In Tanger MED schlendern wir über eine Einkaufsstraße, die eher an einen Souk (einen Markt) erinnert. Es gibts ein leckeres Baguette mit einer Art Rührei auf die Hand und einen Espresso im Café.
Jetzt soll es am Atlantik weiter in den Süden gehen. In Asilah übernachten wir auf einem Camingplatz, der voll gepflastert ist und auch als Jugendherberge dient. Wir sind froh über den festen Untergrund, denn es regnet immer noch. In Asilah besorgen wir uns am nächsten Tag Karten für unsere Handys und dann geht es auch schon weiter. Ich möchte bis Casablanca kommen – die Städte interessieren mich zur Zeit weniger, erstmal geht es darum dem Regen zu entkommen und mehr Sonne zu finden.
Auf dem Weg kommen wir durch Souk El Arba du Rharb, den Ort kenne ich bereits – er heißt auf deutsch ‚Markt am Mittwoch‘, das konnte ich mir gut merken! Hier haben wir unser erstes ‚Streetfood‘ gegessen. Auf dem Weg kauft Dirk direkt von der Ladefläche eines Dockers herunter, ein Kilo Orangen.
Hinter Casablanca habe ich einen Platz auf einem Biohof ausgemacht, der sehr gute Bewertungen erhalten hat und wer weiß, wenn das Wetter mitspielt, könnten wir dort vielleicht ein paar Tage bleiben. Als wir in die Nähe des Platzes kommen dämmert es bereits und die Straßen werden immer schlechter. Dann sollen wir auf eine Art Feldweg abbiegen – aber es sind nur noch ein oder zwei Kilometer – also los… dann wird es dunkel und der Feldweg wird schlechter, wir fahren durch Pfützen, die immer größer werden und irgendwann bekomme ich Bedenken dass wir stecken bleiben könnten. Wir können den Weg zu diesem Stellplatz auch nicht mehr erkennen. Zum Glück finde ich einen etwas trockenen Platz neben einem scheinbar verlassenen aber gut in Stand gehaltenem Gebäude. Ich beschließe hier anzuhalten und zu übernachten. Dirk macht uns eine Gemüsebrühe und wir machen es uns gemütlich. Plötzlich, um 21:30 Uhr, klopft es ans Fahrzeug. Wir öffnen die Tür und davor steht ein junger Mann, der uns erklärt, die Polizei hätte ihn angerufen und wir stünden vor einer Schule. Er fragt uns ob wir den Stellplatz, den Biohof gesucht hätten, er sei der Eigentümer. Dann läuft er mit einer Taschenlampe voraus und zeigt den Weg übers Feld, denn den Feldweg mag ich nicht fahren. Nach etwa 70 m erreichen wir das Tor zu seinem Hof und verbringen dort eine wunderbare Nacht. Wir werden noch befragt ob wir etwas brauchen: Brot, Strom, Wasser? Aber wir brauchen nichts. Als wir am nächsten Morgen aufbrechen wollen, haben wir Gelegenheit kurz mit dem Eigentümer zu sprechen. So viel Regen hat er in seinem Leben noch nicht erlebt. Die Natur zeigt uns wie abhängig wir von ihr sind. Wir werden die Natur nicht bezwingen…. so wahre Worte! Geld will er von uns nicht haben. Dann versuchen wir dieses matschige Gebiet zu verlassen und auf eine asphaltierte Straße zu kommen.
Als wir die endlich erreichen, wollen wir so schnell wie möglich weiter in den Süden nach Agadir. Hunger haben wir zwischendrin natürlich auch und so halten wir in Sidi Mohammed Ben Rahal und essen wieder etwas vom Grill. Das schlechte Wetter haben wir zum Glück hinter uns gelassen! Auf einer Autobahnraststätte gibt es dann später einen Espresso und ich bin überrascht. Das ist absolut kein Vergleich zu deutschen Raststätten. Hier gibt es richtig guten, günstigen Espresso und auch die Gerichte, die wir nicht probieren, sehen sehr gut aus! In Takat kostet die Übernachtung 105 MAD aber wir sollen pro Person 3 MAD Tourismusabgabe zahlen. Sehr, sehr merkwürdig! Und dann können wir auch nur in bar bezahlen und nicht mit Kreditkarte, außerdem bekommen wir keine Rechnung… Der Preis ist in Ordnung aber der Platz ist nicht sehr schön, das Wetter auch nicht – also weiter… Unser nächster Halt ist Tiznit und hier trinken wir Marokkanischen Tee, der sehr hübsch ‚angerichtet‘ ist, sogar kleine Topflappen für die heiße Teekanne sind dabei.
Der nächste Campingplatz wird Aglou-Plage. Hier bleiben wir zwei Nächte und ruhen uns von der Fahrt aus. Sonst passiert hier wenig – wir duschen unter super heißen Duschen und ich schreibe an unserem Reisebericht – das erste Mal im neuen Jahr. Es ist schon viel zu viel Zeit vergangen; seit dem 18.12. habe ich nichts geschrieben und nun wühlen wir in den Erinnerungen! Heute sind wir nach Guelmim gefahren, denn morgen findet hier der Kamelmarkt statt. Eigentlich wollte ich über die N1 hierher fahren um nicht wieder so kleine, enge Straßen fahren zu müssen aber dann haben wir uns doch für den Weg an der Atlantikküste entschieden und das war eine gute Wahl! Die Straße ist zum großen Teil richtig gut zu befahren und es war eine wunderschöne Strecke am Meer entlang. Als ich mich im Internet über den Kamelmarkt informiere, bin ich ernüchtert. Die negative Seite dieses Tiermarktes (wie anderer Tiermärkte auch) war mir vorher nicht so bewusst. Nun stehen wir auf dem Parkplatz gegenüber und gehen schon mal über den Obst- und Gemüseteil des Marktes – hier ist schon fast alles aufgebaut. Auf der Straße am Rande der Stadt kaufen wir ein Baguette und Msemen mit Honig und sehen bereits zwei Docker mit Schafen auf der Pritsche. Am späten Abend kommt ein Lastwagen und lädt einige Rinder ab. Ich bin gespannt was uns morgen hier erwartet! Irgendwie kann ich es nicht so recht erwarten. Die Geschäfte beginnen bei Sonnenaufgang und der ist um 07:30 Uhr. Ich schaue aber seit 6:00 Uhr aus dem Fenster an meinem Bett um zu erspähen, was passiert. Ich sehe zwei kleine Schafherden, die in Richtung Tiermarkt getrieben werden. Um 07:30 Uhr stehe ich auf und ziehe mich warm an, denn die Sonne wärmt uns erst mittags, jetzt haben wir zwischen 8 und 10 Grad und der Markt liegt größtenteils noch im Dunkeln oder im Schatten.
Den Teil mit Gemüse kennen wir ja schon, deshalb schauen wir jetzt nach dem Teil wo die Tiere gehandelt werden. Den meisten Schafen, Ziegen und Rindern sind die Beine zusammengebunden. Die können sich eigentlich nicht bewegen und das sieht nicht schön aus! In einer Buchte stehen zwei Kamele mit einem Jungtier. Ein paar Schafe stehen in abgegrenzten Buchten und sind nicht weiter angebunden – die haben es gut! Die übrigen Kamele stehen in einer Ecke und werden bewacht, sie sind auch nicht angebunden.
Wir gehen weiter in die ‚Gemüseabteilung‘, in den Non Food Bereich und sehen auch dort vorbei, wo Fleisch verkauft wird. Ich kenne die Bilder zwar von früheren Reisen aber ich möchte mir das nicht gerne ansehen, wie das Fleisch von Ziegen, Lämmern und Rindern ‚ausgestellt‘ wird. Dann kommen wir noch an einer Ecke vorbei wo Geflügel lebend verkauft wird. Auch hier wird mit den Tieren nicht zimperlich umgegangen. Also schnell weiter, zurück zum Gemüse und dort kaufen wir etwas ein.
Für wirklich sehr wenig Geld haben wir Zucchini, Paprika, Kartoffeln, Mandarinen und Orangen gekauft und finden schließlich noch einen Stand mit Datteln und kaufen dort ein Kilo saftige, dunkle Datteln. Obwohl sie nicht deklariert sind, würde ich sagen, es sind Madjul-Datteln, zu einem sehr günstigen Preis. Auf dem Markt muss man Obst und Gemüse nicht verhandeln. Das macht den Einstieg in Marokko leicht – wenn wir später vielleicht eine Tagjine oder anderes kaufen wollen, dann werden wir handeln (müssen).
Nun müssen wir uns erstmal entscheiden wo wir die kommenden Nächte verbringen wollen. Wir entscheiden uns nach Sidi Ifni und dort auf den Campingplatz zu fahren. Direkt am Meer bei 19 Grad lässt es sich prinzipiell gut aushalten. Der Platz ist allerdings nicht sehr schön, wenn man, wie wir, nicht in der ersten Reihe am Meer stehen kann. Die Autos stehen recht eng beieinander, so dass der Aufenthalt am Auto keinen großen Spaß macht. Also gehen wir zum Meer und trainieren unsere Fußmuskulatur indem wir über unterschiedlich große Kiesel und Steine im Wasser ‚laufen‘. Später gehen wir noch im Ort spazieren, schauen den Surfern zu, trinken einen Espresso und Dirk kocht uns ein leckeres Abendessen. Wir beschließen diesen Tag mit dem Schreiben des Reiseberichts.
Um 12:00 Uhr kommen wir an der Abfertigung an, nachdem wir auf diesem riesigen Gelände bereits zweimal einen Kreisverkehr umrundet hatten und uns dann nochmal von einem Mitarbeiter zeigen lassen mussten wo wir lang müssen und dann, nachdem ich das Ticket auf dem Handy vorzeige, werden wir wieder in eine andere Richtung geschickt. Da es keinen anderen Schalter gibt, landen wir bei dieser Abfertigung ein zweites Mal und werden wieder weg geschickt. Dann endlich begreifen wir, dass wir doch nochmal zum Terminal müssen, wo die Tickets verkauft werden – wir benötigen ein Ticket auf Papier. Meine Güte – wie umständlich ist das denn?!? Und wieso können wir ein Ticket online kaufen, wenn wir es doch in Papierform brauchen? Nun erfahren wir, dass die Fähre eine Stunde Verspätung hat. Beim dritten Anlauf lässt uns der Mensch in seinem Häuschen dann endlich durch und wir landen auf einem Platz in einer Autoschlange. Auf dem Platz stehen bereits etwa 60 Autos… und da standen wir und standen… und fragten uns, was mit unserer Buchung sei, denn es wurde 14:00 Uhr und 15:00 Uhr und endlich um 16:40 dürfen wir auf den nächsten Platz vor der Fähre fahren. Jetzt gehts doch endlich gleich los oder? Nö… wir stehen auf diesem Platz noch eine Stunde und es wird schon dunkel als wir auf die Fähre dürfen. Es hat den ganzen Tag geregnet und so harrten wir in unserem Auto aus, immer in Bereitschaft, denn es könnte ja gleich losgehen. Da hätten wir super schon mal den Reisebericht weiterschreiben können! Beim Entladen der Fähre konnten wir gut sehen, dass die Schwelle zur Rampe sehr groß ist, so dass Autos teilweise aufsetzten und die Rampe so steil, dass ein Campervan wieder rückwärts runter musste – er schaffte die Steigung nicht. Jetzt gehts für mich über diese große Schwelle. Ich hatte mir schon überlegt wie ich das anstellen könnte; ich würde versuchen immer nur jeweils einen Reifen auf die Rampe zu bekommen, das hält den Wagen besser im Gleichgewicht. Und so ging es dann auf die steile Rampe nach oben. Ich hatte etwas Platz zum vorherigen Fahrzeug gelassen um nicht auf der Rampe halten und erneut anfahren zu müssen. Puh… geschafft. Dann oben in der Fähre eine Schleife fahren und es war klar, diese Rampe müssen wir auch wieder runter…
Die Fahrt auf der Fähre verbrachten wir mit der Passkontrolle und der Registrierung unseres Fahrzeugs. Während die Passkontrolle keine Probleme machte, dauerte die Fahrzeugregistrierung ziemlich lange. Na gut, es war eh dunkel und gab für uns draußen nichts zu sehen aber man kann eine Fährfahrt auch anders verbringen als darauf zu warten, dass das Programm oder das Internet oder was auch immer wieder funktioniert. Der Mitarbeiterin war es allerdings auch ziemlich unangenehm und sie entschuldigte sich mehrmals. Nach über einer Stunde auf der Fähre hätte ich frische Luft gut gebrauchen können. So langsam ging mir das Geschaukel auf den Magen. Draußen war es aber dunkel und nass und kühl – keine guten Voraussetzungen um mal eben raus zu gehen. So standen wir an einer Tür die nach draußen führte und schnappten etwas Luft und dann ging Dirk doch auch mal an die Reeling und ich auf eine Stufe der Treppe die nach oben führte. So sahen wir die Lichter Marokkos und es dauerte auch nicht mehr sehr lange bis der Hafen zu sehen war. Wir sind dann, sobald die Fähre begann in den Hafen einzulaufen, schon zu unserem Auto gegangen und ich war doch überrascht, dass die Fähre nicht sehr voll war mit Autos. Nun also die Rampe wieder runter und unten wieder auf die Schwelle achten, schön einen Reifen nach dem anderen über die Schwelle bringen und dann weiter zur Einreisekontrolle. Nochmal die Pässe zeigen und dann bitte mal die Hecktüre auf und zur Seite treten, denn ein Drogensuchhund (oder wie heißen die?) darf mal bei uns ‚reinschnuppern‘ – findet aber nix. Auf der Fähre hatten wir eine Frau getroffen, die in den letzten Jahren öfter in Marokko war und diesen Grenzübergang kannte. Sie musste eine weitere Kontrollschleife fahren und ihr Auto wurde geröntgt. Aber sie hatte uns erzählt, dass man auf dem Parkplatz hinter der Kontrolle gut stehen und auch die Nacht verbringen könnte und das machen wir auch, denn es ist inzwischen 20:30 Uhr und so brauchen wir keinen Platz zu suchen. Am nächsten Morgen verlassen wir den geschützten Bereich des Hafens, fahren Richtung Tanger Med und nutzen eine Regenpause um uns erstmal Geld an einem Bankautomaten zu ziehen.
Heute ist der 08.01.2026 Zweidrittel der Auszeit sind vorüber. Die letzten Wochen waren teils prall gefüllt von Erlebnissen und teils sehr erholsam, weil nicht viel passierte. Aber was ist seit unserem Aufbruch vom Campingplatz bei Lagos passiert? In Olhão am 19.12. haben wir einige Schwierigkeiten einen guten Platz auf dem Campingplatz zu finden. Bei der Anmeldung heißt es nur ‚suchen Sie sich einen Platz aus‘ – das klingt erstmal super! Aber hier steht alles dicht an dicht und zu einigen Plätzen kommt man gar nicht. Die anderen sind zu nass, zu dunkel oder zu schräg. Dann haben wir doch noch einen Platz gefunden, an dem wir uns für diese eine Nacht wohl fühlen und keinen direkten Nachbarn haben. In dem kleinen Supermarkt des Campingplatzes kaufen wir etwas ein, denn ich möchte gerne mal eine Quiche in unserem Omnia Backofen machen. Das klappt auch relativ gut… und wir lernen dazu, dass der Boden etwas mehr Zeit zum Vorbacken benötigt. Am 20.12. wollen wir auf den „Zigeunermarkt“ in Tavira. WOW der ist schon ganz schön groß und beim Anblick der vielen schönen südländischen Bäume der Baumschule, denke ich darüber nach, wie es wäre hier einen Garten zu bewirtschaften. Diese Gedanken sind schon Entspannung pur. Was ich alles in meinem Garten bei Tavira anbauen könnte: Meine Orangen-, Limetten- und Kumquatbäume könnten hier im Garten stehen, ich könnte Mandarinen, Sternfrucht, Kiwis und so vieles mehr anbauen. Wir kaufen etwas sehr leckeres ‚Fettgebackenes‘ und fahren weiter nach Lagoão.
Hier finden wir einen Campingplatz, der mich weiter träumen läßt: unter Mandarinen- und Orangenbäumen dürfen wir zwei Nächte verbringen. Bevor wir fahren, sammeln wir etwas Fallobst und ich schieße noch ein paar Fotos von diesem grandiosen Platz auf dem wir zwischen Obstbäumen standen, und Hühner herumliefen!
Nun schreiben wir schon den 21.12. – der Weg nach Marina del Este, wo wir bei und mit Doris Weihnachten und Silvester verbringen wollen, ist schon etwas weiter und ich möchte dort entspannt ankommen. Außerdem haben wir noch zwei ‚Aufgaben’: erstens soll ein Päckchen nach Bremen gesendet werden und zweitens will ich doch gerne schon von dem exzellenten Olivenöl etwas kaufen. Zunächst benötigen wir also eine Post und dann geht es nach Santa Catarina zur Olivenölpresse. Dort angekommen, geben wir im Büro unsere Bestellung auf – und sollen in Bar bezahlen. Ach du Schreck, damit haben wir nicht gerechnet. Es geht also zu Fuß ins Dorf um Geld zu ‚organisieren‘. Die Bank, die wir finden, zahlt kein Geld aus… grrr… wir sollen es doch bitte am Automaten versuchen aber sie weiß nicht ob es dort funktioniert.
Puhhh… wir bekommen das begehrte Geld am Automaten, gehen zurück zur Olivenölpresse und da steht unsere Bestellung bereits abgepackt und wartet auf uns. Dieses hier ist nicht für uns – sieht aber urig aus!
Nun geht es über die Grenze nach Spanien und wir verabschieden uns vorerst von Portugal. Auf dem Weg nach Marina del Este werden wir uns noch einen Zwischenstopp suchen. Gegen Abend kommen wir an einem, von anderen Campern angezeigten Parkplatz. Dort möchte ich nicht stehen, denn er liegt direkt an einer Straße, es lungern viele Katzen herum und insgesamt fühle ich mich richtig unwohl an diesem Ort.
Also fahren wir weiter. In die Dunkelheit und in die Berge. Das ist teilweise ziemlich anstrengend, mit Auf und Ab und vielen Kurven verbunden.
Dann finden wir, ziemlich entnervt, den Parkplatz in den Bergen. Zwei Camper stehen hier schon und wir sind so richtig überrascht! Jedes Fahrzeug hat seine eigene Parkbucht mit eigenem Wasseranschluss. Am nächsten Morgen entdecken wir, dass es sogar für jede Parkbucht eine Entsorgung für die Toilette gibt und Strom – an der Rückseite des ‚Versorungsblocks‘. WOW – das haben wir so bisher nicht gesehen und es scheint einzigartig.
Wir fahren weiter und halten in Nerja kurz um Grundnahrungsmittel einzukaufen. Mit Doris hatten wir abgesprochen wer was ‚mitbringt‘. Und dann sind wir gegen 16:00 Uhr an einem Sehnsuchtsort, denn vom Balkon aus können wir auf das Meer schauen. Hier mal ein Sonnenaufgang:
Es wird hier nebenan (leider) gerade gebaut aber wegen der Feiertage wird es auch genügend Zeit geben den Ausblick zu genießen. Von Doris bekommen wir das große Schlafzimmer und können hier sogar den Sonnenaufgang über dem Meer direkt vom Bett aus sehen. Da die Nächte recht kühl sind und die Tag teilweise regnerisch, wird es zu Routine, abends eine Wärmflasche mit ins Bett zu nehmen. Aber dann ist es auch wirklich richtig kuschelig warm.
Unsere Weihnachtsdeko besteht aus einer kleiner ‚Mitteldecke‘ (meine Kolleginnen werden sich erinnern – die mit Keksmuster) und ein paar goldenen Christbaumkugeln, die Doris beisteuert. Ein paar Teelichter runden unsere Deko ab. Es ist herrlich unkonventionell und ohne jegliche Erwartungen. Zum ‚Weihnachtsessen‘ wurde noch ein Freund geladen und um 23:00 Uhr endet dieser wunderschöne Weihnachtstag.
Am ersten Weihnachtstag gehen wir zum Strand. Ich weiß, dass ich hier Meerfenchel finden werde und die Idee, Steine als Seifenablage zu nutzen, gefällt mir so gut, dass ich auf die Suche nach geeigneten Steinen gehe.
Abends fahren wir in die Berge nach Lentegi um eine Flamenco-Aufführung zu besuchen. Der Weg dorthin ist unendlich kurvig, eng und teilweise ziemlich steil. Im Ort angekommen gehen wir zu Fuß wieder steile Wege entlang bis wir zur Community-Hall gelangen. Eine kleine Bühne, ein rustikaler Tresen und dazwischen gefliester Boden. An einer Seite des Raumes stehen Gartenstühle- und Tische – wer auf einem Stuhl sitzen möchte, holt sich einen. Die Veranstaltung sollte um 20:00 Uhr beginnen und hier in den Bergen war es noch kühler als am Meer. Von anfangs 9 Grad kühlte es in eineinhalb Stunden auf 6 Grad herunter.
Die Flamenco-Vorführung bestand zunächst aus viel archaischem Gesang bis eine Tänzerin zu dem Gesang tanzte. Die MusikerInnen verstanden es ausgezeichnet das Publikum einzubeziehen, so dass teilweise der ganze Saal mitsang. Diese Vorführung hatte nichts mit den Vorstellungen für Touristen gemein. Hier waren in erster Linie die Dorfbewohner und frönten einem Brauch.
Nach dieser Flamenco-Vorstellung sollte noch eine Rockband spielen aber wir waren durchgefroren und es war sehr laut, so dass wir gern auf Doris‘ Vorschlag eingingen, ‚nach Hause‘ zu fahren.
Erwähnte ich schon den wunderschönen Sonnenaufgang über dem Meer? Dirk hat sich einen Spaß gemacht und durch die Laterne auf dem Balkon die aufgehende Sonne fotografiert.
Der 26. Dezember ist in Spanien kein Feiertag und so begannen die Bauarbeiten nebenan. Der Lärm hielt sich aber in Grenzen und Doris wusste, dass um 10:00 Uhr Pause gemacht wird. Ich hatte endlich mal wieder eine Facetime-Verbindung mit Kindern und Enkeln. Das tut sehr gut! Und dann wurde Wäsche gewaschen und der Rest des Tages ausgeruht.
La Herradura ist das nächste Dorf und etwa 3 KM von unserem Standort entfernt. Es geht aber arg den Berg rauf und runter, so dass wir einen sportlichen Weg hatten. In La Herradura kauften wir etwas ein und tranken einen Café. Eigentlich wollten wir schon am 25. mit Doris essen gehen und uns für den Aufenthalt bei ihr bedanken aber wir hatten so viel vom 24. übrig, dass es ein paar Tage dauerte. Nun war es soweit und Doris zeigte uns eines ihrer Lieblingsrestaurants in Almuñecar. In der Bodega Francisco mussten wir etwas auf unseren Tisch warten und erhielten eine Tappa und einen Vermouth rosso, dann haben wir ein wundervolles Menü genossen und zum Abschluss einen Espresso.
Da Doris in einer Wohnung ein Sofa hat, welches ausgebessert werden soll, schauen wir uns das gemeinsam an um zu entscheiden ob es für den Transport vielleicht in unseren Van passt. Das passt leider wegen der Schränke über unserem Bett nicht und so beschließen wir ein Auto zu mieten.
Zunächst genießen wir einen ruhigen Abend und am nächsten Morgen bei herrlichem Sonnenschein um 10:00 Uhr ein fantastisches Frühstück auf dem Balkon – ich sag‘s euch: mein Sehnsuchtsort!
Dann nimmt uns Doris mit nach Almuñecar. Wir schlendern durch die Straßen und zu einem Woll-Laden, trinken Espresso und wollen etwas einkaufen. Also zum Bioladen und was es hier nicht gibt wird bei Lidl oder Aldi besorgt. Dann wollen wir mit dem Bus zurück aber es ist nicht so leicht herauszufinden welchen Bus wir nehmen müssten damit wir in Marina del Este landen. Deshalb nehmen wir ein Taxi – diese Entscheidung war goldrichtig für uns.
Am nächsten Tag gehen wir das Projekt ‚Sofatransport‘ an. Da Doris ein so großes Auto nicht fahren möchte, fahre ich es. Die Straßen sind etwas unübersichtlich, die Fußgänger haben hier absoluten Vorrang und so fahre ich sehr vorsichtig zur Wohnung und parke das Auto.
Nachdem wir das Sofa aus der Wohnung im 3. Stock geholt hatten und mit Dirk in den Fahrstuhl verfrachtet hatten, gingen Doris und ich die Treppen hinunter und warteten darauf, dass der Fahrstuhl ankäme. Es dauerte merkwürdig lange, aber dann kam er endlich und die Tür öffnete sich, der Fahrstuhl war aber leer!!! Hä?!? Wie geht das denn? Wir haben Dirk doch im Fahrstuhl mit Sofa gesehen? Des Rätsels Lösung: Jemand hatte den Fahrstuhl in den 8. Stock ‚gerufen‘ bevor Dirk den Knopf für das Erdgeschoss gedrückt hatte. Er fuhr also nach oben, dachte er wäre angekommen und stieg mitsamt dem Sofa aus. Dann fuhr der Fahrstuhl sofort ins Erdgeschoss, wo er leer ankam. Dirk hatte ihn natürlich wieder nach oben ‚bestellt‘ als er seinen Irrtum bemerkte und kam dann mitsamt dem Sofa unten wieder an. Dann also das Sofa ins Auto, zum Polsterer, dort in einer sehr engen Straße eine Parklücke finden, das Sofa ausladen und zurück zur Autovermietung. Die begutachteten das Auto kurz und freuten sich, dass keine weitere Beule hinzugekommen war! Am Silvestertag machten wir einen Spaziergang zum Meer in Marina del Este und ‚untersuchten‘ die Grenze des Bauvorhabens nebenan. Doris hatte erzählt, dass die Bauherren relativ frech mit Grundstücksgrenzen umgehen und wir waren neugierig, denn die Eigentümergemeinschaft ‚besitzt‘ ein Grundstück mit einem Pool, welches aber nicht gepflegt wird. Dort hatte die Eigentümergemeinschaft aber einen Zaun aufgestellt um die Grundstücksgrenze zu betonen. Der Zaun wurde anscheinend teilweise entfernt und Vorbereitungen für eine Mauer wurden getroffen. Ziemlich ärgerlich, wenn Grundstücksgrenzen einfach ignoriert werden und dann auch noch ein Teil des Blickes von diesem Ort auf das Meer versperrt wird. Den Silvesterabend verbrachten wir mit etwas Fernsehen und dem ziehen von Karten und Runen und gingen um 00:00 Uhr mal auf den Balkon und auch zwei Etagen höher. Da das Treppenhaus aussen liegt, hat man von hier einen schönen Blick Richtung Almuñecar. Sehr viele Raketen wurden hier aber nicht gezündet und so war der Abend für uns bald zu Ende. Der erste Januar ist für uns ideal um etwas zu putzen. Wir möchten am nächsten Tag weiterfahren und wollen alles sauber und ordentlich hinterlassen! Auch der letzte Abend ist ruhig und sehr gemütlich. Für den nächsten Tag haben wir uns zu einem recht frühen Frühstück gegen 08:30 Uhr verabredet. Ich möchte in La Herradura zum Markt bevor wir weiterfahren und Doris hat auch noch einiges zu erledigen. Es war eine wundervolle Zeit bei dir, herzlichen Dank Doris!
Auf dem Markt in La Herradura kaufe ich ein paar Souvenirs und dann geht es Richtung Algeciras, wo wir die Fähre nach Marokko nehmen werden.
In Marokko möchte ich nicht abends ankommen – obwohl, wenn ich gewusst hätte, wie es dort in Tanger Med aussieht, hätte ich auch das super gefunden. Tagsüber, so meine Idee, könnten wir Delfine auf der Überfahrt in der Meerenge von Gibraltar sehen und hätten viel mehr von der Überfahrt. Also übernachten wir vorher noch ‚irgendwo‘. Und das ‚irgendwo‘ wurde der kleine Jachthafen kurz vor Gibraltar. Der Platz an sich ist nicht schlecht – wir haben gut geschlafen, aber es hat doch einige Zeit gebraucht den Platz zu finden und dann den Weg zur Fähre nach Algeciras. Online habe ich ein Ticket für die Fähre erstanden und dachte, es wäre schlau, nicht gleich am frühen Morgen, sondern die Fähre um 13:00 Uhr zu nehmen. Prinzipiell eine dufte Idee… Bevor wir die Fähre nehmen, wollen wir noch mal Wasser auffüllen und die Toilette ‚frisch machen‘. Die Tankstelle, die das anbietet finden wir auch aber es regnet in Strömen und wie dieser Versorgungsautomat zu bedienen ist, ist auch nicht intuitiv und auch mit der Anweisung in Bildern nicht leicht zu verstehen – außerdem stehen einige Camper rum, die anscheinend die selbe Idee haben. Endlich verstehen wir, dass der in der Tankstelle gekaufte Jetons erst in den Automaten gesteckt werden darf, wenn alle Lichter erloschen sind. Und das dauert… und es fühlt sich doppelt so lange an im Regen. Endlich sind wir fertig und fahren zur Fähre, das Ticket haben wir ja bereits…
Heute ist der 18.12.25 und so langsam plane ich die letzten Tage in Portugal – aber was ist seit meinem Geburtstag passiert?
Am 02.12. habe ich den Sonnenaufgang, den ich am 01.12. nicht fotografiert hatte ‚eingefangen‘ und dann waren wir in Setúbal, denn die Markthalle hatten wir hier noch nicht gesehen.
Die ist allerdings nicht sooo besonders aber Dirk hat ein paar Skulpturen ‚gefunden‘.
Dieser Tag ist ein guter Tag um Fisch zu essen. Der gegrillte Fisch war wirklich sehr lecker, genauso wie die Süßkartoffeln die dazu serviert wurden und da Dirk die Vorsuppe nicht essen mochte, wird sie uns eingepackt. Auf dem Weg entdecken wir noch dieses kleine Boot.
Als wir auf unseren Platz zurückkehren sehen wir einen wundervollen Regenbogen!
Am Abend stecke ich mein 12v Netzteil in die 12v-Steckdose und auf einmal sehe ich Rauchschwaden. Sofort ziehe ich das Netzteil aus der Dose aber es stinkt schon wie sau… sorry aber so war es. Was war passiert? Aus nicht zu klärenden Gründen war in die 12v Steckdose eine kleine Eisentülle eines anderen Netzteils gefallen und das hat zusammen mit meinem Netzteil so viel Hitze entwickelt, dass die Kunststoffummantellung eines dahinter liegendes Kabels komplett abgeschmort ist. Was für ein Gestank. Bis wir ins Bett gingen, hatten wir damit zu tun diesen Gestank zu entfernen. Zum Glück hatte ich ‚Atme wohl‘ dabei und da das Zirbenkiefer enthält, vermutete ich (richtig) dass es bei der Geruchsminimierung helfen könnte. Ich habe damit gleich den ganzen VAN eingenebelt. Weiterer Schaden konnte in der Nacht nicht entstehen – es lag kein Strom mehr an und so konnten wir ganz gut schlafen – um den Schaden kümmertenn wir uns am nächsten Tag. Also müssen wir mal wieder etwas basteln, denn der Schaden war größer als zunächst angenommen: Das Radio funktionierte nicht mehr – und damit war auch die Rückfahrkamera außer Betrieb; die 2 Handy Ladehalterung funktionierten auch nicht mehr; die Sitze waren ebenfalls ohne Funktion und die 12v Steckdose war ja eh durch. Dabei verbaute Dirk nun auch Kabel mit angemessenem Querschnitt und die Kabel wurden alle mit Sicherungen einzeln abgesichert. Das hat uns einen Tag und reichlich Nerven gekostet – klar dass das erstmal ‚verdaut‘ werden muss… Am nächsten Tag wollen wir weiterfahren und beginnen diesen Tag mit einem Besuch der Burg von Sebútal. In den ‚Gebetsraum‘ kann ich nur durch eine Scheibe fotografieren – betreten können wir den nicht. Eindrucksvolle Gemäuer sind das und die Aussicht hier ist wirklich sehr, sehr schön!
Wir wollen noch einmal nach Porto. Dieser Laden mit dem Automaten, aus dem ich Ohrstecker gezogen hatte, ließ mich in meinem Gedanken nicht los. Und das Wetter war beim letzten Besuch ja auch mittelmäßig. Jetzt hoffen wir auf einen schönen Aufenthalt obwohl es im Dezember nicht wirklich warm ist in Porto und regnen soll es auch. Auf dem Weg machen wir einen Zwischenstopp auf einem Orbitur-Campingplatz, der nicht wirklich schön ist aber wir wollen duschen und Duschen gibt es hier. Das Trocknen der Handtücher ist bei nassem Wetter auch eine Herausforderung – wir kriegen das aber ganz gut hin. Dann halten wir noch bei einem Autozubehörladen, denn wir wollen unseren Vorrat an Sicherungen auffüllen – kann man ja anscheinend nicht genug von haben! In Porto haben wir einen Platz gefunden, der hinter einem Laden für Campingbedarf sein soll. ‚Nuno‘ sollen wir eine Whats-App Nachricht schreiben und das mache ich. Die Antwort ist erstmal etwas nüchtern: „Was für ein Auto fahrt ihr“… hm .. na gut, wenn er es wissen möchte, schreibe ich es ihm. Die nächsten Nachrichten sind dann sehr einladend mit sehr vielen Informationen, so dass wir gut dort ankommen und den Platz finden. Den Laden für Campingbedarf gibt es allerdings nur online. Hier ist Nuno‘s Werkstatt aber dahinter stehen wir sehr gut und haben einen schönen Blick ins Grüne.
Leider ist das Wetter wirklich wieder sehr bescheiden – aber wir fahren trotzdem nach Porto rein bzw. lassen uns vom Taxi zum Markt Bolhão fahren. Von diesem Markt hatte ich schon mal berichtet – es ist m.E. nicht der schönste Markt. Wir gehen in das gegenüberliegende Café und genießen Pastel de Nata. Dann finden wir den Laden mit dem ‚Schmuck-Automaten‘ und ich fröne meiner kindlichen Lust und ziehe viele Kugeln mit Ansteckern, Ohrringen und einem Magneten. Hach ist das schön… Dabei fällt mir ein, dass es in Bremen einen Schüler gibt, der einen alten Kaugummi-Automaten umgebaut hat – dort kann man Samenbomben ziehen. Auch so ein sinnvoller Automateninhalt. Wir schlendern noch etwas über einen kleinen Weihnachtsmarkt und sehen eine interessante Skulptur. Und dann finden wir den Eisladen, in dem wir schon vor einigen Jahren Eis gegessen hatten und wiederholen das obwohl das Wetter es eigentlich nicht hergibt.
Ich finde noch eine Bäckerei und möchte unbedingt wissen was es mit diesem Bolo Rei auf sich hat. ist das so etwas wie Stollen? Also muss ein solches Teil gekauft werden. Später stellt sich heraus, es ist ein Hefekranz, der unterschiedliche Zutaten hat. Unserer hatte Mandeln und Walnüsse aber keine Rosinen und kein Zitronat oder Orangeat. Inzwischen ist es schon wieder dunkel und wir lassen uns von einem Taxi zu unserem Platz fahren. Am nächsten Tag sieht das Wetter nicht viel besser aus. Aber etwas muss ich Nuno noch fragen: Dürfen wir uns vom Mandarinenbaum auf diesem Platz ein paar Früchte ernten? Sehr gerne schreibt Nuno, er hätte am Tag zuvor eigentlich mit einem Beutel vorbeikommen wollen aber es hatte ja so geschüttet. Also ernten wir uns ein Kilo Mandarinen – was für ein Glück!
Nun geht es also nach Espinho, denn dort wartet der nächste Markt auf uns. Hier haben wir schon einmal am Meer übernachtet und an diesen Ort fahren wir wieder. Erstmal kochen wir uns einen Café und genießen das Meer. Das ist heute allerdings echt aufgewühlt und produziert ziemliche Wellen, die gegen die Steinmauern klatschen.
Diesmal finden wir einen Platz an der Promenade, denn wir wollen am nächsten Morgen von hier aus zum Markt laufen. Am Abend erkunden wir den Ort noch, denn bisher haben wir in jedem Ort einen, wenn auch kleinen, Weihnachtsmarkt gesehen. Und den finden wir auch hier. Für den Rückweg holen wir uns eine Portion Churros und dann geht es auch schon ins Bett.
Am nächsten Morgen geht es also auf den Markt – und den kennen wir schon. Wir wissen, dass der 3 km lang ist und alles hergibt, was das Herz begehrt. Wir kaufen ein paar Tamarillos, kleine eiförmige Früchte, die sehr gut riechen. Allerdings werden wir etwas ‚eingeschüchtert’, denn eine Portugiesin beißt in eine Frucht und spuckt es direkt wieder aus – ihrer Meinung nach sind sie viel zu sauer. Die Tamarillos können sehr gut schmecken, müssen dafür aber sehr rot, also sehr reif sein. Egal… ich will die Frucht kennenlernen, wir kaufen deshalb aber nur eine kleine Menge. Als wir alles gesehen und auch etwas eingekauft haben, merke ich meine Füße und bin froh als wir wieder am Auto ankommen. Wir wollen weiter nach Obidos. Abgesehen davon, dass dieser mittelalterliche Ort für sich schon sehenswert ist, wird hier Die Burg zum ‚Vila de Natal‘ – zum Weihnachtsdorf. Ich hatte überlegt, dass wir den Ort auf diese Weise im Dunkeln gut erkunden könnten. Was ich nicht wusste: Ohne Eintritt zu zahlen, kann man ‚nur die halbe Burg‘ sehen und die Burg besteht aus sehr vielen kleinen Geschäften. Das Ganze ist also ein Weihnachtsgeschäft. Trotzdem wunderschön anzusehen und anscheinend besucht ganz Portugal dieses Ereignis gerne. Auf dem großen Parkplatz wird es um 22:00 Uhr sehr still und so bleiben wir für die Nacht an diesem Ort.
Dann geht es weiter gen Süden – bei einer Pause finde ich diese wunderschönen Blätter und denke dabei an Anton.
Schließlich landen wir am 10. Dezember in Lagos, wo am Nachmittag ein Biomarkt stattfinden soll – außerdem hat Anton Geburtstag! Das Wetter ist besser als erwartet und so schlendern wir durch die Altstadt und am Hafen entlang. Dann ist es endlich 13:45 Uhr. Anton müsste jetzt zu Hause sein, also starten wir ein Video-Call um zu gratulieren! Nach dem Geburtstagsständchen und dem Bericht zu seinen Geschenken, erwähne ich, dass es jetzt bestimmt Mittagessen gibt. Nee haben die schon längst… und da fällt es mir auf, wieder hab’ ich mich in der Zeit vertan und ich bin eine Stunde ‚hinterher‘. In Verden ist es schon fast 15:00 Uhr. Wir kehren zum Mittag ein und erleben mal eine ‚Tourismus-Falle‘. Die anscheinend angemessenen Preise, das Fischgericht kostet 18,50 Euro, schließen nichts weiteres ein – wirklich nichts! Das Fischgericht besteht aus einem (ziemlich großen) Stück Fisch! Am Ende ein recht teures Vergnügen aber wir gönnen uns das nicht so oft, also alles in Butter – der Fisch in Olivenöl und mit viel Knoblauch war hervorragend. Dann geht es zum Nachmittagsmarkt in die Markthalle und vorher noch nebenan zum Bioladen, der auch Café und Kleinigkeiten zum Essen anbietet. Auf dem Markt kaufen wir Feigenmarmelade, von einer Deutschen, die hier bereits 20 Jahre lebt. Anschließend fahren wir auf den uns bereits bekannten CampingCar Figueira. Es ist schon dunkel und nach 18:00 Uhr, das Tor zum Platz also geschlossen aber wir kennen den Code und suchen uns einen Platz. Dirk schreibt noch eine Mail an den Betreiber, mit der Info auf welchem Platz wir stehen. Morgens wachen wir bei Sonnenschein auf und wechseln den Platz noch einmal um so viel Sonne wie möglich abzubekommen, etwas abseits zu stehen und auch ein wenig mehr Platz für uns zu haben. In den folgenden Tagen besuchen wir von hier aus Märkte und Flohmärkte, packen ein Weihnachtspäckchen für die Enkel, versenden Karten und kochen endlich die Tamarillos zu Marmelade. Und die schmeckt so richtig super!
Unsere Tage in Portugal neigen sich dem Ende. Wir versuchen das Beste aus dem Wetter herauszuholen. Und meine Gedanken gehen manchmal nach Marokko, manchmal bleiben sie aber auch an dieser Gegend hängen. Hier haben wir zwei Stunden mehr Helligkeit als in D und es wäre zu schön, wenn ich hier bleiben oder wieder hierher kommen könnte. Es schleicht sich also etwas Wehmut in die Gedanken ein und gleichzeitig freue ich mich schon auf D und auf meine liebsten Freund:Innen, Kinder, Enkel und nicht zuletzt auch auf die Kolleg:innen. Marokko hat natürlich seinen Reiz und auch dort werden wir tolle Erlebnisse haben. Jetzt aber erstmal die letzten Tage in Portugal genießen: Am Mittwoch waren wir in Sagres. Dort waren wir auf unserer letzten Portugalreise auch. Die Sonne schien und die 18°C fühlten sich an wie 16°C. Aber das war immer noch sehr angenehm. Auf dem Weg besuchen wir eine Töpferei. Diese bunte Vielfalt ist überwältigend! Leider ist das alles sehr zerbrechlich und nicht dafür geeignet zwei Monate im Van durch die Gegend gefahren zu werden. Ich befürchte es könnte zu viel zerbrechen. Also müssen die Fotos als Erinnerung genügen.
Eine Fischauktion erlebten wir diesmal nicht, auch hatte das Restaurant geschlossen, in dem ich beim letzten Mal einen fangfrischen Fisch gegessen hatte. Im Hafen fanden wir eine Jacht, der der letzte Sturm anscheinend heftig zugesetzt hatte. Wieso das Boot aber so im Wasser liegt und nicht geborgen wird, ist mir immer noch ein Rätsel. Mit Blick auf das Meer haben wir dort eine Kaffeepause eingelegt. Sagres lebt vom Tourismus und so verabschiedeten wir uns bald wieder von diesem Ort um nach Lagos zu fahren.
Wie letzten Mittwoch, wollten wir zum Biomarkt und in den Bioladen. Mit gut gefüllten Einkaufstaschen und einem ‚Sumo do Dia’ fuhren wir wieder auf unseren CampingCar Figueira. Diesmal allerdings mit Hindernis, denn die Straße wurde ausgebessert und wir standen im Stau. Mit einem kleinen Umweg ging es für uns dann aber doch noch recht zügig ‚nach Hause‘.
Heute haben wir das gute Wetter genutzt und sind nach ‚Alte‘ gefahren. Ein kleines Dorf in höheren Lagen, in dem heute eigentlich ein Zigeunermarkt abgehalten werden sollte. Auch wenn ich nicht verstehe, wieso diese Märkte nach wie vor Zigeunermarkt heißen. Sie könnten auch Haushaltsmarkt oder ähnlich heißen. Wie auch immer, der Markt fand nicht statt. Wir haben uns den Ort, einen kleinen Wasserfall und die Quelle angesehen. Auf dem Rückweg gab es dann eine ‚Pingado-Pause‘ mit Pastel de Nata – das war wirklich sehr lecker!
Nach einer Dusche auf unserem Platz haben wir die vergangenen Tage bezahlt, denn morgen geht es weiter – nach Olhão.
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Das hatte ich noch nie – 18 Grad und Sonnenschein am 01. Dezember! Ich wache auf als die Sonne aufgeht – so um 07:00 Uhr Ortszeit (08:00 Uhr in D) WOW – was für ein Himmel. Da ich aber im Bett liege und darauf nicht vorbereitet bin, gibt es kein Bild vom Sonnenaufgang.
Ich freue mich schon auf das Geschenk, das meine Nachbarin mir mitgegeben hat. Seit drei Monaten fahre ich es durch die Gegend und heute wird es geöffnet.
Dirk macht ein schönes Frühstück und zur Feier des Tages wird die Kerze von Anton angezündet, die ich ebenfalls mitgenommen hatte. Und dann trudeln natürlich Glückwünsche ein und ich freue mich ungemein, wer so alles an mich denkt und auch auf diese Entfernung mit mir verbunden ist. Eine Karte erhalte ich erstmal als Bild – das passt wirklich gut!
Nach dem Frühstück gehen wir in Setúbal am Meer spazieren und ich freue mich an den vielen Fischerbooten, die hier noch im Einsatz sind. Wie schön, dass hier noch keine teuren Jachten im Hafen liegen. Wir hätten hier auch wunderbar Fisch essen können aber wir haben keinen Hunger. Und so bleibt es bei einem Café und einem Stück Kuchen.
Heute stelle ich die vielen Blümchenbilder hier in den Blog ein, die ich in den letzten Wochen gemacht habe – dass passt doch!
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Das Süßkartoffelfest in Aljezur war ein Reinfall! Leider haben wir nur eine große, eingedeckte Festhalle entdecken können und im Eingangsbereich eine Band, die gerade ihren Soundcheck machte. Ohrenbetäubender Lärm – anders kann ich das nicht bezeichnen. Vor der Festhalle haben wir einige kleinere Maschinen für die Landwirtschaft gesehen. Keine Spur, nicht mal die kleinste Spur von Süßkartoffeln. Und ich hatte mir vorgestellt, dass wir dort haufenweise Stände vorfinden mit den unterschiedlichsten Angeboten und Darreichungsformen von Süßkartoffeln – Fehlanzeige!
Na gut … dann fahren wir eben weiter. Allerdings brauche ich noch eine Post. Die nächsten Geburtstage stehen an und ich will wenigstens Briefe versenden. Bei der Gelegenheit schauen wir neben der Markthalle in einen kleinen Imbiss. Dort essen die Einheimischen und wir bestellen uns eine Suppe. Was für eine gute Idee! So einfach und so köstlich. Einen Café gibt es dort auch noch, dann geht es zur Post. Schade, dass die Hauptstraße, an der die vielen kleinen Geschäfte und auch ein Bioladen angesiedelt sind, so schmal ist, dass der Fußweg auf der einen Seite teilweise nur 50 cm breit ist. Wir finden die Post und fahren dann weiter Richtung Lissabon. Wir haben Lissabon in unserem letzten Portugal-Urlaub schon einmal besucht und wissen, dass es in Seixal einen super Parkplatz gibt auf dem wir stehen können. Von dort aus nehmen viele Portugiesen die Fähre nach Lissabon um zur Arbeit zu kommen. Dort wollen wir uns wieder hinstellen, doch zu unser Überraschung gibt es an diesem Ort nun auch einen Stellplatz für Wohnmobile. Da wir erst um 19:00 Uhr ankommen, sind alle Plätze belegt. An der Seite finden wir aber einen Platz auf dem wir niemanden behindern und dort stellen wir uns hin. Nach uns kommen noch mehrere Fahrzeuge, eins stellt sich vor uns, eins hinter uns aber es wird trotzdem niemand behindert und am nächsten Morgen stellen wir uns auf einen freien, ausgewiesenen Platz. Dann wird ein Geburtstags-Videocall mit Jelka gestartet und ich erfahre, dass auch diese Geburtstagspost rechtzeitig angekommen ist. Darüber freue ich mich, weil das doch schwer einzuschätzen ist und weil es nicht immer einfach ist eine Post und die nötigen Utensilien zu finden. Danach machen wir uns auf den Weg zur Fähre. Wir wollen auf einen Flohmarkt. Die Fähre fährt am Samstag aber nicht so oft, so dass wir erstmal ziemlich lange warten müssen. Auch in Lissabon kann man viele Höhenmeter machen und das ermüdet schnell. Deswegen lassen wir uns zum Flohmarkt fahren. Und diese Idee ist auch ganz gut – es wäre ziemlich weit gewesen und mittlerweile ist es schon 11:00 Uhr. Der Flohmarkt am Feira da Ladra erstreckt auf etwas über zwei Km.
Das ist überschaubar. Nachdem wir die Stände ausgiebig betrachtet haben, lassen wir uns bei einem Restaurant inmitten der Flohmarktstände nieder. Das daran angrenzende Gebäude beherbergt viele kleine Antiquitätenläden, die sich ebenfalls in den Flohmarkt integrieren. Im Restaurant gibt es ein paar gute Mittagsgerichte und die Menschen, die bereits anstehen um einen Tisch zu ergattern, werden geschickt nach und nach an freiwerdende Tische gelotst. Es herrscht ein reges Treiben und ich bewundere die Angestellten, die das hier ziemlich gut ‚im Griff’ haben. Gut gesättigt geht es für uns auf den Campo de Santa Clara und wir genießen die Aussicht in diesem sehr kleinen Park mit einem Imbiss, der ebenfalls an den Flohmarkt grenzt.
Wir beschließen, uns durch Lissabons Straßen treiben zu lassen – der Stadtteil Braca bietet schon schöne Einkaufsstraßen und führt auf den Weihnachtsmarkt Praca dom Pedro IV. Das sieht fast aus wie bei uns – viele Naschereien und viele, warme, alkoholische Getränke. Wir können nicht widerstehen und kaufen etwas Nougat mit Nüssen, wollen nun aber unbedingt zur Fabrica de Nata. Dort haben wir bei unserem letzten Lissabon-Besuch die besten Pastel de Nata gegessen. Und wir finden die Frabrica, zu den Pastel gibt es natürlich einen Café.
Die Unglücksstelle mit der Bahn liegt auf der anderen Seite des Platzes – dort möchte ich nicht hin. Zurück zur Fähre gehen wir noch am Elevator de Santa Justa vorbei und treffen dabei die berühmte Linie 28. Ziemlich erledigt und ausgepowert kommen wir am Fährhafen an und fahren zurück zum Stellplatz.
Am nächsten Tag wollen wir noch zwei Märkte besuchen – deshalb gehen wir früh schlafen. Inzwischen kennen wir auch den Fahrplan und wollen am nächsten Morgen um 09:00 Uhr die Fähre bekommen. Deshalb geht es ohne Café zur Fähre. Das Ticket müssen wir heute am Automaten kaufen, der Schalter ist nicht besetzt. Auch einen Café gibt es heute am Kiosk nicht und so suchen wir in Lissabon als erstes einen Café. Lissabon sieht heute ‚merkwürdig‘ aus. Vor dem Bahnhof stehen viele Polizisten und die Straßen sind abgesperrt. Da wir nicht genau wissen wo uns ein Wagen abholen darf, entscheiden wir zunächst mit dem Roller ein Stück zu fahren. Das ist kein leichtes Unterfangen: Die Straßen sind teilweise sehr holprig, die Gleise wollen auch oft überquert werden und Dirk hat einen ‚schwachen‘ Roller erwischt, der die Steigungen nur mit Unterstützung schafft. Nach 5 Km lassen wir die Roller stehen und lassen uns zum Feira do Relógio fahren.
Was für ein Markt! Dieser Markt erstreckt sich über 3 Km in zwei Reihen, so dass wir dort 6 Km laufen. Etwas Obst, Gemüse und Mandeln kaufen wir und wollen dann auch etwas essen. Das wird allerdings zunächst ein Reinfall! Was die Portugiesen so essen ist echt haarsträubend. Ich beschreibe es mal so: Fett auf Brot mit Zwiebeln… es schaudert mich beim Schreiben noch. Am Stand nebenan gibt es etwas schmackhafteres und dann schlendern wir zum Ende des Marktes und lassen uns dort abholen. Es soll zur LX Factory gehen, einer alten Fabrikanlage, die zu einem kulturellen Ort mit Gastronomie, einigen Einkaufsläden und einer Bibliothek umgestaltet wurde. Auch Popup-Läden finden sich hier und Sonntags findet hier zudem ein Kunsthandwerksmarkt statt.
Wir schauen uns alles an, suchen dann noch einen Ort für einen Café und finden eine ‚Charcuteria Doce‘. Diese süße Wurst ist im Prinzip ‚Kalter Hund‘ in Form einer Salami und hier in den verschiedensten Geschmacksrichtungen zu bekommen. Ich probiere eine Scheibe mit Cappuccino-Geschmack, Dirk eine mit Churros-Geschmack. Ich kann diese ‚Schoko-Bombe‘ unmöglich aufessen und nehme den Rest mit.
Jetzt sind wir aber wirklich mal wieder satt, nicht nur vom Essen sondern vom Laufen und Erkunden und Betrachten, deswegen lassen wir uns abholen und es geht zurück zur Fähre. Da wir nicht noch eine Nacht auf diesem Stellplatz stehen wollen, hatte ich am Tag zuvor bereits einen privaten Stellplatzanbieter kontaktiert und einen Platz gebucht. Als wir dort ankommen, sieht es aber wenig einladend aus – dort möchte ich nicht stehen, denn schließlich habe ich morgen Geburtstag und da möchte ich doch ein schönes Umfeld haben. Also suchen wir einen anderen und finden einen Campingplatz den wir ansteuern. Dieser liegt am Meer ganz in der Nähe von Setúbal. Inzwischen ist es dunkel aber wir dürfen uns einen Platz aussuchen und fahren erstmal auf den Campingplatz. Ein Platz direkt am Meer ist noch frei und den nehmen wir. ‚Direkt am Meer‘ ist etwas irreführend, denn ein Zaun trennt leider den Campingplatz vom Meer. Trotzdem scheint es hier sehr schön aber das sehen wir erst am nächsten Morgen.
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18.11. Dieses sehr nasse, sehr stürmische und kühle Wetter dauerte jetzt eine Woche. In dieser Woche habe ich oft nicht gut geschlafen. Wir haben aber vergleichsweise Glück gehabt, denn in Albufeira hat ein Tornado einen Teil des Campingplatzes verwüstet und es gab ein Todesopfer. Und in Lissabon ist ein Ehepaar durch die Regenmengen und der Überflutung ihres Hauses ums Leben gekommen. An einem Tag fegte über unseren Campingplatz auch so etwas wie ein mini Tornado. Die Mülltonnen fegten über den Platz und und unser Van schaukelte gefährlich. Aber am Montag schien endlich wieder die Sonne bei 19 Grad und ohne Wind. Ein guter Tag um nach Porto zu fahren. Dafür nehmen wir ‚Uber‘ um zur Metro-Station zu kommen. Die Metro bringt uns in 40 min nach Porto. In Porto möchte ich zunächst einen Stoffladen aufsuchen – ein Pulli will ausgebessert werden. Anschließend schlendern wir durch die Straßen und sehen viele schöne und interessante Geschäfte. In einem Geschäft wurden die alten Gleise im Boden erhalten – das sieht sehr urig aus.
Vor einem anderen Geschäft sehe ich so einen Automaten und bin neugierig – was gibt es denn da zu holen? Und ich staune nicht schlecht, als ich Ohrstecker aus Holz entdecke. Die sind eigentlich nicht ganz billig. Deshalb erlaube ich mir den Spaß und ‚ziehe‘ eine Kugel. Richtig cool – Ohrstecker aus Holz und Metall – die schicke ich meiner Tochter zum Geburtstag. Mehr als Gag gedacht, denn ich bin mir nicht sicher ob grün und gelb zu ihren Outfits passt.
Wir besuchen natürlich auch den Markt Bolhão und genießen dort Fisch, Pastel de Nata und Café. Der Markt wird in jedem Reiseführer angepriesen – ich war nun zum zweiten Mal dort und finde andere Märkte schöner. Dieser ist sehr steril und auf Touristen ausgerichtet, von denen wir eine Menge erleben. Gleich neben uns sitzen zwei Frauen, die von einem Meeting bei Daimler auf deutsch erzählen… arbeiten kann man hier also auch… Zur ‚Ponte Dom Luis I‘ möchten wir natürlich auch. Aber rübergehen ist mir heute nicht geheuer. Schließlich ist es der erste größere Ausflug seit es mir nicht so gut ging und wir sind schon einiges gelaufen. Zudem kühlen die Temperaturen am Nachmittag schnell runter. Also kehren wir auf halber Brücke zurück, schlendern an der Promenade entlang und setzen uns für einen Orangensaft in die Sonne – besser gesagt in den Schatten.
Dann beschließen wir, uns mit Bolt zur Metro-Station zu bringen. Als wir am Campingplatz ankommen, ist es fast dunkel – aber was für ein Himmel!
Am nächsten Morgen spüre ich die Anstrengung in den Waden. Alter Schwede… das ist ein harter Muskelkater. Und er wird mich die nächsten Tage begleiten… Wir genießen die Sonne und das Meer und ruhen uns vom gestrigen Tag aus.
Dann fahren wir weiter Richtung Lagos in den Süden Portugals, denn es soll kühler werden. Mit einem Zwischenstopp landen wir auf einem Stellplatz kurz vor Lagos und als wir uns am nächsten Morgen unseren Café zubereiten wollen, ist das Gas alle… nebenan steht ein Niederländer, der uns unseren Café zu Ende kocht – was für ein Glück! Ohne Café ist ein Frühstück nicht vollständig. Wir brauchen also Gas. Im Web finden wir den Hinweis auf eine Werkstatt, die Gasflaschen auffüllt und die ist gar nicht mal so weit weg. Außerdem hatte ich im Netz eine Ölmühle gefunden, die hervorragendes Olivenöl presst – und die Zeit der Olivenernte ist ja jetzt gerade. Auch diese ist nicht zu weit weg also machen wir uns auf den Weg. Die Werkstatt in Bouliqueime fahren wir als erstes an. Wenn das nämlich nicht funktioniert müssen wir uns etwas anderes ausdenken. Als wir dort ankommen, werden wir sehr schnell verstanden, ein Adapter wird zur Tankstelle mitgenommen und nach 3 Min haben wir eine volle Gasflaschen – was für ein Erfolg! Dann geht es weiter nach Santa Catarina und dort herrscht ein Höllenlärm und es stehen viele Autos (kleine Pickups) herum mit der Olivenernte.
Es geht zu wie bei uns bei der Mosterei. Oliven rein, pressen, Kanister mit Olivenöl raus. Ich hätte sooo gerne… aber wohin damit? Und drei Monate Olivenöl transportieren ist auch keine gute Idee. Ich frage also ob die auch nach D versenden? Ich soll im Februar bestellen – das geht alles. Wir nehmen eine Flasche für den aktuellen Gebrauch mit. Und als ich versuche auf der Webseite zu bestellen, stelle ich fest, dass das nur sehr rudimentär funktioniert. Ich erhalte auf meine Anfrage auch keine Antwort. Aber wir kommen hier nochmal vorbei, kurz bevor es nach Marokko geht! Mal sehen… Jedenfalls wird das Öl gleich probiert – und schmeckt wirklich sensationell fruchtig und kein bisschen bitter. Weiter geht es nach Loulé, hier finden wir bestimmt eine Markthalle. Als wir die Straßen entlanglaufen erkennt Dirk, dass wir hier schon einmal Fisch gegessen haben. Und die Markthalle sieht aus wie bei unserem letzten Besuch. Es ist Mittags und die meisten Stände sind geschlossen. Ich finde eine kleine Pastelaria aber die Auswahl ist leider nicht so groß. Wir essen trotzdem ein Croissant Misto und laufen dann weiter. Als wir an einer anderen Pastelaria vorbeikommen und die schönen Pasteis sehen, können wir leider nicht anders … und probieren auch mal ein anderes Gebäck. Erwähnte ich schon, dass das hier nichts für Leute ist, die es nicht süß mögen? Wir finden aber auch noch einen Bioladen und füllen unsren Vorrat auf. Bioläden sind in D ja auch nicht günstig. Hier sind sie (gefühlt) noch teurer und was bei uns kleine Bioläden sind, wird hier schon Mercado genannt. So etwas wie Alnatura oder Aleco gibt es nicht. Jetzt aber einen Platz für die Nacht finden. In Lagos gibt es einen Campingplatz ziemlich nah am Meer, da fahren wir hin und kommen im Dunkeln an. Deshalb stellen wir uns ‚irgendwo hin‘ und stellen am nächsten Morgen fest, dass dieser Platz von vielen ‚Auswanderern‘ oder ‚Dauercampern‘ bewohnt wird. Die Anlage sieht nicht sehr gepflegt aus und wir fühlen uns nicht sehr wohl. Trotzdem bleiben wir und wollen in die Altstadt. An einem Geldautomaten will Dirk eben Geld holen. Erst kommt eine Meldung, dass die Bank anscheinend nicht kontaktlos ‚Geld abheben lässt‘. Also Karte eingesteckt und nochmal… und dann … bleibt die Karte stecken! Es geht nicht hin und nicht her, es hilft alles nichts, die Karte steckt im Automaten. Dirk ruft bei der Service-Hotline an, die natürlich auf portugiesisch losquatscht. Dann rufe ich dort an… beim 3. Versuch verstehen wir, dass wir für englisch die 2 drücken sollen. Aber auch das hilft nicht weiter. Also sperrt Dirk seine Karte und steckt in den Automaten noch seine Visitenkarte, mit dem Hinweis, dass er auf dem Campingplatz zu finden ist. Ich kann mit meinem Handy und Kreditkarte kontaktlos Geld abheben. Mit gedämpfter Stimmung geht es nun durch die Altstadt zum Markt, auf dem die Kleinbauern ihre Produkte anbieten. Da steigt die Stimmung dann auch wieder und wir erstehen Mandeln, Feigen und etwas Gemüse.
Neben dem Markt gibt es einen Bioladen mit Café und wir übersehen das fast, weil der Laden so unscheinbar ist. Also trinken wir hier einen Café und essen ein Sandwich. Unseren Kaffeevorrat können wir hier auch auffüllen.
Dann geht es zurück durch die Altstadt, wir machen noch eine Pause mit Orangensaft, denn es geht auch hier heftig bergauf und bergab. Zurück am Platz beschließen wir, nach einer kleinen Pause, zum Meer zu laufen und genießen dort den Sand, das Rauschen der Wellen und die letzten warmen Sonnenstrahlen.
Am nächsten Tag fahren wir weiter auf der Suche nach einem Platz an dem wir es gut aushalten können. Auf dem Weg halten wir in Portimão. Wir wollen ein Café aufsuchen und Wäsche waschen. Beides gelingt uns ‚vorzüglich‘. Sogar die Bettwäsche ist nun wieder frisch und wird auch gleich aufgezogen. In Figueira (das ist nicht Figueira Da Foz), einem kleinen Ort nördlich von Alvor finden wir einen Stellplatz mit Dusche. Die Plätze sind zwar ziemlich eng aber wir stellen uns etwas abseits und haben genügend Platz und Sonne und Grün um uns herum. Auf dem Nachbargrundstück wird mit einem kleinen Motorpflug ein Feld umgegraben. Wir haben aber genügend Platz um dieser ‚Störquelle‘ aus dem Weg zu gehen.
Ich schreibe Geburtstagskarten und finde in Alvor eine Post, denn ich benötige neben Briefmarken auch noch einen Umschlag. Zur Post in Alvor lassen wir uns von der App führen… manchmal ist das keine so gute Idee. Die App führt mich durch sehr enge Straßen und sehr enge Kurven – ich überquere einmal die Fußgängerzone und lande in einer Straße mit 7% Gefälle in der ich auf der linken Seite eine Parklücke sehe. Meine Güte… was für eine Zirkelei. Mir steht der Schweiß auf der Stirn als ich in der Parklücke stehe und dann steht neben mir die Polizei. Die fuhren hinter uns und mussten warten bis ich eingeparkt hatte. Die beiden Herren heben beide den Daumen: Gut gemacht – so kannst du stehen bleiben, scheinen sie zum Ausdruck bringen zu wollen und ich bin glücklich. Nun also zur Post – zum Glück gibt es hier auch Umschläge. Die richtige Größe zu finden ist nicht so schwer aber es steht ‚national‘ drauf. Hm… andere sehe ich nicht. Und wieso steht das da drauf? es kommt doch darauf an wie der Brief frankiert wird und welche Adresse draufsteht – oder? Also nehme ich den Umschlag, packe alles hinein und klebe ihn auch gleich zu, Adresse rauf und zum Schalter. Tja, der ist aber für ‚national‘ – und als ich mich umdrehe, sehe ich auch, dass die ‚international‘- Briefumschläge auf der Stirnseite zu finden sind. zum Glück geht es auch so, was ich mich Nachhinein darin bestätigt, dass es eher darauf ankommt… s.o. Hier in Alvor gibt es einen Campingplatz auf dem wir schonmal gestanden haben. Den wollen wir uns zu Fuß ansehen – vielleicht können wir doch näher am Meer stehen? Dieser Campingplatz ist eher ein Kleingartengebiet. Sehr viele Dauercamper, alles sehr sauber aber für Camping Vans nicht viel Platz. Nein, wir bleiben in den Bergen – etwas nördlich von Alvor. Auf diesem Platz stehen wir nun schon 4 Tage. Heute genießen wir nochmal die Sonne und die Ruhe. Morgen geht es nach Aljezur zum Süßkartoffelfest.
Veröffentlicht unterAuszeit|Kommentare deaktiviert für Portugal II
13.11. Ich habe den Bericht lange ‚liegen lassen‘ und versuche etwas ‚nachzuholen‘. Als wir am 24.10. vom Campingplatz in Sauveterre de Béarn aufbrechen, wollen wir (natürlich) einen Markt finden und wir wollen in die Wärme. Aber wollen wir gleich so weit fahren? Denn nach Spanien ist es zwar nicht weit aber St Jean de Luz soll ja auch ganz nett sein. Also fahren wir einfach mal los und denken, auf dem Weg werden wir schon einen Markt finden – es ist schließlich Samstag.
Auf dem Weg sehe ich ein Schild ‚Vente Direkte‘ und Schafe… da halten wir etwas ‚gefährlich‘ direkt neben der Straße, denn der Seitenstreifen ist nicht sehr breit. ‚Wird schon nix passieren…‘ und wir gehen zum Stall, denn da blöken sie – die Schafe.
Die Tür zum Verkaufsraum ist verschlossen, einen Hinweis zu Öffnungszeiten finden wir nicht. Aber da kommt sie, die Bäuerin, und schließ die Tür auf. Und wir kaufen einen Schafskäse, Feigenmarmelade und ein Fertiggericht im Glas. Noch schnell ein, zwei Fotos von den Schafen mit ihren Lämmern gemacht, dann geht es weiter – und zum Glück wurde unser Van nicht beschädigt.
In Hasparren (was für ein Ortsname) finden wir genau zwei Markt-Stände: Einen mit Käse und einen mit Seife… das benötigen wir gerade nicht aber wir finden ein Café mit wirklich französischem Flair und dann geht die Fahrt weiter. In Sare schauen wir uns einen Platz für die Nacht an aber schnell wird (mir) klar: hier will ich nicht bleiben. Dort steht ein Camper mit offener Tür und man kann von weitem sehen, dass der sehr zugemüllt ist. Nachdem wir den Ort erkundet hatten und zurückgekehrt waren, stand die Tür des Campers immer noch offen, es gab aber kein ‚Lebenszeichen‘. Dirk hätte nachgesehen ob da ‚jemand zu Hause’ ist. Nein, wir suchen uns bitte lieber einen anderen Platz. Allerdings sollte der auch bald gefunden werden, denn es ist früher Abend. In Urrugne soll es einen Campingplatz geben – den fahren wir an. Leider hat der, wie viele andere zu dieser Jahreszeit, bereits geschlossen. Durch eine App erfahren wir, dass es anderen Campern genauso ging und diese sind zum Sportplatz gefahren um die Nacht dort zu verbringen. So machen wir es auch, halten jedoch nicht, wie einige andere, an der Straße, sondern suchen uns einen Platz auf dem Parkplatz und haben so sogar etwas grün vor dem Van. Neben uns parkt etwas später ein Wohnmobil mit drei Kindern. Alle Achtung! Die meistern das ziemlich gut, finde ich. Der Papa geht mit den dreien einen Runde Spazieren und ausgepowert kommen sie zum Abendbrot wieder. Wir haben wenig von unseren Nachbarn mitbekommen an diesem Abend, in der Nacht und am nächsten Morgen. Dann gehen wir in den Ort und finden interessante Hausmalereien.
Aber das war es auch mit Urrugne, also geht die Reise weiter – und zwar ans Meer nach Hendaye an die spanische Grenze. Das wird uns aber erst später so richtig bewusst…. In Hendaye fahren wir direkt am Meer entlang uns sehen viele ‚Ameisen‘ im Meer – ich finde die Surfer in ihren Neoprenanzügen sehen aus wie Ameisen. Eigentlich sollte das ‚nur‘ ein schöner Weg am Meer entlang sein und dann landen wir quasi in einem Markt. WOW – OK – Parkplatz suchen und Markt erkunden. Der Parkplatz wird gefunden aber das Ticket dafür zu lösen dauert eine Ewigkeit, weil wir die Anweisungen einfach nicht verstehen. Auf dem Markt gibt alles mögliche zu sehen und zu kaufen: Käse, Obst, Kuchen und Oliven. Nachdem wir eine (ziemlich teure) baskische Tarte mit Kirschfüllung gekauft hatten, finde ich eine Biobäckerin die diese Köstlichkeit ebenfalls anbietet. Egal – die Bio-Tarte (mit Creme-Füllung) wird ebenfalls gekauft. Müssen wir halt öfter Kuchen essen.
Viele Preise sind den dort überwiegend anzutreffenden Touristen entsprechend. Da muss schon genauer hingesehen werden. Am einen Ende des Marktes sollen die Mangos 9,- kosten, am anderen 6,- und das ist schon teuer… Wir wollen weiter und in diesem Ort noch Milch kaufen aber als wir über die Brücke fahren um zu einem Supermarkt zu gelangen wird es etwas chaotisch und wir landen statt auf einem Parkplatz vor einer Tiefgarage. Da komme ich schlecht wieder raus. Es geht nicht vor und nicht zurück. Dirk muss aussteigen und mit Handzeichen den nachfolgenden Autos klarmachen, dass ich zurücksetzen muss. Aber auch das meistern wir und stellen dann fest – wir sind in Irun in Spanien, keine 3 Km von Hendaye entfernt. Da dieser Ort wirklich eng und unübersichtlich ist, entscheiden wir uns einen (auch in D bekannten) Supermarkt anzusteuern, denn dort sollte das Parken kein Problem darstellen. Und dann aber schnell weiter, raus diesem elenden Getümmel. Der nächste Stopp heißt Salto del Nervión. Dirk möchte sich den Wasserfall ansehen – na das ist doch ein guter Plan, oder? Salto del Nervión liegt natürlich in den Bergen, also gilt es einige Höhenmeter zu überwinden. Die Kurven waren aber so eng, dass ich teils den Eindruck hatte zu wenden. Endlich sind wir am Ziel und finden den Parkplatz. Das Wetter ist so ‚mittelmäßig‘. Es nieselt etwas, es ist nicht sehr warm und ob es gleich wieder richtig regnet, können wir nicht einschätzen. Deswegen beschließen wir, nicht eine der längeren Wanderrouten zu nehmen sondern uns mit 2 Km Spaziergang zu begnügen und laufen durch den Wald zum Wasserfall. Dieser Weg ist angenehm für die Füße und eigentlich ist ein Weg auch zu identifizieren, aufgrund des Laubes schleicht sich jedoch auch Unsicherheit ein ob wir noch auf dem richtigen Weg sind. Da ist es ganz schön nach etwa einem Kilometer auch mal einen Hinweis in Form einer Farbmarkierung am Baum zu sehen. Endlich kommen wir zum Ziel – dem Wasserfall. Aber herrje… kein tropfen Wasser fällt da irgendwo runter. Ist auch irgendwie logisch, wenn man weiß, das dieser Wasserfall nur fällt, wenn es genügend Regen in der Regenzeit gegeben hat – und wir sind gerade am Beginn der Regenzeit. Dafür gibt es reichlich Nebel…
Ziemlich spät verabschieden wir uns von diesem Ort – den Rückweg zum Auto legen wir auf einem breiten, angelegten Weg zurück. Es ist bereits 18:30 Uhr und wir müssen noch einen Schlafplatz finden…
Den Berg hinunter fahren wir auf der anderen Seite und dieser Weg ist sehr viel angenehmer zu fahren. In Santa Gadea del Cid finden wir einen, von der Stadtverwaltung angelegten, ausgesprochen angenehmen Platz zum übernachten. Mit einer angeleuchteten Burg und ansonsten viel Ruhe und Einsamkeit schlafen wir hier sehr gut.
Am nächsten Tag wollen wir nach Santiago de Compostela. Allerdings schaffen wir das nicht an einem Tag und beschließen einen Zwischenstopp einzulegen. Leider mal wieder auf einem Campingplatz – der den Winterbetrieb eingeläutet hatte.
Also finden wir in dem kleinen Ort Piñor wieder einen kostenfreien Platz der Stadt Cotelas. Dieser ist irgendwie eigentümlich. Zunächst fahren wir daran vorbei, weil er so unscheinbar, umzäunt und mit Rolltor versehen ist. Dann schieben wir das Rolltor auf und sind dort ganz alleine. Später am Abend kommt noch ein Wohnmobil, entsorgt sein Grauwasser, tank Frischwasser und fährt wieder. Aber es war eine gute Nacht und ausgeschlafen geht es weiter.
Eigentlich bräuchten wir einen Bäcker und ein Baguette oder so… Ich suche also auf der App und finde ‚den besten Bäcker‘ des Dorfes! Da geht es hin. Und auch dort wären wir fast vorbeigefahren, weil es nicht nach einer Bäckerei aussieht. Egal, ich geh’ da rein.
Vor mir wird eine Familie bedient und so habe ich etwas Zeit mich umzusehen. Ich sehe Holzregale, Ich sehe den Ofen. Aber ich kann nur eine Sorte Brot erkennen und frage mich ob es denn nichts anderes gibt. Und so ist es – nur diese eine Sorte Brot. Ich versuche durch Gesten zu fragen ob ich ein halbes Brot bekommen kann. Nein – da müssen Sie in die andere Bäckerei im Dorf, die verkaufen auch halbe Brote. Hier gibt es nur ganze Brote. Na gut, dann eben ein ganzes Brot und das ist so frisch, so schön warm, dass ich es gar nicht aus der Hand legen möchte und es wird sofort angeschnitten.
Weiter geht die Reise Richtung Santiago de Compostela und wir finden einen Platz in San Marcos. Der Campingplatz bietet auch eine Waschmaschine, so dass wir am nächsten Morgen duschen, Wäsche waschen und die Sonne bei 19 Grad genießen.
Eigentlich wollen wir uns hier ein paar Tage ausruhen aber das Wetter wird wieder schlechter, am nächsten Tag soll es regnen und kühler wird es auch. Wir beschließen deshalb trotz Regen nach Santiago de Compostela reinzufahren und die überdachte Markthalle zu besuchen. Puhhh… das wird ein Tripp. Wir finden, noch bei trockenem Wetter, einen schönen Parkplatz und laufen in die Stadt hinein, immer bergauf. Dann beginnt es zu regnen und wir huschen von Pfütze zu Pfütze und landen in der Markthalle. Es ist Mittagszeit und sehr laut in den Bereichen, in denen es etwas zu essen gibt. Deshalb ziehen wir weiter durch die vielen engen Gassen, machen auch Fotos von der berühmten Kathedrale und landen dann zum Mittagessen in einem kleinen Restaurant. Frisch gestärkt geht es wieder zum Auto.
Aufgrund des unbeständigen Wetters wird ständig nach den Temperaturen auf der App geschaut und dann fahren wir ‚rückwärts‘ Richtung Norden. An einem wunderschönen See in As Pontes de Garcia Rodriguez machen wir halt für die Nacht. Ich befürchte, dass der Untergrund durch den Dauerregen zu sehr aufweichen könnte, deshalb fahren wir in der Nacht 10 Meter weiter weg vom See – auf festeren Untergrund. Am Morgen regnet es immer noch und wir ziehen weiter Richtung Ribadeo an den Atlantik. Dort suchen wir einen Campingplatz in den Bergen, südlich von Navia. Aber – Überraschung – der ist geschlossen bis zum Frühling. Also weiter… wir fahren zu einem Stellplatz, denn die sind ganzjährig geöffnet, teilweise aber sehr stadtnah – und dann unruhig. Der Stellplatz in Navia ist so ein Platz – offen, stadtnah und unruhig. Hier will ich nicht stehen – auch nicht für eine Nacht! Der nächste Campingplatz erscheint uns nicht wirklich schön aber wenn er geöffnet wäre, dann würden wir schon ein schönes Plätzchen finden. Aber unsere Überlegungen machen wir uns umsonst – der Campingplatz hat geschlossen. Allerdings werden wir zu einem Campingplatz in Gijón verwiesen, der das ganze Jahr geöffnet sein soll. Hier in der Nähe soll es noch einen Campingplatz geben und der sieht sehr freundlich und einladend aus. Laut App soll er auch offen sein – also hin da! Eine kleine, enge Straße führt zu dem Platz – ich kann kaum glauben dass hier überhaupt ein Campingplatz sein soll und … nun ja, es gibt ihn aber auch dieser ist zu. Ich fahre die enge Straße aber noch weiter bis ans Meer – wenigstens mal schauen und den Ausblick genießen! Dann fahren wir weiter und landen in Avilés, denn dort soll es einen Bioladen geben und einen Stellplatz für die Nacht. Der ‚Stellplatz’ das sind zwei Parkplätze auf einem Parkplatz (die bereits besetzt sind) zwischen mehreren sich kreuzenden Straßen und einem Kreisverkehr in der Nähe. Nicht die beste Voraussetzung für eine ruhige Nacht aber es ist spät und wir wollen nicht weiter suchen.
Am nächsten Morgen fahren wir nach Castrillon und genießen ein spanisches Frühstück – das war wirklich lecker!
Die Suche nach einem Bioladen ist hier im Norden wirklich schwierig – wieso eigentlich, wo Spanien doch sehr viele Bioprodukte produziert. Jetzt fahren wir zu dem Campingplatz der uns empfohlen wurde und landen weiter östlich als ich es geplant hatte. Aber wir haben einen Campingplatz! Von dieser Suche nach besserem Wetter und einem Platz an dem wir bleiben können – und wollen, sind wir erschöpft. Und es regnet wieder. Ich kümmere mich um meine Schuhe, denn die Wildlinge haben zwar eine wasserfeste Sohle aber der Rest ist aus Wolle und die hat mir schon nasse Füsse eingebracht, braucht also eine Imprägnierung. Das Mittel hatte ich mir, auch von Wildling, vor unserer Auszeit besorgt. Inzwischen haben wir den 1. November und wir wollen einen Ausflug nach Oviedo machen. Dort gibt es – ratet – einen Markt und am Samtag ist der geöffnet. Im Ort finden wir einen Parkplatz – das erfordert einige ‚Zirkelei‘ aber schließlich stehen wir dort sehr gut.
Auf dem Weg in den Ort gönnen wir uns ein Frühstück: Café und Croissant – dass das mit Messer und Gabel serviert wird irritiert zunächst, erklärt sich aber aufgrund der doch recht klebrigen Außenhülle. Wer es nicht süß mag, ist hier fehl am Platz!
Oviedo ist ein sehr gemütlicher Ort, der Ortskern mit einem Platz rund um die Markthalle. An den Marktständen gibt es viele Klamotten aus China, Taschen und Schuhe – aber in der Markthalle wird es doch noch was anderen geben?!? Endlich finden wir den Eingang zur Markthalle – aber … es ist wirklich nur ein einziger Bäcker dort zu finden. Was ist denn los?
Der 1. November ist Allerheiligen und da ist hier in den katholisch geprägten Gebieten eben sehr wenig los!
Wir erfreuen uns dann eben an den alten Gebäuden, den Inschriften, den Straßenmusikern – und davon erleben wir 3 in dem recht kleinen Ort. Eine Inschrift senden wir an Paula – sie lernt Spanisch in der Schule und kann uns bestimmt helfen das zu übersetzen. Und ja, das kann sie!
Die Skulptur ‚der Reisende‘ imponiert uns besonders. Sie ist mit Bedacht ebenerdig aufgestellt um eine Identifikation zu begünstigen.
Wir wollen nach Gijon, denn dort soll es Sonntagmorgen einen Flohmarkt geben und da wir dann früh dort sein wollen, fahren wir zu einem Parkplatz nahe am Meer. Wir lassen das Auto stehen, schlendern bei gutem Wetter am Meer entlang und sichten wieder ‚Ameisen‘ im Meer. Auf dem Rückweg gibt es Churros mit Schokolade – was für eine Schlemmerei! Beim Parkplatz angekommen, fühlt es sich für die Nacht nicht sicher genug an, deshalb fahren wir zu einem anderen Parkplatz, der in der App angezeigt und als gut befunden wird. Nur die Markierungen der Parkplätze sollten eingehalten werden, da sonst ein Bußgeld droht, denn morgens wird das von der Polizei überprüft. Das ist erstens kein Problem und macht zweitens ein gutes Gefühl, weil die Polizei gegenwärtig scheint. Am Abend genießen wir einen wunderschönen Himmel und ich freue mich auf morgen.
Der Parkplatz ist teilweise von über 50 Wohnmobilen besucht. Wir finden einen schönen Platz mit relativ wenig Nachtbeleuchtung. Am Sonntagmorgen wird der Platz immer voller – na klar, wir sind nicht die Einzigen, die zu dem Flohmarkt wollen. Und dann stöbern wir auf dem Flohmarkt, der ähnlich wie in Bremen, auch gastronomische Stände aber auch viel Gemüse, Obst, Wurst und Käse und Bäckereistände bereit hält. Hier werden Gebäckteile mit Walnussmus angeboten – das will ich probieren! Und die sind sooo lecker…. den Café dazu haben wir uns morgens gemacht und mitgenommen. Ich finde eine Lavendelpflanze für den Van und einen kleinen Edelstahleimer, der als Übertopf dienen kann. Dirk findet einen Wecker, der uns im Schlafbereich die Uhrzeit anzeigen soll. Was dieser Wecker so drauf hat, erfahren wir erst später… Außerdem kaufen wir uns eine Chorizo und ein Roggenbrot. Und dann, bei einem Bio-Stand (ich kann es kaum glauben) einen selbstgemachten Cider und einen kommerziellen Bio-Cider. Ich will wissen welchen Unterschied ich schmecke. Auf dem Rückweg zum Auto kommen wir an diesem Stadion vorbei und ich möchte mal hineinschauen. Dort finden mehrere Basketballspiele statt und wir schauen eine Weile den Frauen zu und dann auch noch kurz den jungen Männern. Auf dem Weg in die Halle sind viele Platten verlegt auf denen die Namen von Olympiasiegern festgehalten werden. Den Rückweg nehmen wir durch den Park und sehen eingezäunte Enten – etwas merkwürdig mutet das an. Ein paar Volieren mit Papageien und Wellensittichen sehen wir ebenfalls. Aber wieso die Tiere hier in relativ engen Volieren gehalten werden, finde ich nicht heraus. Am Ende des Parks landen wir wieder am Meer und dann geht es zurück zum Auto. Am Nachmittag wird der Platz immer voller – vielleicht 400 Plätze sind zu vergeben und die sind innerhalb von ein, zwei Stunden komplett belegt – was ist hier denn los?!? Dirk findet heraus, dass ein Fußballspiel zwischen Gijón und La Palma ausgetragen wird. Einige ‚Sportbegeisterte‘ feiern das bis in die Nacht aber wirklich störend ist es nicht. Wir bleiben noch eine Nacht und versuchen am nächsten Tag einen Bioladen zu finden. Milchprodukte gab es auf dem ‚Flohmarkt‘ nämlich nicht. Am nächsten Morgen laufen wir also wieder zum Meer um nach Gijón reinzulaufen. Das Schöne ist, dass der Weg über den Strand eine Abkürzung darstellt, weil wir an einem Ende der Bucht stehen. Auf dem Weg zum Bioladen finden wir einen Eisenwaren Geschäft – das wirklich (fast) alles hat. Hinter der Theke ist so ein alter Apothekerschrank mit unzähligen Schubläden und die enthaltenen Teile sind darauf geklebt. Wir bekommen Karabinerhaken aber einen Zündstein, den wir gerne hätten, den hat auch er nicht. Und nachdem der erste Bioladen auch geschlossen hat, finden wir auf dem weiteren Weg durch die Stadt einen Bioladen und können sogar Bio-Espressobohnen kaufen. Zum Mittag finden wir in ‚La Casa del Café‘ eine typisch spanische ‚Tortilla de Patatas‘ und einen Café. Wir schlendern durch die Gassen und landen in der Altstadt von Gijon am Plaza Major, laufen zum Meer und sehen: wir sind am anderen ‚Zipfel’ der Bucht. Der Wind ist inzwischen recht stark und wir haben Flut, was dazu führt, dass die Wellen an die Uferpromenade klatschen und ordentlich spritzen. Das sieht wundervoll aus! Dann gelangen wir an einen Bereich, wo zwischen Meer und Uferpromenade noch Strand ist und ich möchte im Sand laufen – das ist viel angenehmer für die Füße.
Am Auto angelangt beschließen wir ein paar Tage auf dem uns bekannten Campingplatz in Deva zu fahren, denn hier ist es wärmer als in anderen Regionen und direkt nach Portugal wollen wir noch nicht. Also kümmern wir uns mal um unseren Camper. Wir nutzen die Zeit und das gute Wetter um unseren Van zu putzen. Außerdem muss der Kühlschrank ‚überprüft‘ werden. Er kühlt so sehr, dass sich Eiszapfen bilden und wir Tiefkühlkost haben. Das ist eine ziemliche Zirkelei, denn der Kühlschrank muss aus dem Schrank, der Platz ‚im Flur‘ reicht aber kaum zum Hantieren und dann muss er abgestellt werden – aber so, dass die Kabel dran bleiben. Der Kühlschrank war schon früher problematisch und Dirk hatte ihm einen weiteren Temperaturfühler und ein Relais verpasst. Der Temperaturfühler ‚sagt‘ dem Relais wann es schalten muss und dann springt der Kompressor an. Ist die Zieltemperatur erreicht, schaltet das Relais erneut und der Kompressor kühlt nicht mehr. Offensichtlich ist das Relais hinüber und wird ausgetauscht. Außerdem bekommt es einen besseren Platz, so dass es erstens nicht so warm und zweitens leichter ausgetauscht werden kann. Damit sind wir für diesen Tag fertig – mit den Nerven. Am nächsten Tag soll die rückwärtige Kamera der Dashcam angeschlossen werden. Dabei wird das Mikrofonkabel der Freisprecheinrichtung anders positioniert und das Kabel besser verlegt. Als nächstes werden Lautsprecher an der Sitzecke montiert und die Kabel verlegt, die ich vor der Auszeit besorgt hatte und ans Radio angeschlossen. Das ,muss natürlich ausprobiert werden und – klingt super! Ein Stromkabel soll auch noch verlegt werden um die kleine Heizung besser positionieren zu können. Leider muss dafür der Kühlschrank nochmal raus, was schon etwas nervig ist – wieso haben wir da nicht früher dran gedacht?!? Aber gut…. inzwischen bekommen wir auch das ganz gut hin.
Am Freitag, 7.11. soll es fast nur regnen – deshalb fahren wir nach Gijón und besuchen das Aquarium. Wir haben Glück und können die Fütterung der Haie beobachten.
Das war eine schöne Abwechslung und ich habe im Shop ein Buch gekauft – für Tom und Paula. Paula kann mit ihren Spanischkenntnissen Tom das Buch ‚vorlesen‘. Es ist ein Bilderbuch mit einigen, wenigen Beschreibungen. Ich freue mich schon darauf die beiden Enkel dabei zu beobachten. Da sich das Wetter gerade hält, laufen wir noch durch die Altstadt von Gijón. Hier soll Samstag und Sonntag ein Kunsthandwerk- und Biomarkt stattfinden. Auch deshalb sind wir so lange an diesem Ort geblieben. Wir laufen eine ganze Weile durch die Gassen und da wir mal wieder ‚zu unserer Zeit‘ nichts zu Essen im Restaurant bekommen, laufen wir zurück zum Auto. Da haben wir aber einige Kilometer erlaufen…. Am Samstag soll es also auf den Markt gehen. Und wir laufen auch diesmal von ‚unserem Parkplatz‘ los. Leider geht es mir an diesem Tag sehr schlecht. Ich möchte trotzdem zum Markt aber das war keine gute Idee. Als auch noch der Kreislauf schlapp macht, kehren wir zurück zum Auto. Dirk leiht einen Roller, denn ich fürchte, der Weg ist zu weit und wir fahren zumindest etwas über einen Km mit dem Roller. Und dann heißt es erstmal ausruhen. Aber ich kann sehr gut ausruhen wenn Dirk fährt und so verabschieden wir uns von diesem Ort und von Spanien und Dirk fährt uns Richtung Porto. Viel wärmer wird es dort nicht sein aber die Nächte sind nicht so kühl und das macht einiges aus. Ganz nach Porto schaffen wir es an diesem Tag nicht und so halten wir in Ponferrada. Hinter einer Tankstelle gibt es hier einen Stellplatz und der überrascht uns schon, denn diese Tankstelle hat einen kompletten Supermarkt. Mit frischem Brot und Baguette, Obst und Gemüse. Und die (sehr sauberen) Toiletten dürfen benutzt werden – es gibt sogar Duschen. Als wir am Abend nochmal dorthin gehen stellen wir fest, dass die Tankstelle ein Restaurant und eine Bar betreibt und es ist rappelvoll. Von all dem bekommen wir hinter der Tankstelle gar nichts mit, der Parkplatz grenzt an eine Bahnlinie und an eine Grünfläche. Ich höre in der Nacht keine Bahn, Dirk hört zweimal was. Schwerhörigkeit kann auch Vorteile haben… Am nächsten Morgen sehen wir wenig von der Umgebung, denn es ist sehr nebelig.
Der nächste Halt ist Villa Cha, 23 Km von Porto entfernt. Hier wollen wir die angekündigten Sturm- und Regentage verbringen und ich kann mich ausruhen. Villa Cha liegt direkt am Meer und vom Campingplatz sind es 300m. Dorthin haben wir in einer Regenpause auch einen Spaziergang gemacht und waren erstaunt, dass das Café geöffnet hatte. Denn wirklich viel ist hier gerade nicht los. Auch wenn es schöner wäre bei Sonnenschein und 19 Grad – ich bin über diese Pause sehr froh.
Allerdings haben wir ständig ein Auge auf die Wetter-App und heute (Freitag) hat es eine wirklich heftige Sturmböe gegeben… ich hoffe die Nacht bleibt ruhig. Der ständige Regen wird vom Boden immer noch gut aufgenommen und Sonntag soll das Wetter besser werden. Auf diesem Campingplatz fühlen wir uns aber sehr wohl.
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Am 16.10. erreichen wir Niort und was will ich sehen? den Markt natürlich! Da es morgens ziemlich kühl ist (so etwa 14-16 Grad) und es nachmittags erst warm wird, schauen wir nach dem Marktbesuch nach einem Café und schlendern anschließend durch die Straßen. Die kleinen Gassen sind immer wieder entzückend und die herbstlich-bunte Belaubung der Bäume machen eine schöne Atmosphäre.
Den Platz für die Nacht finden wir in Brântome an der ‚Dronne’. Wir wollen (natürlich) auf den Markt und den Ort besichtigen. Am 17.10. nehmen wir erstmal ein Geburtstagsständchen auf und versenden es.
Ob die gesendeten Päckchen wohl angekommen sind? Auch bei einem Video-Call verraten wir nichts – es soll ja eine Überraschung sein.
Aber jetzt in den Ort und zum Markt! Von unserem Übernachtungsplatz geht es an der Dronne in den Ortskern. Und was für ein schöner, kleiner Ort das ist… wir werden von den Klängen einer Drehorgel empfangen. Der Markt erstreckt sich über den gesamten Dorfkern, über die Brücke der Dronne, es ist wirklich wunderschön! Dann hören wir ein Akkordeon und als wir weitergehen auch noch eine Flöte. Nichts ist aufdringlich, alles sehr dezent. Wir laufen am Fluß entlang und durch die Gassen und entdecken ein (privates) Schloß, das zwar Besichtigungen anbietet, zur Zeit aber verschlossen ist. Wir bleiben auf dem Platz noch eine Nacht, weil es manchmal gut tut eine Pause zu haben. Die Temperaturen sind zwar tagsüber recht angenehm aber nachts haben wir teilweise nur 5 Grad. Und das ist doch ziemlich kühl, wenn man dann aufstehen will… uns treibt es deswegen weiter in den Süden auch wenn wir am Tag nicht sehr weit kommen…. es ‚kleckert sich‘….
Am nächsten Tag besuchen wir den Markt in Perigeux – die Stadt ist nun wieder etwas größer aber es soll einer der schönsten Märkte in Frankreich sein – also los! Ich hatte zwar gelesen, dass man den Markt am besten früh morgens besuchen sollte aber ich dachte, die Hauptsaison ist ja vorbei – das haben wir oft an geschlossenen Campingplätzen festmachen können. Der Markt in Perigeux war sehr, sehr voll. So voll, dass wir keinen Platz für einen Café fanden. Ja gut, Plätze gab es – aber nur im Schatten und dafür war es zu kalt. Als wir endlich einen Platz in der Sonne ergattert hatten, dauerte es uns dann doch zu lange, denn eine Bedienung war nicht in Sicht und der Versuch drinnen zu bestellen wurde freundlich abgelehnt mit dem Hinweis‚ ‚ich bediene Sie gleich am Tisch‘. Pustekuchen… wir hatten aber einen mobilen Barista gesehen und holten uns dort einen Café.
Auf dem letzten Bild ist gut zu erkennen, dass es nicht nur diese schönen, restaurierten und gepflegten Häuser gibt, sondern auch diese, die leider anscheinend langsam verfallen. Es ist gleichzeitig immer wieder zu sehen wie alter Baubestand wiederhergestellt wird. Es war ein schöner Ausflug auf diesen Markt und Perigeux hat uns gut gefallen, denn der Markt zog sich durch viele Gassen und es dauerte eine ganze Weile bis wir den Eindruck hatten auch alles gesehen zu haben.
Weiter geht unsere Reise nach Bergerac. Wir wollen den Ort erlaufen, es liegt auf unserem Weg. Und dann erinnert sich Dirk… hier waren wir schon mal! Und richtig, 2022 waren wir bereits dort und haben einen Abklopfer für unsere Kaffee-Ecke gekauft. Das ist doch eine tolle Gelegenheit diesen Laden wieder aufzusuchen und richtig guten Kaffee zu kaufen! Das machen wir auch und laufen weiter durch die Straßen. Die Menschen sitzen draußen und wir genießen die Stimmung. Am Kirchtum fällt uns dieser merkwürdige ‚Anbau‘ auf – so etwas sieht man ja nicht so oft. Was die damit wohl vorhatten?
Als Nina anruft erfahre ich auch, dass das Päckchen (sogar pünktlich) angekommen und die Überraschung gelungen ist! Bigi hatte schon eine Message gesendet, dass auch ihr Päckchen angekommen war und für eine Überraschung gesorgt hatte – was für eine Freude, Freude zu bereiten! Wir wollen für die Nacht in der Nähe einen Mikro-Campingplatz aufsuchen und fahren dafür durch die Weinberge. Schließlich kommen wir in ein Dorf (Montbazillac), dass ziemlich geschmückt ist und ‚ordentlich‘ aussieht und ich denke schon ‚hoffentlich ist das nicht so touristisch wo wir hinfahren‘. Und dann geht es wieder in Weinberge, die Straße wird schmaler und ich kann nicht glauben, dass der Platz ‚da vorne links‘ sein soll – hier ist doch gar nichts! Aber doch, da ist eine Winzerin und die bietet 10 Plätze auf ihrem Hof an und hat sogar eine Toilette und eine Dusche! WOW – ich bin begeistert! So ein schöner Platz! Die Winzerin hat irgendeinen Stress mit ihrer Weinpresse aber um 18:30 Uhr lässt sie uns noch eben in ihre Scheune und wir probieren den Rosé. Eigentlich …. aber egal zwei Flaschen passen in unser Gepäck. Ich möchte nach Marokko keinen Alkohol mitnehmen – er würde uns vermutlich sowieso abgenommen. Also nicht zu viel ‚bunkern‘!
Heute ist der 19.10. und nach Issigeac ist es nicht weit… wenn wir nur früher aus dem Bett und ‚in die Puschen‘ kämen! Heute ist nämlich Markt in Issigeac und es ist ebenfalls ein Petite Cité de Caractère. Als wir uns dem Ort nähern, zeigt das Navi ‚Stau‘ an. Was soll sich denn hier stauen? Es sind die Autos, die zum Markt fahren und schon vor dem Ort am Straßenrand geparkt werden, denn ausgerechnet heute wird hier ein besonderer Markt abgehalten, der sich nicht nur durch das ganze Dorf zieht sondern darüber hinaus auf einer angrenzenden Weide. Kürbisse über Kürbisse und viele Produkte die daraus entstehen. Außerdem Maronen – und Produkte daraus. Maronencreme muss und darf ich probieren. Ja, ganz lecker – nehmen wir was von mit. Es sind viele private Anbieter, die ihre Produkte anbieten. Überall wird gebrutzelt, gebacken und verschiedenste Köstlichkeiten werden verkauft. Außerdem entdecken wir ein Miniatur-Sägewerk, das mit einer Dampfmaschine angetrieben wird. WOW – das ist wirklich erstaunlich! Ein toller Tag mit Überraschung – diesmal für uns.
Das Wetter soll in den nächsten Tagen schlechter werden. Wir fahren deswegen zu einem Campingplatz (diesmal über 100 km weiter Richtung Süden um ausgiebig zu duschen und unsere Wäsche zu waschen und zu trocknen. Drei Orte habe ich in Frankreich noch ‚auf dem Zettel‘ mal sehen ob wir das schaffen, denn bei Regen machen die Besuche der Orte weit weniger Spaß. Bereits am Nachmittag fängt es an zu tröpfeln und während die Wäsche ihre ‚Runden dreht‘, versuche ich mit Dirk die letzten Tage revue passieren zu lassen. Vermutlich erleben wir eigentlich zu viel, so dass die Erinnerung schon etwas schwer fällt.
21.10. Frisch geduscht und saubere Wäsche im Gepäck, entschließen wir uns Labastide-d‘Armanac (680 Einwohner) und Lupiac (310 Einwohner und Geburtsort vom Musketier „Comte d’Artagnan“ – Charles de Batz de Castelmore) zu besuchen. Den Campingplatz hatte ich so gewählt, dass die beiden Dörfer nicht weit entfernt sind. Labastide-d‘Armanac ist wirklich sehr klein aber auch so schön! Die Arkaden gefallen uns besonders und dort trinken wir auch einen Café. Wir schauen uns die kleinen Gassen neben dem Hauptplatz auch an und ich bewundere das Zusammenspiel von alter Bausubstanz mit modernen Elementen. Und dann auch wieder einsturzgefährdete Elemente wie dieser Balkon. Hier haben sich viele Künstler angesiedelt und danach sieht es auch aus – mit viel Kreativität und Liebe zum Detail gestaltete Häuser.
Lupiac hat ja noch weniger Einwohner. Trotzdem und obwohl am Montag generell nicht viele Geschäfte geöffnet haben, lädt hier ein Café zur Pause ein aber nicht für uns. Die Kathedrale hält diesmal eine Überraschung bereit – eigentlich schaue ich mir Kathedralen nicht (mehr) gerne an. Aber hier zieht es mich hinein und wir finden die Geschichte des Dorfes in Bildern. Zur EXPO 2000 wurden diese Daten gesammelt. Fotos von Hochzeiten und Klassenfotos bis in die 20ger Jahre. Auch von einem Cousin d’Artagnan‘s ist ein Foto zu sehen.
Das Wetter hat sich noch ganz gut gehalten, ich habe aber im Hinterkopf, dass es sehr stürmisch werden soll. Deswegen studiere ich die Wettervorhersage und schaue genau nach wo wir am besten ‚aufgehoben‘ sein könnten wenn es stürmt. Es scheint fast so als müssten wir nach Spanien – San Vincente de la Barquera. Das wäre aber ein ganz schönes Stück – und ein Ort stand ja noch auf der Liste. Also entscheiden wir uns nach Sauveterre de Béarn zu fahren und ich finde einen Campingplatz am Fluß. Der Weg dorthin ist teilweise wie eine Achterbahfahrt. Huckelige Straßen, starke Ansteigungen, dann wieder steil bergab und wieder rauf teilweise so, daß man nicht sieht ob die Straße danach weitergeht oder wie sie verläuft. Als wir den Campingplatz um 18:00 Uhr erreichen und einen Platz für uns gefunden haben, studiere ich nochmal das Wetter. Dieser Ort könnte gut geeignet sein für den kommenden Sturm. Deshalb entscheiden wir, hier 4 Nächte zu bleiben. WOW das ist das erste Mal, dass wir so lange an einem Ort bleiben. Also erstmal was kochen und den Abend ‚einläuten‘ und dann ins Bett.
Der Tag gestern war anscheinend etwas anstrengend. In der Nacht regnet es und wir wachen erst gegen 10:00 Uhr auf… Nach einem ausgiebigen Frühstück mit französischer Wurst, in Asche gerolltem Ziegenkäse, englischer Orangenmarmelade, einem gekochten Ei, einem wunderbaren Café, Saft und Joghurt, wechseln wir nochmal den Platz. Jetzt haben wir den schönen Blick auf eine grüne Insel, Sonne bis zum Abend (wenn sie scheint) und wir fühlen uns weniger beobachtet. So können wir die nächsten Tage gut aushalten. Richtig gut, dass der Campingplatz so geschützt im Tal liegt. Der rote Kreis markiert unseren Stellplatz 🙂
Mit dem Reisebericht bin ich diesmal auch ‚up-to-date‘. Am Nachmittag gehen wir in den Ort Sauveterre-de-Béarn und freuen uns am Blick auf die Pyrenäen und an den historischen Gebäuden. Ein Foto kann die Stimmung, das Licht und die Temperatur nicht einfangen. In der Ferne sehen wir die Pyrenäen – auf den Bildern sind sie kaum zu erkennen. Im Dorf wird ein Gebäude auf historische Weise wieder aufgebaut. Das ist wirklich erstaunlich.. in 8m Höhe wird Naturstein auf Naturstein gesetzt. Dass sie dafür ‚moderne‘ Hebebühnen benutzen – geschenkt.
Die Kathedrale wird diesmal nur von außen besichtigt aber die Tafeln die auch hier die Geschichte des Dorfes erzählen, die schauen wir uns gerne an. Auf unserem Weg durchs Dorf gehen wir an einer Patisserie vorbei, die den typischen, baskischen Kuchen verkauft. Den wollen wir probieren und lassen ihn uns anschließend bei einem Café schmecken.
Am nächsten Tag laufen wir über die Insel, die direkt vor dem Campingplatz liegt und mit einer Brücke zu erreichen ist. Diese Insel wird anscheinend liebevoll gepflegt in ihrer Wildheit. Hier sind überall Tafeln mit kleinen Gedichten angehängt. Es wird auf die Flora und Fauna hingewiesen und eine Tafel erklärt welche Steine hier zu finden sind. Die Insel ist sehr klein und in ein, zwei Stunden zu erkunden – das kommt uns ganz gelegen, denn es ist erstaunlich warm und etwas schwül. Da wir am Vormittag auch schon unterwegs waren, reicht uns dieser Rundgang. Auf dem Campingplatz finde ich neben den bekannten Walnüssen auch noch noch andere Nüsse von denen ich einige einpacke … später will ich danach recherchieren und finde heraus, es sind Schwarznüsse, die könnten auf jeden Fall für kreative Zwecke eingesetzt werden. Als wir anschließend ins Dorf gehen, weil wir mal in einem Restaurant essen wollen, müssen wir feststellen, dass unsere Uhren irgendwie anders ticken – jedenfalls gibt es kein offenes Restaurant und wir beschließen die Sache wieder selbst in die Hand zu nehmen.
Der Sturm war wirklich gut zu ertragen auf diesem Campingplatz. Heute hat es viel geregnet und von den angenehmen Temperaturen ist nicht viel übrig. Wir werden morgen weiterfahren – mal sehen wohin uns die Reise führt… einen genauen Plan haben wir nämlich nicht. Nur warm soll es bitte sein.
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Chalonnes-sur-Loire bietet nicht ‚nur‘ einen Markt, es ist ein „Petite cité de caractère“. Nachdem wir Tróo besucht und einen Eindruck davon erhalten hatten, was einen solchen Ort ausmacht, suchte ich gezielt nach diesen Orten, die alle auf der Internetseite zu finden sind. Natürlich können wir nicht alle Orte besuchen aber es sind immer interessante Ziele. Einige davon sind so klein wie Tróo und wenig touristisch, andere sind ziemlich touristisch – und doch haben sie alle das gewisse ‚etwas‘. Das Siegel erhält ein Ort, wenn die Verwaltung ein besonderes Augenmerk auf die Erhaltung alter Ortskerne und historischer Bauwerke legt. Chalonne-sur-Loire bietet all das: Einen schönen Markt (mit Markthalle), historische Gebäude, eine angenehme Atmosphäre und auch einige Touristen.
Ich möchte gerne zwei Päckchen versenden, denn Bigi hatte und Nina hat bald Geburtstag. Na das ist ein Abenteuer! Nachdem wir die Post gefunden hatten und wir erklären konnten, dass wir Päckchen nach Allemagne senden wollen, wird uns erklärt, dass wir eine Absender-Adresse in Frankreich bräuchten. Hm… haben wir aber nicht – das muss doch anders gehen! Nein, leider … es tut ihr auch leid aber die Adresse wird benötigt. Können wir vielleicht die Adresse des Postamts .. ?!? Hm … Ich will gar nicht mehr verstehen was sie sagt, schließlich will ich die Päckchen versenden – und zwar jetzt! Sie hat auch andere Kunden die sie bedient und Dirk und ich ‚kämpfen‘ uns durch den Automaten (eigentlich ein toller Service), geben die Adressen ein und als Absender-Adresse das Postamt. Fertig! Mein lieber Scholly – was für ein Abenteuer. Wir fahren weiter und übernachten kostenlos auf einem Stellplatz um am nächsten Tag in den nächsten ‚Petite Cité de caractere‘ zu gelangen. Unser Ziel ist Coulons. Hier erwarten uns wenige Touristen. Die Attraktion des Ortes sind die vielen Wasserwege in der Nähe, für die es einige Ticketstände gibt, die allerdings fast alle geschlossen sind. Die Hauptsaison ist vorüber. Wir schlendern am Wasser entlang in den Ortskern. Die Boulangerie ist auch geschlossen aber es gibt eine Crêperie und dort lassen wir uns nieder und bestellen zwei Café und zwei Crêpes einen mit Salz-Karamell und einen mit Schoko-Banane. Hmmmm… lecker!
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