Portugal 2022

Am Freitag, 20.05.2022 beginnen wir die Portugalreise, die 2020 gescheitert war mit der Verabschiedung der Kinder: Erst Nina & Nils mit Kids, dann Jelka & Bene mit Kids.

Die erste Nacht verbringen wir bei Remsfeld in einem Neubaugebiet auf dem Parkplatz eines mobilen Pfegedienstes, mit einer netten Aussicht am Samstagmorgen.

Ein Edeka-Laden gleich nebenan, ‚versorgt‘ mich mit Kaffee und Croissant. Dirk hat Probleme mit dem Kreislauf … wieso eigentlich? Nach einem kurzen Frühstück fahre ich weiter – Dirk ruht sich aus.
In Hanau wollte ich ein Reformhaus finden, weil die Pfefferminzpastillen eindeutig für die Reise nicht ausreichen würden – und wo würde ich in Portugal wohl Pfefferminzpastillen bekommen? Dirk ging es inzwischen wieder besser und wir erstanden auf dem Markt noch Erdbeeren, tranken einen Cappuccino im Eiscafe und ein holten ein Eis auf die Hand.


Nach einer Pause bei Lampertheim mit Erdbeeren und dem leckeren Espresso von selbstgemahlenem Kaffee (danke Andreas!) verbrachten wir die Nacht auf Sonntag bereits in Frankreich auf einem Rastplatz bei Saint-Georges-de-Reneins einige KM vor Lyon. Die Rastplätze in Frankreich sind äußerst attraktiv und bieten oft einen Parkähnlichen Bereich.

Wer findet due Rutsche?

In Lyon haben wir am Sonntag, voller Verwunderung, in einem Supermark Milch und Wasser gekauft. Aufregend war, dass meine Kreditkarte beim Tanken nicht funktionierte – darauf hatte ich doch den Urlaub ausgerichtet! Dann gab es im Supermarkt einen Geldautomaten und dort funktionierte die Kreditkarte auch – alles in Butter! Auf diesem Parkplatz haben wir dann auch unserer Enkeltochter über videocall zum Geburtstag gratuliert.
Entlang der Rhône ginge es weiter bei 27C° – das war schon eine Herausforderung. Und wie glücklich bin ich über die Entscheidung einen Maxxfan eingebaut zu haben, der uns Nachts eine schöne Abkühlung bringt.
Sonntag Abend waren wir bereits in Spanien und haben kurz vor Valencia die nächste Nacht verbracht. Diesmal sind wir von der Autobahn abgefahren und haben einen Platz auf einer LKW-Station gefunden. Um 3:30 Uhr Nachts konnte ich nicht schlafen und dachte: dann fahre ich eben weiter. Die Entscheidung rächte sich wenig später. Nach eineinhalb Stunden ging nichts mehr – und ich wieder schlafen. Dann wachte ich mit Kopfschmerzen auf und Dirk fuhr bis La Herradura, zu Doris. Leider blieben die Kopfschmerzen und ich hatte vom Montagabend nicht sehr viel.
Am Dienstagmorgen sah die Welt wieder etwas besser aus.

Nach einem wunderbaren Frühstück mit einzigartiger Aussicht aufs Meer, gingen wir viele Treppen hinunter an den Kiesstrand. Dort liefen wir ein wenig im Wasser herum, Dirk ging Schwimmen und wir saßen ein wenig am Strand – im Schatten!!! Trotzdem holten wir uns den ersten Sonnenbrand.


Nach einer kleinen Mittagspause mit leckerem Salat fuhren wir mit Doris zu ihrem Garten in Jete und bewunderten die vielen Mispelbäume, einen riesigen Avocadobaum und angepflanzes Gemüse – z.B. Mangold, den es schon am Abend zuvor zu essen gab.

Anschließend wurden wir in Otiva Zeugen einer kleinen Trauerprozession mitten durchs Dorf. Unseren Sonnenbrand pflegen wir mit AloeVera von Doris‘ Dachterasse.

Dienstagabend fuhren wir weiter und übernachteten in Osuna auf einem Parkplatz vor einem Einkaufszentrum. In Portugal gibt es diese ‚Einladung‘ an Wohnmobile – auf diesem Parkplatz sogar mit Entsorgung und Wasserversorgung. An diesem Abend war es allerdings etwas merkwürdig – auf dem Platz standen etwa 5 Wohnmobile und es parkte ein Auto auf dem Platz. Der Mann am Steuer sah sich oft zum Gebäude oder zu den Wohnmobilen um – das konnte man nicht genau erkennen. Dann wechselte er den Parkplatz einmal und noch einmal – stand dann ziemlich in unserer Nähe und wirkte immer noch recht nervös. Dirk stellte sich auf den Parkplatz, sah zu dem Mann hinüber und tat so als ob er telefonierte – sprach von Polizei und gab anscheinend das Kennzeichen des Autos durch. Da fuhr er auf einmal davon. Dafür ging die Alarmanlage des Einkaufcenters los, erst laut, dann blinkte noch eine Weile ein Licht. Mehr passierte nicht. Keine Polizei, keine weitere Aufregung. Am nächsten Morgen gab es allerdings ein weniger schönes Erwachen. Es war die Putzkolonne des Parkplatzes angerückt um den Platz picobello herzurichten. Mit zwei Laubbläsern, die den Staub herumwirbelten und einen Höllenlärm machten. 
Nun gut, wir zogen weiter und fuhren über die Grenze nach Portugal bis Tavira. Dort wurden wir sehr herzlich empfangen und durften in himmlischer Ruhe im Gästehaus die Nacht verbringen. Jörn und Lukki haben in der kurzen Zeit wirklich viel auf die Beine gestellt und haben meine volle Bewunderung! Was dieser Garten nicht schon alles hergibt: Zitronengras, Minze, Tomaten, Salat, Brokoli, Rote Beete usw.


Hinzu kommen bald Mangos, Granatäpfel, Wein, Kiwis – ein paradiesischer Garten! Jörn berichtete von Schwierigkeiten mit dem Strom und Dirk sah sich die Verkabelung an. Leider konnte der Fehler, der dazu führte, dass die Sicherung von Zeit zu Zeit heraussprang, nicht gefunden werden.
Donnerstag tranken wir noch einen gemeinsamen Kaffee und haben noch nach einer Lösung für das WLAN bei Jörn und Lukki geschaut. Wir verabschiedeten uns und fuhren nach Tavira um die Altstadt und die alte Burg anzusehen.

Promenade am Rio Gilao
Die alte Brücke
Alte Burgruine

Dann ging es weiter nach Fuseta – diesmal auf einen Campingplatz. Die Stellplätze waren nicht sehr groß und der Boden steinig. Aber die vorgelagerte Dünenlandschaft und der Spaziergang im Wasser, waren wunderschön.

Freitag ging es an Faro vorbei nach Loulé wo ich mir die große Markthalle ansehen wollte. Auf dem Weg dorthin steht dieses Haus!

Ich fand die Marktholle nicht so berauschend. Vielleicht lag das aber daran, dass wir in der Mittagszeit dort waren. Die Stände waren gerade noch teilweise geöffnet – als wir nach einer Mittagspause und meinem ersten Fisch in Portugal dort wieder vorbeischauten, war kein Stand mehr offen. Schade.

Endlich schreibe ich mal weiter:

Auf dem Weg nach Silves haben wir bei Porches zwei Töpfereien besucht. Es war so heiß, dass keine große Lust auf einen längeren Aufenthalt oder den Erwerb von Keramik bestand. Für Jule kommen hier ein paar Fotos.

Die Nacht verbringen wir am Flussbett der Arade auf dem Gemeindeparkplatz von Silves. Viel Wasser führt der Fluß nicht. Erst als wir den Ort verlassen, sehe ich, dass der Fluss nun doch mehr Wasser führt – ist es also von den Gezeiten abhängig wieviel Wasser gerade zu sehen ist?!

Samstagmorgen: Ein Frühstückskaffee finden wir doch bestimmt in Silves! Also marschieren wir in Richtung Burg. Denn die wollen wir uns auch ansehen! Was für ein schöner Ort mit vielen kleinen Gassen und dann finden wir sogar eine kleine Markthalle und unser erstes Mitbringsel ist auch schon gesichert 😇
Rund um die Markthalle stehen die Bauern mit regionalem Gemüse- und obstangebot. Wir erkunden den Ort weiter und finden einen ‚white coffee‘ mit Croissant.
Dann geht es weiter bergauf zur Burg. Der geringe Eintrittspreis lohnt sich in jedem Falle wie auf den Bildern hoffentlich zu sehen!

Nach der Burgbesichtigung gehen wir wieder zu den Marktständen und kaufen ein paar Kleinigkeiten und ein sehr großes Brot. Da lockt schon wieder ein Café mit Pastel de Nata 😇

Samstag Abend landen wir auf einem Campingplatz in Alvor. Hier wollen wir zwei Nächte verbringen. Samstagaben laufen wir den Strand Richtung Osten.

Es ist nicht sehr warm und der starke Wind erschwert den Rückweg etwas. Das war ein ziemlich langer und schöner Spaziergang mit interessanten Felsen im Wasser. Diese weiter zu erkunden gelingt aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und meinem Grad der Ermüdung nicht. Wir erreichen den belebten Teil des Ortes gerade noch vor Einbruch der Dunkelheit. Aber ein Eis geht noch.
Sonntag verbringen wir einen ruhigen Tag am Camper und gehen am Nachmittag den Strand in Richtung Westen. Also erst Gegenwind und auf dem Rückweg den Wind im Rücken. Der Himmel ist ziemlich düster, weswegen der Spaziergang diesmal nicht ganz so lang wird wie am Tag zuvor.

Eine warme Dusche am Abend und dann in den Schlafsack.
Montagmorgen werden die Sachen zusammengepackt und es geht Richtung Sagres. Es soll dort die berühmteste Fischauktion Europas geben – das möchte ich sehen! Erst sah es etwas langweilig aus. Doch dann erkannten wir, wie die Auktion ablief und dann wurde es doch interessant. Es wird ein Preis angegeben – ein Höchstpreis sozusagen. Dann läuft die Anzeige rückwärts. Die Frage ist also – wieviel (oder wenig) ist ein Käufer bereit zu zahlen, bevor jemand anderes bietet. 

Natürlich musste auch ein Fisch gegessen werden. Dirk fand es gar nicht so toll, dass der Kellner mir den Fisch zeigt, der gleich für mich zubereitet werden würde. Den ersten Fisch lehnte ich auch ab, er wäre zu groß und entsprechend teuer gewesen! Der zweite Fisch kostete dann trotzdem noch 18,- 

Und dann wurde hinter dem Auktionshaus (unten) und dem Restaurant (oben) die Entladung eines Fischerkutters und die Sortierung der Fischernetze gesichtet.

Nicht weit von Sagres entfernt, steht der leistungsstärkste Leuchtturm Europas. Der soll ebenfalls besichtigt oder zumindest betrachtet werden!

Ja, das Bild könnte bearbeitet werden – es war aber auch diesig, windig und kühl!

Unsere Zeit reicht noch um nach Aljezur zu fahren. Mal sehen wie mir die Markthalle hier gefällt – ich liebe Markhallen! In Aljezur angekommen wird zunächst ein Campingplatz gesucht und ein wunderschöner Ort unter Bäumen finden! Absolut ruhig und viel zu wenig Gäste – da frage ich mich, wie dieser Platz bewirtschaftet werden kann. Hier ist allerdings noch Nebensaison, also hoffe ich für die Betreiber, dass die Besucherzahlen steigen und freue mich an der Ruhe! Von dem Campingplatz gibt es ein Bild für Nina – ich fand es lustig 😉

Ausgeruht geht es am nächsten Morgen noch einmal in den Ort. Die Markthalle in Aljezur ist wirklich nett. Sehr klein mit lediglich sechs Betreibern aber alles was das Herz begehrt ist hier zu bekommen. Ein Fischstand, Gemüse, Obst, getrocknete Feigen, Salz in Variationen, Olivenöl und Nüsse. Es wird eine Stiege Erdbeeren erstanden, frische Mandeln und Erdnüsse, Käse und Salz…
Es folgt eine witzige Entdeckung im Fluß – da tümmeln sich die Schildkröten:

Ein besseres Foto folgt, wenn die Verbindung besser ist.

Dienstag geht die Reise weiter Richtung Lissabon. Auf dem Weg liegt der kleine Ort Jardim do Largo da Liberdade. Überraschung: Der Ort hat einen Bioladen mit einigen deutschen Produkten und portugisischer Gemüsebrühe – wie konnte ich die nur zu Hause vergessen? Wer mich kennt weiß, dass mir ohne Gemüsesuppe einfach etwas fehlt!

Der Süden Portugals wird nun so langsam verlassen und ich denke bei mir, es ist ganz in Ordnung, wenn es in Lissabon nicht zu heiß ist – dann macht eine Stadtbesichtigung vielleicht mehr Spaß als bei zu großer Hitze. Allerdings fallen zwischendurch auch ein paar Tropfen. Auch OK – wenn es nicht zu viel wird und nicht unter 20 C° bitteschön!
Die Fahrt dauert ziemlich lange, weil die Straßen in Richtung Lissabon sehr schlecht sind. Abends wird ein Parkplatz in Seixal erreicht. Es ist ein Park and Ride-Parkplatz für die Menschen, die in Lissabon beschäftigt sind. Von hier geht, je nach Tageszeit, in 15min. Abständen eine Fähre nach Lissabon. Es ist schon ziemlich spät, also erstmal schlafen und am nächsten Morgen geht es ohne Frühstück zur Fähre und 20 min später sind wir in der Stadt.
Mittwoch 01.06. – Lissabon! Eigentlich sollte die Tour in der Oberstadt nur einen halben Tag dauern. Aber das Schöne bei selbstorganisierten Touren ist ja die Entscheidungsfreiheit noch hier oder dort zu schauen und den geplanten Weg zu verlassen. Und so lassen wir uns treiben und schauen uns einfach etwas um in Lissabon. Am frühen Abend geht es mit der Fähre zurück zum Parkplatz.
Der Parkplatz hat für diesen Aufenthalt lediglich 1,20€ gekostet – unschlagbar günstig war das!
Noch am gleichen Tag geht es weiter, denn Porto steht noch auf der ‚Wunschliste‘. Achja …. Wäsche soll ja auch mal gewaschen werden. Das bedeutet 2 Nächte auf einem Campingplatz.

Donnerstag 02.06. – wir sind in S. Pedro de Moel auf einem sehr ruhigen Camingplatz. Auch hier ist nicht viel los und es ist eindeutig zu kühl. Beim Spaziergang ins Dorf und ans Meer wird zunächst ein Restaurant gefunden, dass mir eigentlich zu ’bieder’ scheint. Trotzdem wird dort ein Kaffee getrunken – wohl fühle ich mich aber nicht. Dann geht es am Strand entlang und als es richtig zu Regnen beginnt, laufen wir schnell in ein kleines Kaffee – hier ist es alles sehr einfacher gehalten, so gefällt es mir viel besser. Auf dem Rückweg zum Campingplatz entdecke ich ein weiteres kleines, recht einfaches Lokal – und dort sitzen die Leute, die uns eben noch in dem ’biederen’ Restaurant bedient hatten. Achso, den gefällt es hier wohl auch besser. Langsam nervt es, dass wir hier ‚nur‘ 20 C° haben. Andererseits haben die annähernd 30 C° auch dem Kreislauf zugesetzt. Vielleicht mal was dazwischen?
Leider bleiben die Temperaturen laut Wetterapp aber bei 20 C° an der Atlantikküste. Im Inland wird es am Dienstag wärmer – toll, dann fahren wir ja auch zurück… naja, vielleicht ein, zwei Tage in Guarda bei richtig warmen Temperaturen.
Freitag 03.06. – Heute Abend wird der Tipp von Andreas ‚unter die Lupe genommen‘ – und wehe das Essen schmeckt nicht 😉
Figueira da Foz – ein Essen bei voltaemeia. Ja, es war wundervoll. Dirk hatte das schwarze Schwein und ich den Zackenbarsch. Schade, dass einfach nicht mehr reinpasst – sonst hätte ich gerne mehr gegessen 😉
Es ist zwar schon relativ spät aber ich habe die Befürchtung, dass die Zeit zu knapp wird, deswegen fahre ich noch weiter. Durch merkwürdige Dörfer und Gegenden, in denen sich anscheinend ein Dorf ans nächste reiht. Die Verkehrsschilder erlauben mal 70km/h um 30m später wieder 50km/h einzufordern. Und das Spiel geht so etwa 2 Stunden.

In Porto angekommen, suche ich einen Campingplatz aus, der gute Bewertungen hat. Da wir so spät sind, stellen wir uns davor um zu schlafen. Allerdings lese ich noch, dass der Platz sehr teuer sein soll. Deshalb wache ich wohl auch um 4:00 Uhr morgens auf um den Platz zu verlassen.

Wir finden einen normalen Parkplatz an einer wenig befahrenen Straße am Strand. Leider ist es ziemlich kalt und nass, ja es regnet sogar –  sodass ein Strandbesuch für mich nicht in Frage kommt. Bevor es in die Stadt geht, wird eben noch beim Supermarkt gefrühstückt. Leider verstehe ich zu wenig (gar kein 😇) portugiesisch. So besteht das Frühstück aus süßen Croissants mit Hinterschinken und Käse – zubereitet in einem Sandwichmaker 🤪
Dazu aber immer ein köstlicher Kaffee aus einer Siebträgermaschine – einen Kaffeeautomaten habe ich in Portugal nicht gesehen. Und ein frisch gepresster Orangensaft.

Samstag 04.06. steht Porto nun endlich auf dem Program – es wird ein bewachter Parkplatz ziemlich dicht am Zentrum ’bezogen’ und hier ist es Nachts erstaunlich ruhig. Wenn man bedenkt, dass der Campingplatz 50,-€ kosten sollte, ist ein Parkplatz für annähernd 30,-€ doch OK. Immerhin konnte so am Samstag und dann am Sonntag nochmal ein Sightseeing stattfinden. Erst die eine Seite des Douro, dann die andere Seite. Viele schöne Fotos folgen:

Sonntag 05.06.- irgendwie wohl zu viel Sonne bekommen. Der Nachmittag war für mich nicht so toll. 

Hä? Zuviel Sonne? Erst meckert sie über zu wenig Sonne und zu kühle Temperaturen, ja sogar Regen, dann war es doch wieder zu viel Sonne? Ja! Richtig fies ist die Sonne nämlich weil es relativ kühl und oft bewölkt ist. Zudem stand die Brücke über dem Douro auf dem Programm – und da wäre ein Sonnenschutz wirklich wichtig gewesen. Und den hatte ich vermutlich wegen des Wetters an den Tagen zuvor vernachlässigt.

Da ich am Montag in Feira Semanal de Espinho noch eine Markthalle ‚mitnehmen‘ möchte, landen wir in diesem Ort, der auf den ersten Blick nicht sehr einladend wirkt. Es scheint ein Militär-Standort zu sein. Jedenfalls führt der Weg an den Strand an einer Kaserne vorbei. Der Strand weiter außerhalb und ein wunderschöner Sonnenuntergang entschädigen jedoch vollkommen. Nur diese Kühle schon wieder – ich verkrieche mich nach den schönen Bildern wieder in meinem Schlafsack.

Montag 06.06. – mal sehen ob es nun schon langsam Richtung Heimat geht. Diesmal wirklich langsam – einen Tag an der Loire möchte ich noch einlegen. Das Wetter wird die Reisegeschwindigkeit und die Aufenhalte mitbestimmen. Soweit der Plan… 

Erstmal geht’s aber auf den Markt und der ist der Hammer!! So liebe ich das! Marktschreiende… so laut, dass es fast zu laut ist. Und (fast) alles was du brauchst wirst du hier finden. Jedenfalls scheint es für die Portugiesen so zu sein. Zuerst Stände mit Schuhen… hunderte… tausende von Schuhen. Nicht unbedingt mein Geschmack aber was soll‘s 🙂 

Es folgen Klamotten, sogar indische (da kann ich nicht widerstehen) dann Haushaltswaren (inklusive Formen für Pastel de Nata) – die Töpferwaren für den Hausgebrauch sind braun.

Dann kommt alles für das (liebe) Vieh! Leider sehen wir Ketten um Hunde am Haus zu halten – nicht so schön… und dann das lebende Vieh – Küken, Hühner, Vögel. Im nächsten Abschnitt geht es von den Eiern der Hühner über zu Pflanzen und Lebensmitteln. Fleisch und Wurstwaren, Käse, Oliven und Olivenöl. Hier hätten wir es kaufen können – aber das weiß ich erst später. Gleichzeitig ist der Markt so groß, dass bestimmt zwei Kilometer mit dem Öl hätten zurückgelegt werden müssen. Wir begnügen uns mit Schinken, der mit der Hand sehr fein geschnitten wird. Avocados, Nektarinen und Orangen von einem kleinen Händler und Mandeln.

Weiter geht es in eine Halle – hier wird der Fisch angeboten, der nicht bereits auf einem Wagen zwischen den anderen Händlern feilgeboten wird. Ich bin rundum zufrieden mit diesem herrlichen Erlebnis. Auf dem Rückweg gibt‘s noch eine heiße Kartoffel-Suppe mit Bohnen und Kohl – und einen Cafe Pingo, ein Esspresso mit einem Schuß Mich. Lieber Andreas, die Benennung scheint sich regional zu unterscheiden.

Jetzt heißt es Abschied nehmen vom Atlantik – es geht in die Berge. In der Nähe von Viseu habe ich einen Campingplatz ausfindig gemacht. Der Weg ist jedoch nicht so anstrengend, daher geht es schon weiter nach Guarda. Die Strecke ist sehr grün, das Wetter diesig, es riecht wundervoll wie nach einem Sommerregen. Für die Bilder bin ich die Straße etwas zurück gegangen.

Der eigentliche, angepriesene ’Aussichtspunkt’ auf dieser Straße ist vollkommen zugewachsen und sieht so aus:

Auf der letzten Portugalreise haben wir ‚die Burg‘ in Guarda nur aus der Ferne gesehen… und ich möchte in der Markthalle Olivenöl und evtl. Käse und Wurst kaufen. Der Campingplatz in Guarda ist sehr, sehr klein! Ein Stellplatz für den Van lässt sich gerade noch finden. Es ist spät, deshalb geht‘s nach einem Glas Wein auch gleich ins Bett.
Dienstagmorgen – nach einer Dusche und einem Frühstück wird der Van startklar gemacht für die Rückreise. Also Wasser auffüllen und Abwasser entsorgen – die Toilette frisch machen.

Das Auto wird vor der Markthalle geparkt um von dort aus in die Altstadt zu gelangen. Ich muss leider zugeben, dass die Erinnerung an den Ort sehr viel schöner war, als das Erleben diesmal. Ich hatte Guarda als kleinen Ort in Erinnerung. Also eigentlich bestand Guarda für mich nur aus dem alten Teil der Stadt und der Markthalle. Vor zwei Jahren waren wir allerdings nur zum Übernachten hier und hatten uns in die Altstadt navigieren lassen. Eine Burgbesichtigung gab es diesmal auch nicht. Nachdem das Wetter die letzten Tage eher kühl und sogar regnerisch war, knallte nun wieder die Sonne. Also zurück zum Auto – zur Markthalle. Die kam mir nun wieder sehr bekannt vor 😉 Sogar an die Gesichter der Händler*innen glaubte ich mich zu erinnern. Und nun das: das Olivenöl teurer als auf dem Markt am Tag zuvor. Was soll ich davon halten? Guarda – du hast einen Fan verloren :-/

Naja… was kann Guarda dafür? Es wird nun doch das Olivenöl gekauft und Wurst und Käse. Ich möchte vom Urlaub eben was mitnehmen und diesen dadurch gefühlt verlängern 🙂

Nun geht es also Richtung Spanien. Kurz bevor wir die Grenze erreichen, wird doch noch ein Weinhandel gesichtet, nach dem ich schon länger vergebens Ausschau gehalten hatte. Ohja – ein Rosé aus dem Dourotal wäre schön! Und ein Rosé Portwein hätte ich auch gerne 😉  Jupp – finden wir.

Auf die Strecke in Spanien freue ich mich hingegen so gar nicht. Es ist über lange Strecken ein karges Gelände und vor der Grenze nach Frankreich wird es extrem bergig. Das bedeutet Tunnel über Tunnel und Brücken. Mir wird schon schlecht wenn ich daran denke.
Na gut – so schlimm ist es auch nicht aber nun wirklich keine Lieblingsstrecke. Deswegen fahre ich die erste Strecke und lasse mich dann über und durch die Berge fahren.

Eigentlich war mein Plan, in Frankreich den erstbesten Parkplatz auf der Autobahn anzusteuern. Dann wurden die Autobahnen immer leerer. Und der erste Parkplatz war so dermaßen mit LKWs überfüllt, dass der nächste Parkplatz angesteuert werden sollte – die 10 KM – kein Problem. Es wurde eins, als die Autobahn plötzlich voll gesperrt war und wir die ‚Deviation‘ nehmen mussten. Als wir endlich wieder auf der Autobahn und auf dem nächsten Parkplatz ankamen, war uns schon so ziemlich alles egal. Auch dieser Platz war so voll, dass die LKW‘s auch auf dem Bereich für PKW standen. Dafür mussten sie über den engen Bordstein fahren, der genau dies verhindern sollte….

Nun gut – wir müde und im Bett. Aber merkwürdig…. einige LKW‘s müssen wohl mit ihrem Motor die Fracht kühlen. Und so standen wir quasi neben einem laufenden Motor. So gar nicht schön.

Mittwoch – Jetzt aber schnell runter von der Autobahn und die Gegend genießen! Auf kleinen und noch kleineren Straßen. Weit sind wir dadurch nicht gekommen. Dafür landen wir in Bergerac – der Name kommt mir so bekannt vor … woher nur? Nach der nächsten Kurve wird es mir klar: Wein über Wein. Ein Rebenfeld neben dem anderen. Deshalb erstmal in Bergerac in einen Bioladen, der zufällig auf dem Weg liegt und Wein aus der Region Bergerac kaufen 🙂

In der Nähe wird eine idyllische Wiese bei einem Milchbauern bei Saint-Germain-et-Mons gefunden. Unglaublich ruhig ist es hier. Nachdem es fast den ganzen Tag geregnet hat und übrigens auch nicht wärmer als 19 C° wurde, ich sogar lange Hose, Pulli und Socken trug, kommt nun am Abend doch noch die Sonne raus. Wenn es nun noch etwas wärmer würde, wäre ich versöhnt.

Donnerstag – Das Erwachen auf der grünen Wiese ohne jegliche Geräusche war schon wirklich schön! Mit der Verabschiedung der Gastgeber ging der ‚Kauf’ eines Liter Bio-Milches und Bonbons mit Gelee-Royale einher. Die Milch wurde uns nicht berechnet, weil sie das Mindesthaltbarkeitsdatum bald erreichen würde.

Nun geht es nochmal in die Stadt, denn die wollen wir jetzt erkunden. Bergerac ist ein wirklich netter kleiner Ort, der Gemütlichkeit und Gelassenheit ausstrahlt. Da wir den Ort nicht kennen, laufen wir einfach einer Frau hinterher, die sehr zielstrebig wirkt. In diesen Teil der Stadt wären wir nicht so schnell auf eigene Faust gelangt. Es stellt dich heraus, dass sie eine Boutique hat, die nun von ihr geöffnet wird. Ich finde einen Kaffee-Laden und dort einen Abklopfer aus Edelstahl 🙂
Stockrosen stehen (wie bei uns auch) an den unmöglichsten Stellen – während sie in meinem Garten irgendwie nicht ‚ankommen’ wollen.
In die Kathedrale werfen wir einen kurzen Blick – es ist erstaunlich was hier so alles und vor allem wie es gebaut wurde.

Weiter geht es auf kleinen Straßen durch Frankreich bis an die Loire – eine sehr kurven- und waldreiche Strecke. Zwischendurch versuchen wir mal freies WLAN zu finden, denn unser Datenvolumen neigt sich dem Ende. Leider gibt es freies WLAN irgendwie nicht – jedenfalls wird es nicht gefunden.

In Diguine übernachten wir an der Loire, auf einem dafür ausgeschilderten Parkplatz – ich suche am nächsten Morgen eine Boulangerie und erstehe zwei Croissants sowie ein Baguette. frischen Orangensaft gibt der Kühlschrank noch her und so ist das Frühstück ‚in Gesellschaft eines Anglers’ perfekt.

Anschließend geht es weiter nach Chalon sur Saone. Die Stadt möchte ich mir auch ansehen. Auch hier findet ein wirklich schöner Markt statt. Eigentlich würde ich es heute noch gerne bis kurz vor Straßburg schaffen. Das ist bei der gewählten Route und mit den Zwischenstopps nicht ganz so leicht. Und so finde ich wieder einen Bauern, der seinen Hof für eine Übernachtung zur Verfügung stellt. Diesmal ist der Stall, in dem die Kühe gemolken werden, nicht weit vom Übernachtungsplatz entfernt. Die letzten Kühe werden gerade gemolken – es riecht nach warmer Milch und wenig später laufen sie auf die angrenzende Weide. Wunderschön!!! Die Fliegen nerven im Auto zwar etwas aber nachdem wir gelernt haben, dass Fliegen keine Zugluft mögen, verschwinden sehr viele von ihnen auch wieder 😉

Samstag – Am nächsten Morgen sind die Kühe schon gemolken als ich aus dem Fenster schaue. Diesmal werden sie auf die andere Seite des Hofes auf die Weide geführt und es beginnt ein ‘Kuh-drama’. Eine Kuh muss nämlich aus irgendeinem Grund im Stall bleiben. Eine Einzige! Das versteht die nun überhaupt nicht und fängt an zu muhen – oder wie heißt das? Jedenfalls passiert zunächst nichts weiter als dass diese Kuh ihre Artgenossinnen ruft. Dann plötzlich hören wir eine Antwort und eine der Kühe auf der Weide läuft am Zaun auf und ab und erwidert das Muhen. Sie holt sich sogar einen Schlag, bei dem Versuch den Weg zum Stall zurückzugehen. Der Milchbauer scheint zu frühstücken, denn es ist ansonsten sehr ruhig auf dem Hof. Vermutlich soll die Kuh untersucht oder ‘besetzt’ werden – wer weiß?!?

Ich wollte ja eigentlich schon näher an Straßburg sein – also los! Um 12:36 Uhr kommen wir in Straßburg an. Ich hatte schonmal drei Punkte markiert, zu denen ich gerne laufen wollte und das Wetter? Jetzt wieder ziemlich warm und – Achtung – Sonne!!!

Die Zeit in Straßburg verging wie im Flug – und es war eine schöne Zeit. Dass dieser Aufenthalt schon das Ende des Urlaubs sein sollte und drei Wochen vergangen waren – unglaublich!!!

Als wir um 16:30 Uhr ins Auto steigen, wird noch überlegt wo die Nacht verbracht werden soll. Schnell wird aber klar, dass wir nach Hause fahren. Ich möchte den Sonntag im Garten und im Haus verbringen, den Urlaub so ausklingen lassen. Wir kommen um 00:07 Uhr zu Hause an und ich ‘muss’ natürlich alles erstmal inspizieren. Hat Nina meine Küchenmaschine umgestellt? Nach einem Gang durch den Garten ist das Frühstück auf der Terrasse ein Genuss – mit Schinken vom Markt, Obst, Eiern und Kaffee – ein Baguette mit Feigen und Nüssen hatte ich in Straßburg noch gekauft und nun beende ich diesen Bericht gerade auf der Terrasse. Ich hoffe,ich selbst habe dadurch noch etwas länger ein Hauch von Urlaub und ihr habt ihn beim Lesen ebenfalls.

1 Antwort zu Portugal 2022

  1. ralf.busewski@gmail.com sagt:

    Wünsche euch noch schöne Urlaubstage und mach bitte noch mehr Bilder . Euer euch gestresster und Neider Ralf

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