen duschen und Duschen gibt es hier. Das Trocknen der Handtücher ist bei nassem Wetter auch eine Herausforderung – wir kriegen das aber ganz gut hin. Dann halten wir noch bei einem Autozubehörladen, denn wir wollen unseren Vorrat an Sicherungen auffüllen – kann man ja anscheinend nicht genug von haben!
In Porto haben wir einen Platz gefunden, der hinter einem Laden für Campingbedarf sein soll. ‚Nuno‘ sollen wir eine Whats-App Nachricht schreiben und das mache ich. Die Antwort ist erstmal etwas nüchtern: „Was für ein Auto fahrt ihr“… hm .. na gut, wenn er es wissen möchte, schreibe ich es ihm. Die nächsten Nachrichten sind dann sehr einladend mit sehr vielen Informationen, so dass wir gut dort ankommen und den Platz finden. Den Laden für Campingbedarf gibt es allerdings nur online. Hier ist Nuno‘s Werkstatt aber dahinter stehen wir sehr gut und haben einen schönen Blick ins Grüne.

Leider ist das Wetter wirklich wieder sehr bescheiden – aber wir fahren trotzdem nach Porto rein bzw. lassen uns vom Taxi zum Markt Bolhão fahren. Von diesem Markt hatte ich schon mal berichtet – es ist m.E. nicht der schönste Markt. Wir gehen in das gegenüberliegende Café und genießen Pastel de Nata. Dann finden wir den Laden mit dem ‚Schmuck-Automaten‘ und ich fröne meiner kindlichen Lust und ziehe viele Kugeln mit Ansteckern, Ohrringen und einem Magneten. Hach ist das schön…
Dabei fällt mir ein, dass es in Bremen einen Schüler gibt, der einen alten Kaugummi-Automaten umgebaut hat – dort kann man Samenbomben ziehen. Auch so ein sinnvoller Automateninhalt.
Wir schlendern noch etwas über einen kleinen Weihnachtsmarkt und sehen eine interessante Skulptur. Und dann finden wir den Eisladen, in dem wir schon vor einigen Jahren Eis gegessen hatten und wiederholen das obwohl das Wetter es eigentlich nicht hergibt.

Ich finde noch eine Bäckerei und möchte unbedingt wissen was es mit diesem Bolo Rei auf sich hat. ist das so etwas wie Stollen? Also muss ein solches Teil gekauft werden. Später stellt sich heraus, es ist ein Hefekranz, der unterschiedliche Zutaten hat. Unserer hatte Mandeln und Walnüsse aber keine Rosinen und kein Zitronat oder Orangeat. Inzwischen ist es schon wieder dunkel und wir lassen uns von einem Taxi zu unserem Platz fahren. Am nächsten Tag sieht das Wetter nicht viel besser aus. Aber etwas muss ich Nuno noch fragen: Dürfen wir uns vom Mandarinenbaum auf diesem Platz ein paar Früchte ernten? Sehr gerne schreibt Nuno, er hätte am Tag zuvor eigentlich mit einem Beutel vorbeikommen wollen aber es hatte ja so geschüttet. Also ernten wir uns ein Kilo Mandarinen – was für ein Glück!

Nun geht es also nach Espinho, denn dort wartet der nächste Markt auf uns. Hier haben wir schon einmal am Meer übernachtet und an diesen Ort fahren wir wieder. Erstmal kochen wir uns einen Café und genießen das Meer. Das ist heute allerdings echt aufgewühlt und produziert ziemliche Wellen, die gegen die Steinmauern klatschen. 

Diesmal finden wir einen Platz an der Promenade, denn wir wollen am nächsten Morgen von hier aus zum Markt laufen. Am Abend erkunden wir den Ort noch, denn bisher haben wir in jedem Ort einen, wenn auch kleinen, Weihnachtsmarkt gesehen. Und den finden wir auch hier. Für den Rückweg holen wir uns eine Portion Churros und dann geht es auch schon ins Bett.

Am nächsten Morgen geht es also auf den Markt – und den kennen wir schon. Wir wissen, dass der 3 km lang ist und alles hergibt, was das Herz begehrt. Wir kaufen ein paar Tamarillos, kleine eiförmige Früchte, die sehr gut riechen. Allerdings werden wir etwas ‚eingeschüchtert’, denn eine Portugiesin beißt in eine Frucht und spuckt es direkt wieder aus – ihrer Meinung nach sind sie viel zu sauer. Die Tamarillos können sehr gut schmecken, müssen dafür aber sehr rot, also sehr reif sein. Egal… ich will die Frucht kennenlernen, wir kaufen deshalb aber nur eine kleine Menge. Als wir alles gesehen und auch etwas eingekauft haben, merke ich meine Füße und bin froh als wir wieder am Auto ankommen.
Wir wollen weiter nach Obidos. Abgesehen davon, dass dieser mittelalterliche Ort für sich schon sehenswert ist, wird hier Die Burg zum ‚Vila de Natal‘ – zum Weihnachtsdorf. Ich hatte überlegt, dass wir den Ort auf diese Weise im Dunkeln gut erkunden könnten. Was ich nicht wusste: Ohne Eintritt zu zahlen, kann man ‚nur die halbe Burg‘ sehen und die Burg besteht aus sehr vielen kleinen Geschäften. Das Ganze ist also ein Weihnachtsgeschäft. Trotzdem wunderschön anzusehen und anscheinend besucht ganz Portugal dieses Ereignis gerne. Auf dem großen Parkplatz wird es um 22:00 Uhr sehr still und so bleiben wir für die Nacht an diesem Ort.

Dann geht es weiter gen Süden – bei einer Pause finde ich diese wunderschönen Blätter und denke dabei an Anton.

Schließlich landen wir am 10. Dezember in Lagos, wo am Nachmittag ein Biomarkt stattfinden soll – außerdem hat Anton Geburtstag! Das Wetter ist besser als erwartet und so schlendern wir durch die Altstadt und am Hafen entlang. Dann ist es endlich 13:45 Uhr. Anton müsste jetzt zu Hause sein, also starten wir ein Video-Call um zu gratulieren! Nach dem Geburtstagsständchen und dem Bericht zu seinen Geschenken, erwähne ich, dass es jetzt bestimmt Mittagessen gibt. Nee haben die schon längst… und da fällt es mir auf, wieder hab’ ich mich in der Zeit vertan und ich bin eine Stunde ‚hinterher‘. In Verden ist es schon fast 15:00 Uhr. 
Wir kehren zum Mittag ein und erleben mal eine ‚Tourismus-Falle‘. Die anscheinend angemessenen Preise, das Fischgericht kostet 18,50 Euro, schließen nichts weiteres ein – wirklich nichts! Das Fischgericht besteht aus einem (ziemlich großen) Stück Fisch! Am Ende ein recht teures Vergnügen aber wir gönnen uns das nicht so oft, also alles in Butter – der Fisch in Olivenöl und mit viel Knoblauch war hervorragend.
Dann geht es zum Nachmittagsmarkt in die Markthalle und vorher noch nebenan zum Bioladen, der auch Café und Kleinigkeiten zum Essen anbietet.
Auf dem Markt kaufen wir Feigenmarmelade, von einer Deutschen, die hier bereits 20 Jahre lebt. Anschließend fahren wir auf den uns bereits bekannten CampingCar Figueira. Es ist schon dunkel und nach 18:00 Uhr, das Tor zum Platz also geschlossen aber wir kennen den Code und suchen uns einen Platz. Dirk schreibt noch eine Mail an den Betreiber, mit der Info auf welchem Platz wir stehen.
Morgens wachen wir bei Sonnenschein auf und wechseln den Platz noch einmal um so viel Sonne wie möglich abzubekommen, etwas abseits zu stehen und auch ein wenig mehr Platz für uns zu haben. In den folgenden Tagen besuchen wir von hier aus Märkte und Flohmärkte, packen ein Weihnachtspäckchen für die Enkel, versenden Karten und kochen endlich die Tamarillos zu Marmelade. Und die schmeckt so richtig super!

Unsere Tage in Portugal neigen sich dem Ende. Wir versuchen das Beste aus dem Wetter herauszuholen. Und meine Gedanken gehen manchmal nach Marokko, manchmal bleiben sie aber auch an dieser Gegend hängen. Hier haben wir zwei Stunden mehr Helligkeit als in D und es wäre zu schön, wenn ich hier bleiben oder wieder hierher kommen könnte.
Es schleicht sich also etwas Wehmut in die Gedanken ein und gleichzeitig freue ich mich schon auf D und auf meine liebsten Freund:Innen, Kinder, Enkel und nicht zuletzt auch auf die Kolleg:innen. 
Marokko hat natürlich seinen Reiz und auch dort werden wir tolle Erlebnisse haben.
Jetzt aber erstmal die letzten Tage in Portugal genießen: Am Mittwoch waren wir in Sagres. Dort waren wir auf unserer letzten Portugalreise auch. Die Sonne schien und die 18°C fühlten sich an wie 16°C. Aber das war immer noch sehr angenehm. Auf dem Weg besuchen wir eine Töpferei. Diese bunte Vielfalt ist überwältigend! Leider ist das alles sehr zerbrechlich und nicht dafür geeignet zwei Monate im Van durch die Gegend gefahren zu werden. Ich befürchte es könnte zu viel zerbrechen. Also müssen die Fotos als Erinnerung genügen.


Eine Fischauktion erlebten wir diesmal nicht, auch hatte das Restaurant geschlossen, in dem ich beim letzten Mal einen fangfrischen Fisch gegessen hatte. Im Hafen fanden wir eine Jacht, der der letzte Sturm anscheinend heftig zugesetzt hatte. Wieso das Boot aber so im Wasser liegt und nicht geborgen wird, ist mir immer noch ein Rätsel. Mit Blick auf das Meer haben wir dort eine Kaffeepause eingelegt. Sagres lebt vom Tourismus und so verabschiedeten wir uns bald wieder von diesem Ort um nach Lagos zu fahren.

Wie letzten Mittwoch, wollten wir zum Biomarkt und in den Bioladen. Mit gut gefüllten Einkaufstaschen und einem ‚Sumo do Dia’ fuhren wir wieder auf unseren CampingCar Figueira. Diesmal allerdings mit Hindernis, denn die Straße wurde ausgebessert und wir standen im Stau. Mit einem kleinen Umweg ging es für uns dann aber doch noch recht zügig ‚nach Hause‘.

Heute haben wir das gute Wetter genutzt und sind nach ‚Alte‘ gefahren. Ein kleines Dorf in höheren Lagen, in dem heute eigentlich ein Zigeunermarkt abgehalten werden sollte. Auch wenn ich nicht verstehe, wieso diese Märkte nach wie vor Zigeunermarkt heißen. Sie könnten auch Haushaltsmarkt oder ähnlich heißen. Wie auch immer, der Markt fand nicht statt. Wir haben uns den Ort, einen kleinen Wasserfall und die Quelle angesehen. Auf dem Rückweg gab es dann eine ‚Pingado-Pause‘ mit Pastel de Nata – das war wirklich sehr lecker! 

Nach einer Dusche auf unserem Platz haben wir die vergangenen Tage bezahlt, denn morgen geht es weiter – nach Olhão.

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Geburtstag

Das hatte ich noch nie – 18 Grad und Sonnenschein am 01. Dezember! Ich wache auf als die Sonne aufgeht – so um 07:00 Uhr Ortszeit (08:00 Uhr in D) WOW – was für ein Himmel. Da ich aber im Bett liege und darauf nicht vorbereitet bin, gibt es kein Bild vom Sonnenaufgang.

Ich freue mich schon auf das Geschenk, das meine Nachbarin mir mitgegeben hat. Seit drei Monaten fahre ich es durch die Gegend und heute wird es geöffnet.

Dirk macht ein schönes Frühstück und zur Feier des Tages wird die Kerze von Anton angezündet, die ich ebenfalls mitgenommen hatte. Und dann trudeln natürlich Glückwünsche ein und ich freue mich ungemein, wer so alles an mich denkt und auch auf diese Entfernung mit mir verbunden ist. Eine Karte erhalte ich erstmal als Bild – das passt wirklich gut!

Nach dem Frühstück gehen wir in Setúbal am Meer spazieren und ich freue mich an den vielen Fischerbooten, die hier noch im Einsatz sind. Wie schön, dass hier noch keine teuren Jachten im Hafen liegen. Wir hätten hier auch wunderbar Fisch essen können aber wir haben keinen Hunger. Und so bleibt es bei einem Café und einem Stück Kuchen.

Heute stelle ich die vielen Blümchenbilder hier in den Blog ein, die ich in den letzten Wochen gemacht habe – dass passt doch!  

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Portugal III

Das Süßkartoffelfest in Aljezur war ein Reinfall! Leider haben wir nur eine große, eingedeckte Festhalle entdecken können und im Eingangsbereich eine Band, die gerade ihren Soundcheck machte. Ohrenbetäubender Lärm – anders kann ich das nicht bezeichnen. Vor der Festhalle haben wir einige kleinere Maschinen für die Landwirtschaft gesehen.
Keine Spur, nicht mal die kleinste Spur von Süßkartoffeln. Und ich hatte mir vorgestellt, dass wir dort haufenweise Stände vorfinden mit den unterschiedlichsten Angeboten und Darreichungsformen von Süßkartoffeln – Fehlanzeige!

Na gut … dann fahren wir eben weiter. Allerdings brauche ich noch eine Post. Die nächsten Geburtstage stehen an und ich will wenigstens Briefe versenden. Bei der Gelegenheit schauen wir neben der Markthalle in einen kleinen Imbiss. Dort essen die Einheimischen und wir bestellen uns eine Suppe. Was für eine gute Idee! So einfach und so köstlich. Einen Café gibt es dort auch noch, dann geht es zur Post. Schade, dass die Hauptstraße, an der die vielen kleinen Geschäfte und auch ein Bioladen angesiedelt sind, so schmal ist, dass der Fußweg auf der einen Seite teilweise nur 50 cm breit ist. Wir finden die Post und fahren dann weiter Richtung Lissabon. Wir haben Lissabon in unserem letzten Portugal-Urlaub schon einmal besucht und wissen, dass es in Seixal einen super Parkplatz gibt auf dem wir stehen können. Von dort aus nehmen viele Portugiesen die Fähre nach Lissabon um zur Arbeit zu kommen. Dort wollen wir uns wieder hinstellen, doch zu unser Überraschung gibt es an diesem Ort nun auch einen Stellplatz für Wohnmobile. Da wir erst um 19:00 Uhr ankommen, sind alle Plätze belegt. An der Seite finden wir aber einen Platz auf dem wir niemanden behindern und dort stellen wir uns hin. Nach uns kommen noch mehrere Fahrzeuge, eins stellt sich vor uns, eins hinter uns aber es wird trotzdem niemand behindert und am nächsten Morgen stellen wir uns auf einen freien, ausgewiesenen Platz. Dann wird ein Geburtstags-Videocall mit Jelka gestartet und ich erfahre, dass auch diese Geburtstagspost rechtzeitig angekommen ist. Darüber freue ich mich, weil das doch schwer einzuschätzen ist und weil es nicht immer einfach ist eine Post und die nötigen Utensilien zu finden.
Danach machen wir uns auf den Weg zur Fähre. Wir wollen auf einen Flohmarkt. Die Fähre fährt am Samstag aber nicht so oft, so dass wir erstmal ziemlich lange warten müssen. Auch in Lissabon kann man viele Höhenmeter machen und das ermüdet schnell. Deswegen lassen wir uns zum Flohmarkt fahren. Und diese Idee ist auch ganz gut – es wäre ziemlich weit gewesen und mittlerweile ist es schon 11:00 Uhr. Der Flohmarkt am Feira da Ladra erstreckt auf etwas über zwei Km.

Das ist überschaubar. Nachdem wir die Stände ausgiebig betrachtet haben, lassen wir uns bei einem Restaurant inmitten der Flohmarktstände nieder. Das daran angrenzende Gebäude beherbergt viele kleine Antiquitätenläden, die sich ebenfalls in den Flohmarkt integrieren. Im Restaurant gibt es ein paar gute Mittagsgerichte und die Menschen, die bereits anstehen um einen Tisch zu ergattern, werden geschickt nach und nach an freiwerdende Tische gelotst. Es herrscht ein reges Treiben und ich bewundere die Angestellten, die das hier ziemlich gut ‚im Griff’ haben. Gut gesättigt geht es für uns auf den Campo de Santa Clara und wir genießen die Aussicht in diesem sehr kleinen Park mit einem Imbiss, der ebenfalls an den Flohmarkt grenzt.

Wir beschließen, uns durch Lissabons Straßen treiben zu lassen – der Stadtteil Braca bietet schon schöne Einkaufsstraßen und führt auf den Weihnachtsmarkt Praca dom Pedro IV. Das sieht fast aus wie bei uns – viele Naschereien und viele, warme, alkoholische Getränke. Wir können nicht widerstehen und kaufen etwas Nougat mit Nüssen, wollen nun aber unbedingt zur Fabrica de Nata. Dort haben wir bei unserem letzten Lissabon-Besuch die besten Pastel de Nata gegessen. Und wir finden die Frabrica, zu den Pastel gibt es natürlich einen Café.

Die Unglücksstelle mit der Bahn liegt auf der anderen Seite des Platzes – dort möchte ich nicht hin. Zurück zur Fähre gehen wir noch am Elevator de Santa Justa vorbei und treffen dabei die berühmte Linie 28. Ziemlich erledigt und ausgepowert kommen wir am Fährhafen an und fahren zurück zum Stellplatz.


Am nächsten Tag wollen wir noch zwei Märkte besuchen – deshalb gehen wir früh schlafen. Inzwischen kennen wir auch den Fahrplan und wollen am nächsten Morgen um 09:00 Uhr die Fähre bekommen. Deshalb geht es ohne Café zur Fähre. Das Ticket müssen wir heute am Automaten kaufen, der Schalter ist nicht besetzt. Auch einen Café gibt es heute am Kiosk nicht und so suchen wir in Lissabon als erstes einen Café. Lissabon sieht heute ‚merkwürdig‘ aus. Vor dem Bahnhof stehen viele Polizisten und die Straßen sind abgesperrt. Da wir nicht genau wissen wo uns ein Wagen abholen darf, entscheiden wir zunächst mit dem Roller ein Stück zu fahren. Das ist kein leichtes Unterfangen: Die Straßen sind teilweise sehr holprig, die Gleise wollen auch oft überquert werden und Dirk hat einen ‚schwachen‘ Roller erwischt, der die Steigungen nur mit Unterstützung schafft. Nach 5 Km lassen wir die Roller stehen und lassen uns zum Feira do Relógio fahren.

Was für ein Markt! Dieser Markt erstreckt sich über 3 Km in zwei Reihen, so dass wir dort 6 Km laufen. Etwas Obst, Gemüse und Mandeln kaufen wir und wollen dann auch etwas essen. Das wird allerdings zunächst ein Reinfall! Was die Portugiesen so essen ist echt haarsträubend. Ich beschreibe es mal so: Fett auf Brot mit Zwiebeln… es schaudert mich beim Schreiben noch. Am Stand nebenan gibt es etwas schmackhafteres und dann schlendern wir zum Ende des Marktes und lassen uns dort abholen. Es soll zur LX Factory gehen, einer alten Fabrikanlage, die zu einem kulturellen Ort mit Gastronomie, einigen Einkaufsläden und einer Bibliothek umgestaltet wurde. Auch Popup-Läden finden sich hier und Sonntags findet hier zudem ein Kunsthandwerksmarkt statt.

Wir schauen uns alles an, suchen dann noch einen Ort für einen Café und finden eine ‚Charcuteria Doce‘. Diese süße Wurst ist im Prinzip ‚Kalter Hund‘ in Form einer Salami und hier in den verschiedensten Geschmacksrichtungen zu bekommen. Ich probiere eine Scheibe mit Cappuccino-Geschmack, Dirk eine mit Churros-Geschmack. Ich kann diese ‚Schoko-Bombe‘ unmöglich aufessen und nehme den Rest mit.

Jetzt sind wir aber wirklich mal wieder satt, nicht nur vom Essen sondern vom Laufen und Erkunden und Betrachten, deswegen lassen wir uns abholen und es geht zurück zur Fähre. 
Da wir nicht noch eine Nacht auf diesem Stellplatz stehen wollen, hatte ich am Tag zuvor bereits einen privaten Stellplatzanbieter kontaktiert und einen Platz gebucht. Als wir dort ankommen, sieht es aber wenig einladend aus – dort möchte ich nicht stehen, denn schließlich habe ich morgen Geburtstag und da möchte ich doch ein schönes Umfeld haben. Also suchen wir einen anderen und finden einen Campingplatz den wir ansteuern. Dieser liegt am Meer ganz in der Nähe von Setúbal. Inzwischen ist es dunkel aber wir dürfen uns einen Platz aussuchen und fahren erstmal auf den Campingplatz. Ein Platz direkt am Meer ist noch frei und den nehmen wir. ‚Direkt am Meer‘ ist etwas irreführend, denn ein Zaun trennt leider den Campingplatz vom Meer. Trotzdem scheint es hier sehr schön aber das sehen wir erst am nächsten Morgen.

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Portugal II

18.11. Dieses sehr nasse, sehr stürmische und kühle Wetter dauerte jetzt eine Woche. In dieser Woche habe ich oft nicht gut geschlafen. Wir haben aber vergleichsweise Glück gehabt, denn in Albufeira hat ein Tornado einen Teil des Campingplatzes verwüstet und es gab ein Todesopfer. Und in Lissabon ist ein Ehepaar durch die Regenmengen und der Überflutung ihres Hauses ums Leben gekommen. An einem Tag fegte über unseren Campingplatz auch so etwas wie ein mini Tornado. Die Mülltonnen fegten über den Platz und und unser Van schaukelte gefährlich. Aber am Montag schien endlich wieder die Sonne bei 19 Grad und ohne Wind.
Ein guter Tag um nach Porto zu fahren. Dafür nehmen wir ‚Uber‘ um zur Metro-Station zu kommen. Die Metro bringt uns in 40 min nach Porto. In Porto möchte ich zunächst einen Stoffladen aufsuchen – ein Pulli will ausgebessert werden. Anschließend schlendern wir durch die Straßen und sehen viele schöne und interessante Geschäfte. In einem Geschäft wurden die alten Gleise im Boden erhalten – das sieht sehr urig aus.

Vor einem anderen Geschäft sehe ich so einen Automaten und bin neugierig – was gibt es denn da zu holen? Und ich staune nicht schlecht, als ich Ohrstecker aus Holz entdecke. Die sind eigentlich nicht ganz billig. Deshalb erlaube ich mir den Spaß und ‚ziehe‘ eine Kugel. Richtig cool – Ohrstecker aus Holz und Metall – die schicke ich meiner Tochter zum Geburtstag. Mehr als Gag gedacht, denn ich bin mir nicht sicher ob grün und gelb zu ihren Outfits passt.

Wir besuchen natürlich auch den Markt Bolhão und genießen dort Fisch, Pastel de Nata und Café. Der Markt wird in jedem Reiseführer angepriesen – ich war nun zum zweiten Mal dort und finde andere Märkte schöner. Dieser ist sehr steril und auf Touristen ausgerichtet, von denen wir eine Menge erleben. Gleich neben uns sitzen zwei Frauen, die von einem Meeting bei Daimler auf deutsch erzählen… arbeiten kann man hier also auch…
Zur ‚Ponte Dom Luis I‘ möchten wir natürlich auch. Aber rübergehen ist mir heute nicht geheuer. Schließlich ist es der erste größere Ausflug seit es mir nicht so gut ging und wir sind schon einiges gelaufen. Zudem kühlen die Temperaturen am Nachmittag schnell runter. Also kehren wir auf halber Brücke zurück, schlendern an der Promenade entlang und setzen uns für einen Orangensaft in die Sonne – besser gesagt in den Schatten.


Dann beschließen wir, uns  mit Bolt zur Metro-Station zu bringen. Als wir am Campingplatz ankommen, ist es fast dunkel – aber was für ein Himmel!

Am nächsten Morgen spüre ich die Anstrengung in den Waden. Alter Schwede… das ist ein harter Muskelkater. Und er wird mich die nächsten Tage begleiten…
Wir genießen die Sonne und das Meer und ruhen uns vom gestrigen Tag aus.

Dann fahren wir weiter Richtung Lagos in den Süden Portugals, denn es soll kühler werden.
Mit einem Zwischenstopp landen wir auf einem Stellplatz kurz vor Lagos und als wir uns am nächsten Morgen unseren Café zubereiten wollen, ist das Gas alle… nebenan steht ein Niederländer, der uns unseren Café zu Ende kocht – was für ein Glück! Ohne Café ist ein Frühstück nicht vollständig.
Wir brauchen also Gas. Im Web finden wir den Hinweis auf eine Werkstatt, die Gasflaschen auffüllt und die ist gar nicht mal so weit weg. Außerdem hatte ich im Netz eine Ölmühle gefunden, die hervorragendes Olivenöl presst – und die Zeit der Olivenernte ist ja jetzt gerade. Auch diese ist nicht zu weit weg also machen wir uns auf den Weg. Die Werkstatt in Bouliqueime fahren wir als erstes an. Wenn das nämlich nicht funktioniert müssen wir uns etwas anderes ausdenken. Als wir dort ankommen, werden wir sehr schnell verstanden, ein Adapter wird zur Tankstelle mitgenommen und nach 3 Min haben wir eine volle Gasflaschen – was für ein Erfolg! Dann geht es weiter nach Santa Catarina und dort herrscht ein Höllenlärm und es stehen viele Autos (kleine Pickups) herum mit der Olivenernte.

Es geht zu wie bei uns bei der Mosterei. Oliven rein, pressen, Kanister mit Olivenöl raus. Ich hätte sooo gerne… aber wohin damit? Und drei Monate Olivenöl transportieren ist auch keine gute Idee. Ich frage also ob die auch nach D versenden? Ich soll im Februar bestellen – das geht alles. Wir nehmen eine Flasche für den aktuellen Gebrauch mit. Und als ich versuche auf der Webseite zu bestellen, stelle ich fest, dass das nur sehr rudimentär funktioniert. Ich erhalte auf meine Anfrage auch keine Antwort. Aber wir kommen hier nochmal vorbei, kurz bevor es nach Marokko geht! Mal sehen… Jedenfalls wird das Öl gleich probiert – und schmeckt wirklich sensationell fruchtig und kein bisschen bitter.
Weiter geht es nach Loulé, hier finden wir bestimmt eine Markthalle. Als wir die Straßen entlanglaufen erkennt Dirk, dass wir hier schon einmal Fisch gegessen haben. Und die Markthalle sieht aus wie bei unserem letzten Besuch. Es ist Mittags und die meisten Stände sind geschlossen. 
Ich finde eine kleine Pastelaria aber die Auswahl ist leider nicht so groß. Wir essen trotzdem ein Croissant Misto und laufen dann weiter. Als wir an einer anderen Pastelaria vorbeikommen und die schönen Pasteis sehen, können wir leider nicht anders … und probieren auch mal ein anderes Gebäck. Erwähnte ich schon, dass das hier nichts für Leute ist, die es nicht süß mögen?
Wir finden aber auch noch einen Bioladen und füllen unsren Vorrat auf. Bioläden sind in D ja auch nicht günstig. Hier sind sie (gefühlt) noch teurer und was bei uns kleine Bioläden sind, wird hier schon Mercado genannt. So etwas wie Alnatura oder Aleco gibt es nicht.
Jetzt aber einen Platz für die Nacht finden. In Lagos gibt es einen Campingplatz ziemlich nah am Meer, da fahren wir hin und kommen im Dunkeln an. Deshalb stellen wir uns ‚irgendwo hin‘ und stellen am nächsten Morgen fest, dass dieser Platz von vielen ‚Auswanderern‘ oder ‚Dauercampern‘ bewohnt wird. Die Anlage sieht nicht sehr gepflegt aus und wir fühlen uns nicht sehr wohl. Trotzdem bleiben wir und wollen in die Altstadt. An einem Geldautomaten will Dirk eben Geld holen. Erst kommt eine Meldung, dass die Bank anscheinend nicht kontaktlos ‚Geld abheben lässt‘. Also Karte eingesteckt und nochmal… und dann … bleibt die Karte stecken! Es geht nicht hin und nicht her, es hilft alles nichts, die Karte steckt im Automaten. Dirk ruft bei der Service-Hotline an, die natürlich auf portugiesisch losquatscht. Dann rufe ich dort an… beim 3. Versuch verstehen wir, dass wir für englisch die 2 drücken sollen. Aber auch das hilft nicht weiter. Also sperrt Dirk seine Karte und steckt in den Automaten noch seine Visitenkarte, mit dem Hinweis, dass er auf dem Campingplatz zu finden ist. Ich kann mit meinem Handy und Kreditkarte kontaktlos Geld abheben. Mit gedämpfter Stimmung geht es nun durch die Altstadt zum Markt, auf dem die Kleinbauern ihre Produkte anbieten. Da steigt die Stimmung dann auch wieder und wir erstehen Mandeln, Feigen und etwas Gemüse.

Neben dem Markt gibt es einen Bioladen mit Café und wir übersehen das fast, weil der Laden so unscheinbar ist. Also trinken wir hier einen Café und essen ein Sandwich. Unseren Kaffeevorrat können wir hier auch auffüllen. 

Dann geht es zurück durch die Altstadt, wir machen noch eine Pause mit Orangensaft, denn es geht auch hier heftig bergauf und bergab. Zurück am Platz beschließen wir, nach einer kleinen Pause, zum Meer zu laufen und genießen dort den Sand, das Rauschen der Wellen und die letzten warmen Sonnenstrahlen. 


Am nächsten Tag fahren wir weiter auf der Suche nach einem Platz an dem wir es gut aushalten können. Auf dem Weg halten wir in Portimão. Wir wollen ein Café aufsuchen und Wäsche waschen. Beides gelingt uns ‚vorzüglich‘. Sogar die Bettwäsche ist nun wieder frisch und wird auch gleich aufgezogen.
In Figueira (das ist nicht Figueira Da Foz), einem kleinen Ort nördlich von Alvor finden wir einen Stellplatz mit Dusche. Die Plätze sind zwar ziemlich eng aber wir stellen uns etwas abseits und haben genügend Platz und Sonne und Grün um uns herum. Auf dem Nachbargrundstück wird mit einem kleinen Motorpflug ein Feld umgegraben. Wir haben aber genügend Platz um dieser ‚Störquelle‘ aus dem Weg zu gehen.

 
Ich schreibe Geburtstagskarten und finde in Alvor eine Post, denn ich benötige neben Briefmarken auch noch einen Umschlag. Zur Post in Alvor lassen wir uns von der App führen… manchmal ist das keine so gute Idee. Die App führt mich durch sehr enge Straßen und sehr enge Kurven – ich überquere einmal die Fußgängerzone und lande in einer Straße mit 7% Gefälle in der ich auf der linken Seite eine Parklücke sehe. Meine Güte… was für eine Zirkelei. Mir steht der Schweiß auf der Stirn als ich in der Parklücke stehe und dann steht neben mir die Polizei. Die fuhren hinter uns und mussten warten bis ich eingeparkt hatte. Die beiden Herren heben beide den Daumen: Gut gemacht – so kannst du stehen bleiben, scheinen sie zum Ausdruck bringen zu wollen und ich bin glücklich. Nun also zur Post – zum Glück gibt es hier auch Umschläge. Die richtige Größe zu finden ist nicht so schwer aber es steht ‚national‘ drauf. Hm… andere sehe ich nicht. Und wieso steht das da drauf? es kommt doch darauf an wie der Brief frankiert wird und welche Adresse draufsteht – oder?
Also nehme ich den Umschlag, packe alles hinein und klebe ihn auch gleich zu, Adresse rauf und zum Schalter. Tja, der ist aber für ‚national‘ – und als ich mich umdrehe, sehe ich auch, dass die ‚international‘- Briefumschläge auf der Stirnseite zu finden sind. zum Glück geht es auch so, was ich mich Nachhinein darin bestätigt, dass es eher darauf ankommt… s.o.
Hier in Alvor gibt es einen Campingplatz auf dem wir schonmal gestanden haben. Den wollen wir uns zu Fuß ansehen – vielleicht können wir doch näher am Meer stehen?
Dieser Campingplatz ist eher ein Kleingartengebiet. Sehr viele Dauercamper, alles sehr sauber aber für Camping Vans nicht viel Platz. Nein, wir bleiben in den Bergen – etwas nördlich von Alvor.
Auf diesem Platz stehen wir nun schon 4 Tage. Heute genießen wir nochmal die Sonne und die Ruhe. Morgen geht es nach Aljezur zum Süßkartoffelfest.

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